Die wirren Aussagen der Sängerin

Nena und ihre Anti-Corona-Agenda: Eine Übersicht

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Unverantwortlich und gefährlich: Seit über einem Jahr äußert sich Nena provokativ zur Corona-Politik. Das sind ihre Aussagen – von Juli 2020 bis August 2021.

Hamburg – Sängerin Nena möchte nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden. Doch ihre provokanten Aussagen geben nur selten Spielraum, zu einer anderen Schlussfolgerung zu kommen. Seitdem im März 2020 das Corona-Virus in Deutschland zu wüten begann, lösen zahlreiche Aussagen der Wahl-Hamburgerin mehr als nur Verwunderung aus.

Popsängerin:Nena
Geboren:24. März 1960, Hagen
Partner:Philipp Palm
Kinder:Larissa Kerner, Christopher Daniel Kerner, Simeon Kerner, Sakias Kerner, Samuel Kerner

Eine Nähe zur Querdenkerszene – mitsamt der Verbreitung von Verschwörungstheorien und der wiederholten Aufforderung die geltenden Corona-Maßnahmen zu torpedieren – ist nicht von der Hand zu weisen. Womit alles begann und durch welche Aussagen Nena immer mehr zur Persona non grata wurde – 24hamburg.de hat die Übersicht.

Juli 2020: Nena unterbricht Dankesrede für Konzert-Branche – „Ich übernehme jetzt!“

Das erste Mal auffällig wurde Nena, der eine Nähe zu Xavier Naidoo und Attila Hildmann attestiert wird, im Juli 2020. Bevor die Sängerin die Bühne betrat, ließ sich Radio-Moderatorin Nadja Gontermann den Anlass nicht nehmen, um auf die Corona-Pandemie und ihre resultierten Entbehrungen aufmerksam zu machen. Sie bedankte sich bei Helfern und der gesamten leidgeplagten Veranstaltungsbranche, die alternative Konzert-Konzepte möglich machen.

Ihre Dankesrede war noch längst nicht beendet, da griff ihr die Sängerin in das Mikrofon. Respektlos unterbrach Nena die Moderatorin mit den Worten „Danke, ich übernehme jetzt!“. Später entschuldigte sie sich in den sozialen Medien für ihr Verhalten. Sie hörte ihren Namen und „wollte einfach nur loslegen“. Bereits zu diesem Zeitpunkt ließ sich ihre Abneigung gegen die Corona-Maßnahmen jedoch nur schwer verheimlichen.

Oktober 2020: „Ich habe meinen gesunden Menschenverstand, der die Panikmache in alle Einzelteile zerlegt“

Im Oktober 2020 wird es kryptisch: Auf Instagram veröffentlicht Nena ein kurzes Video. Sie hält eine weiße, wehende Fahne in der Hand. In der Caption spricht die Sängerin von „Panikmache“ und, „dass der positive Wandel nicht mehr aufzuhalten“ sei. Im Wortlaut heißt es außerdem: „Ich habe meinen gesunden Menschenverstand, der die Informationen und die Panikmache, die von außen auf uns einströmen, in alle Einzelteile zerlegt.“

Zu diesem Zeitpunkt zog die Querdenkerszene, die vom Berliner Verfassungsschutz längst beobachtet wird, bereits durch die Straßen und verbreite ihre Propaganda über die „Lügenpresse“ – und eben „Panikmache“. Dass die in Hamburg wohnende Nena zum wiederholten Mal zum Rundumschlag gegen die Corona-Maßnahmen ansetzt, beklagen auch einige ihrer Instagram-Follower, die sich der Sängerin widersetzen.

März 2021: Nena bedankt sich für Anti-Corona-Demo in Kassel

Im März 2021 kommentierte Nena das Geschehen der Anti-Corona-Demo in Kassel auf ihre eigene Art und Weise. In einem Instagram-Post, musikalisch unterlegt mit dem Song „Was stimmt nicht?“ von den Sängern Jan und Xavier Naidoo, zeigte sich Nena solidarisch mit Querdenkern*: „Danke, Jan und Xavier. Danke Kassel!“

Seit Juli 2020 wettert Sängerin Nena gegen die Corona-Politik.

Juli 2021: „Holt euch eure Freiheit zurück“ – Nena torpediert erneut Corona-Maßnahmen

Ihr Konzert im Juli 2021 sorgte erneut für Schlagzeilen. Bei Nenas Konzert in Berlin, das aufgrund ihrer Aussagen wenig später abgebrochen werden musste, wird sie explizit: Sie habe die „Schnauze voll“ von den Corona-Maßnahmen. Immer wieder forderte sie ihre Fans auf die Abstandsregeln zu missachten und Richtung Bühne zu kommen. „Holt euch eure Freiheit zurück“, platzt es aus der Sängerin heraus.

Jeder könne „frei entscheiden“, die Corona-Maßnahmen zu beachten. Sie ergänzt: „Genauso wie sich jeder frei entscheiden kann, ob er sich impfen lässt oder nicht“. Es folgt ein weiterer denkwürdiger Ausspruch der Sängerin: „Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen.“ Noch bevor das Konzert seitens des Veranstalters abgebrochen wird, verlassen Fans freiwillig das Event. Kritik an die 61-jährige Sängerin lässt nicht lange auf sich warten: „Nena gefährdet uns alle“, sagte kürzlich erst Heinz Rudolf Kunze.

August 2021: „Ich werde keinen, keinen Millimeter zurückrudern“

Im August wetterte die Sängerin weiter gegen die Corona-Politik. Bei Nenas Konzert auf Rügen zeigte sie sich begeistert, dass Besucher nicht die bestehenden Regeln beachteten. Viele von ihnen trugen weder eine Maske, noch hielten sie sich an die Abstands- und Hygienevorschriften.

„Sagt mal Leute, hab ich irgendwie gesagt, dass ihr hier alle ganz nah und eng beieinander stehen sollt?“, fragte sie das dicht nebeneinander tanzende Publikum. „Ich hab es nicht gesagt, aber ich freu mich, dass ihr es tut!“

Am selben Tag lässt sie ihre Fans wissen, dass jeder machen könne, „was er will“ und unterstreicht ein Mal mehr, ihre Sicht auf die Corona-Maßnahmen. „Ich kann fühlen, dass ihr wisst, dass das, was ich gesagt hab, das ist, woran ich glaube. Und dass ich keinen, keinen Millimeter zurückrudern werde“. Auch weitere Konzertabsagen wie kürzlich in Bad Segeberg und Wetzlar werden Nena wohl kaum umstimmen können. Zukünftige Eklats sind also bereits vorprogrammiert. * 24hamburg.de und extratipp.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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