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Neue Proteste gegen den Elbtower: Sieben Thesen gegen das Mega-Projekt

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Elbtower wird einmal das höchste Gebäude Hamburgs werden, als sichtbares Wahrzeichen fungieren. Dagegen regt sich nun Protest, denn er verändert das Stadtbild.

Hamburg – In fünf Jahren wird mit dem Elbtower das wohl ehrgeizigste Bauvorhaben der HafenCity fertiggestellt und die Hansestadt um ein Wahrzeichen reicher sein. Das dann höchste Gebäude Hamburgs wird mit seinen 245 Metern weithin sichtbar Reisenden, ob mit dem Auto, Zug, Schiff oder dem Flugzeug das baldige Erreichen der Metropole ankündigen. Der Elbtower gilt jetzt schon als kommendes Wahrzeichen, ganz gewiss jedoch wird das Gebäude Hamburgs Skyline verändern. Das ruft immer wieder Kritik hervor. Auch das nun veröffentlichte Thesenpapier einer Gruppe Architekten und des Pfarrers der Hauptkirche St. Katharinen, nimmt unter anderem Bezug auf diese Veränderung des Stadtbildes.

Name:Elbtower
Geplante Höhe:245 Meter
Geplante Anzahl Stockwerke:64
Vorraussichtliche Kosten:700 Millionen Euro
Vorraussichtliche Fertigstellung:2026

Elbtower: Sorge umdas „hanseatische Hamburg“

Frank Engelbrecht, Pastor von St. Katharinen und die Architekten Gerhard Bolten, Christian Kottmeier, Volker Roscher und Dirk Meyhöfer, Herausgeber des Architekturjahrbuchs, haben ein Thesenpapier verfasst, in dem sie ihre Sorgen darlegen und untermauern, wieso der Elbtower mit dem historischb gewachsenen referenzrahmen der Stadtentwicklung, breche, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Die Zeitung veröffentlichte die Thesen zudem.

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Elbtower: Baugeschichte und Lehren der Pandemie sollten beachtet werden

Die Gruppe schreibt in ihrem Papier, dass, im Unterschied zu angloamerikanischen oder asiatischen Metropolen, die Baukultur Hamburgs in europäischer Tradition stehe, diese würde ausmachen, dass ein enger Bezug zum lokalregionalen Kontext gegeben sei und ein lebendiges Zusammenspiel von bürgerschaftlicher und sozialer Struktur existiere. (These I).

Die zweite These besagt, dass es seit der Pandemie kein Argument mehr für ein „schneller, höher, weiter“ gebe, zitiert das Abendblatt. Vielmehr sei überdeutlich geworden, dass eine Notwendigkeit nach einer bescheidenen und wirtschaftlichen Lebensweise bestehe.

Elbtower: „Wir befinden uns in einem dieser berühmten Zeitfenster, das Handeln ermöglicht, ja erzwingt.

„Wir befinden uns in einem dieser berühmten Zeitfenster, das Handeln ermöglicht, ja erzwingt. Jede Minute, jeder Tag zählt. Wir dürfen uns keine Fehler mehr leisten“, heißt es in der dritten These. Man müsse deswegen Konsequenzen bei der Bauweise, Baumaterial und Bautechnik erfordere, um den Kampf gegen den Klimawandel erfolgreich bestreiten zu können. Schon zuvor war das Projekt als ökologische Katastrophe bezeichnet worden.

Die Verfasser der Thesen erinnern daran, dass bisher alle stadtprägenden Gebäude als öffentliche Gebäude in Erscheinung getreten sind, was beim Elbtower nicht der Fall wäre. Die bisherigen „Ikonen des Gemeinwesens“ seien zudem Sinnbilder der Demokratie und müssten auch in Zukunft das Stadtbild der Kaufmannsstadt Hamburg prägen. (These IV)

Bauvorhaben "Elbtower"
Die undatierte Visualisierung zeigt das geplanten Bauvorhaben „Elbtower“ in der Hafencity nahe der Elbbrücken. © SIGNA-Chipperfield/HafenCity Hamburg GmbH/dpa/Archivbild

Elbtower: Thesen kritisieren Transparenz der Prozesse und fehlende Legitimation durch Bevölkerung

Die fünfte These behandelt die laut der Verfasser fehlenden Transparenz der Planungs- und Bauprozesse beim Elbtower. Sowohl der Verkauf der Einheiten des Gebäudes, als auch das Erteilen von Baugenehmigungen seien nicht abgeschlossen. Es könnten Schadensersatzansprüche drohen, so die Autoren des Papiers. Nicht zu überprüfen sei die Finanzierung und die Verwendung öffentlicher Budgets, wird in dem Papier kritisiert, dies müsste aber der Fall sein. Auch sei bisher noch bei keinem Projekt von über 80 Metern Höhe die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen wurden (These VI).

Schlussendlich fehle es an einer wirklichen Legitimation, da diese bisher nur von Politikern, nicht aber der Bevölkerung gekommen sei. Für die Legitimation benötige es ein Referendum, heißt es in der Schlussthese. (These VII) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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