1. 24hamburg
  2. Hamburg

Neue Oper in Hamburg: Kühne mit neuen Plänen – was der HSV-Investor vorhat

Erstellt:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Nachdem der Hamburger Senat seine ersten Pläne noch abgelehnt hatte, legt Kühne nun neue Ideen für den Bau einer neuen Oper vor. Was er sich davon verspricht.

Hamburg – Multimilliardär Klaus-Michael Kühne hatte große Pläne. Der HSV-Mäzen wollte seiner Geburtsstadt Hamburg eine neue Oper bauen. Nach Informationen des Spiegels sollte der Bau 300 bis 400 Millionen Euro kosten. Nach seinem HSV-Engagement oder seiner finanziellen Unterstützung der Elbphilharmonie in Millionenhöhe wäre es seine nächste Beteiligung an einem Hamburger Großprojekt.

Nicht zu vergessen sein Deal mit Hapag-Lloyd, der ihm zuletzt nach Berichten des Hamburger Abendblatts ein Gewinn von mehreren Hundert Millionen Euro zusichert haben soll. Mit seinen ersten Plänen zum Bau einer neuen Oper hatte Kühne in der Hansestadt Hamburg mitunter für großes Unverständnis gesorgt. Nun legt er die nächsten vor. So ist es um den Stand einer möglichen neuen Oper in Hamburg bestellt.

Unternehmer:Klaus-Michael Kühne
Geboren:2. Juni 1937 (Alter 85 Jahre), Hamburg
Vermögen:25,5 Milliarden USD (2022; Forbes)
Ehepartnerin:Christine Kühne (verh. 1989)

Neue Oper in der HafenCity? Kühne äußert sich – und fordert mehr Qualität für die „Musikstadt Hamburg“

Erstmals präsentierte der seit über zehn Jahre als HSV-Investor tätige Kühne seine Opern-Pläne im Mai 2022. Nicht nur durch Hamburgs Kulturräume hallten Töne der Empörung. Kühne attestiert einer neuen Oper eine Strahlkraft wie der Elbphilharmonie. Gegenüber dem Abendblatt fordert er eine neue Qualität für die „Musikstadt Hamburg“. Eine Qualität, die die Staatsoper in der Dammtorstraße nicht mehr imstande sei zu entsprechen. Im Gespräch mit dem Spiegel, sagte er, das Gebäude sei „asbestverseucht“. Er spricht von einer „mangelhaften“ Akustik – alles in allem sei die Oper nicht mehr zeitgemäß, lediglich „Durchschnitt“.

In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Investor René Benko, der sich auch für den Bau des Elbtowers verantwortlich zeigt, wolle er Hamburgs Oper aus dem „Mittelmaß“ heben – mit Investitionshöhen zwischen 300 und 400 Millionen Euro. Die Staatsoper in der Hamburger Neustadt sollte einem „Immobilienprojekt“ weichen. Geht es nach Kühne, sollte also die denkmalgeschützte Oper abgerissen werden. Ein Entwurf, der ihm viel Kritik eingebracht hatte. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt revidiert er seine bisher preisgegebene Einschätzungen. Der Wunsch und die Forderung nach einer qualitativ-hochwertigen Oper in Hamburg, sie bleiben. Nun wird er konkreter.

Klaus-Michael Kühne
.
Oper in der HafenCity? Schon seit längerem beschäftigt Klaus-Michael Kühne der Bau einer neuen Hamburger Oper. © Christina Sabrowsky/dpa

Gemischte Reaktionen: Hamburger Senat lehnte Kühnes ersten Pläne für eine neue Oper ab

Kühne, der zu den reichsten Deutschen zählt, bezeichnet sich selbst als großer Oper-Fan. Der Bau einer neuen Stätte, die Hamburgs Status als „Musikstadt“ mehr als nur festigen soll – eine Herzensangelegenheit also. Das neue Schmuckstück soll in der HafenCity errichtet werden – schon jetzt ein Stadtteil, der Prestige-Objekt an Prestige-Objekt aneinanderreiht. Kühnes Pläne blieben bislang nur Ideen. Doch mit Carsten Brosda, seines Zeichens Hamburgs Kultursenator, hätte nach Spiegel-Berichten bereits der erste potenzielle Partner des Projektes erste Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Auch Staatsopern-Intendant Georges Delnon bekräftigte zuletzt gegenüber dem Abendblatt, dass „ein neues spektakuläres Opernhaus am Wasser“ für Hamburg, „Kultur, Musik und insbesondere die Oper – gerade nach Corona – ein starkes Signal“ sei. Eine Investition in ein neues Opernhaus sei „ein wichtiges Statement für die Hochkultur“, das Hamburg als Standort attraktiver machen würde.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sei derweil „eher zurückhaltend“, heißt es weiter in den Berichten des Spiegels. Der Senat lehnte jedenfalls die von Kühne formulierten Pläne ab. In einem Kommentar zweifelt etwa der NDR an Kühnes Expertise, angemessen die Qualität der Akustik der Staatsopern beurteilen zu können. Außerdem dürfe sich Hamburg nicht in weitere geschäftlichen Abhängigkeiten stürzen. Zumal Hamburg ohnehin schon den Ruf hätte, Gelder in neue Bauprojekte zu stecken, anstatt alte Bauten zu schützen und fördern.

Oper in Hamburg: Abriss „nie eine Voraussetzung“ – Kühne will Kultur und Wissenschaft zusammenbringen

Seine Hoffnungen, in Hamburg eine neue Oper bauen zu können, leben ungeachtet aller Reaktionen weiter. Gegenüber dem Abendblatt distanziert er sich von seiner ursprünglichen Idee, die Staatsoper in der Dammtorstraße abreißen zu wollen. Etwaige Pläne seien „nie eine Voraussetzung“ gewesen. Heute bezeichnet er sie als „eine Idee, um über eine Immobilienentwicklung die neue Oper gleich mitfinanzieren zu können“.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Stattdessen könnte die Oper zu einem „Musical-Theater“ umfunktioniert werden, während der neue Bau in der HafenCity in Zukunft eine „Kombination aus Oper und einem Wissenschaftszentrum“ symbolisiert. Damit bezieht er sich auf seine private Wirtschaftshochschule „Kühne Logistics University gGmbH“, die mit steigenden Studierendenzahlen auch einen neuen Campus benötigen würde. Eine neue Oper sieht er dahingehend als Chance, Kultur und Wissenschaft näherrücken zu lassen. Entsprechende Prüfungen stehen noch aus. Der letzte Stand: „Wir verhandeln mit der Stadt, aber es ist kompliziert und langwierig“.

Auch interessant

Kommentare