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Neue Studie: Corona in der Schwangerschaft kann zu Fehlgeburten führen

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Von: Jan Knötzsch

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Die Zahl der Corona-Studien steigt. Nicht ganz so schnell wie die Zahl der Infektionen. Aber es gibt immer neue Erkenntnisse – diesmal zu Schwangerschaft und Corona.

Hamburg/Atlanta – Drehen wir zu Beginn dieses Textes die imaginäre Uhr doch einmal zurück. Um knappe zwei Jahre. Das Coronavirus kannte hierzulande kaum einer. Und wenn, dann nur vom berühmten Hörensagen: „Ach, das ist doch dieses Virus da in China ...“ Seither hat sich die Welt fraglos gewandelt. Corona ist überall. Und deswegen in aller Munde. In der Hansestadt Hamburg vornehmlich dann, wenn es um die Corona-Politik des Hamburger Senats geht, mit der nicht alle immer einverstanden sind. n vorderster Linie die Querdenker, die sich immer wieder zu Corona-Demos in Hamburg und Umgebung zusammenrotten. Demos, bei denen die Lage auch schon einmal eskalieren kann.

Und: Auch in den Bereich der Wissenschaft hat die Corona-Pandemie längst Einzug gehalten. Logisch, schließlich wollen das Phänomen und das Virus auch ordentlich erforscht werden. Viel Wissen gab es schließlich vor zwei Jahren nicht. Auch das hat sich inzwischen verändert – auch wenn längst nicht alles erforscht und klar ist. Eine neue Studie setzt sich nun mit der Auswirkung von Corona-Infektionen in der Schwangerschaft auseinander – mit Erkenntnissen, die nicht schön sind.

Krankheit:COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Ursprung:Volksrepublik China
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Erklärung zur Pandemie:11. März 2020

Corona-Studien nehmen immer mehr zu – neuste Corona-Studie zu Schwangeren von Forschern aus zwölf Ländern

Die Liste der Studien, die sich in den letzten knapp zwei Jahren mit dem Coronavirus auseinandergesetzt haben, ist lang. Und ihre Ergebnisse sind auch in Hamburg, wo seit Samstag, 12. Februar 2022, im Einzelhandel und im Supermarkt diese Regeln gelten, angekommen. Da wäre zum Beispiel die Corona-Studie, die besagt, dass Geimpfte viel ansteckender sind als angenommen. Sie wird begleitet von jener Corona-Studie, dass Ungeimpfte an neun von zehn Corona-Infektionen beteiligt sind. Ebenfalls spannend: Eine Studie des UKE in Hamburg, die sich mit Schäden nach milden Corona-Verlauf beschäftigt.

Eine schwangere Frau zeigt ihren Babybauch, davor hält ein Mediziner eine Spritze und einen Corona-Impfstoff mit den Händen hoch.
Eine neue Studie hat sich mit dem Thema Corona und Schwangerschaft beschäftigt und kommt zu eindeutigen Ergebnissen. © Fotostand/imago

Eine weitere Studie zum Coronavirus – trotz dessen Existenz und noch immer hoher Inzidenzwerte glaubt Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) an einen „sehr freien Sommer – hat herausgefunden, dass das Sterberisiko nach der Booster-Impfung um 93 Prozent sinkt. Es gibt allerdings auch Todesfälle trotz Impfung – hier zeigt eine Corona-Studie, wer besonders gefährdet ist. Eine weitere wissenschaftliche Betrachtung der Pandemie und des Cornoavirus, die aus Israel stammt, nimmt die Hoffnung: sie sagt, eine vierte Corona-Impfung scheint nutzlos. Zudem sorgte gerade erst eine neue Studie für Aufmerksamkeit, in der es um Vitamin D und Corona geht.

Neue Corona-Studie: Bei nicht-geimpften Schwangeren wird die Plazenta zerstört – „über 90 Prozent, sehr beängstigend“

Und nicht zu vergessen: die Studie zur Frage, wer Superimmunität gegen Corona hat. In den Reigen all dieser Corona-Studien reiht sich nun eine weitere ein, in deren Mittelpunkt Schwangere stehen. Und bei der letztlich als Resultat in den Forschungsergebnisse herauskommt, dass das Coronavirus in die Plazenta von Frauen eindringen und diese zerstören kann. Bei mit dem Coronavirus infizierten Frauen führt dies zu Fehlgeburten, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt, die über die neue Corona-Studie berichtet hat. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass eine Impfung helfen kann, diese Fälle zu verhindern.

Im Rahmen der Corona-Studie, die von Forschern aus insgesamt zwölf verschiedenen Ländern durchgeführt wurde, wurden Plazenta-und Autopsiegewebe von 64 Totgeburten und vier Neugeborenen, die kurz nach der Geburt starben, untersucht und analysiert. Bei allen Frauen, die die Kinder geboren haben, handelte es sich um Frauen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft waren, sich allerdings im Verlauf ihrer Schwangerschaft mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Studie untermauert damit laut dpa andere Fallberichte die zu dem Schluss gekommen waren, dass eine Schädigung der Plazenta und nicht eine Corona-Infektion des Fötus die Ursache der vielen Corona-bedingten Totgeburten ist.

Neue Studie zu Corona in der Schwangerschaft: Wie sieht es bei der Omikron-Variante aus?

David Schwartz ist der Hauptautor der neuen Corona-Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass das Corona bei einer Frau in der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen kann und in der Fachzeitschrift „Archives of Pathology & Laboratory Medicine“ veröffentlicht wurde. Anders als es beispielsweise beim Zika-Virus, bei dem der Fötus infiziert und geschädigt wird, der Fall ist, sei es bei den Untersuchungen in der Corona-Studie die Plazenta gewesen, die infiziert und weitgehend zerstört gewesen sei. „In vielen dieser Fälle waren über 90 Prozent der Plazenta zerstört – sehr beängstigend“, zitiert die dpa den Pathologen aus Atlanta.

In vielen dieser Fälle waren über 90 Prozent der Plazenta zerstört – sehr beängstigend.

David Schwartz, Hauptautor der im  „Archives of Pathology & Laboratory Medicine“ veröffentlichten Studie

Dieser gibt weiter zu Protokoll, dass zwar auch andere Infektionen die Plazenta schädigen können, eine so konsequente und umfassende Zerstörung habe er noch jedoch bislang noch nie gesehen. Weiter heißt es, dass bisherige Erkenntnisse darauf hindeuten, dass die Wahrscheinlichkeit einer Totgeburt bei schwangeren Frauen mit Corona, insbesondere bei der Delta-Variante, höher als üblich ist. Daher werde bei Impfempfehlungen für schwangere Frauen auf das höhere risiko bei einer Corona-Infektion hingewiesen. Am Rande erwähnt übrigens: Auch zum Thema Zyklus bei Frauen und Corona gibt es eine Studie.

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Bei einigen der Föten sei zwar das Coronavirus auch nachgewiesen worden, aber der Nachweis des Erstickens des Fötus im Mutterleib deute auf eine Schädigung der Plazenta als wahrscheinlichere Todesursache hin. Ob auch die Omikron-Variante das Risiko von Fehlgeburten erhöht, ist noch nicht erforscht. Die Studie wurde vor dem Auftreten der Variante durchgeführt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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