„Habe die Schauze voll davon“

Nena-Konzert abgebrochen: Sängerin regt sich über Corona-Regeln auf

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Das Berlin-Konzert von Nena, das am 25. Juli 2021 stattfand, wurde vorzeitig beendet. Der Auslöser: Auf der Bühne wütete die Sängerin gegen die Corona-Maßnahmen.

Berlin/Hamburg – Rund ein halbes Jahr nachdem sich Nena via Instagram solidarisch gegenüber der Querdenker-Szene gezeigt hatte*, sorgte die 61-jährige Wahl-Hamburgerin für einen weiteren Eklat. Auf einer Freilichtbühne neben dem Berliner Flughafen spielte sie am Sonntag, dem 25. Juli, ein Konzert. Wie ein virales Video auf Twitter nun belegt, zeigt sie nun ein weiteres Mal ihren Unmut über die Corona-Maßnahmen.

Sängerin:Nena
Geboren:24. März 1960 (Alter 61 Jahre), Hagen
Partner:Philipp Palm
Kinder:Larissa Kerner, Christopher Daniel Kerner, Simeon Kerner, Samuel Kerner, Sakias Kerner

Nena wütet gegen Corona-Maßnahmen – Veranstalter bricht Berlin-Konzert ab

„Ich habe die Schnauze voll davon“, so die Sängerin über Corona-Maßnahmen. Dann forderte die Sängerin die Konzertbesucher zur Missachtung der Regeln auf. Wenig später wurde das Konzert vorzeitig abgebrochen. Die Konzert-Reihe „Unter freiem Himmel“ machte das Open-Air-Konzert in Berlin möglich. Die Einhaltung von Corona-Auflagen sollte verhindern, dass sich das Corona-Virus weiter ausbreitet. In sogenannten „Cubes“, die mit einem ausreichenden Abstand auf dem gesamten Gelände verteilt waren, lauschten die Besucher dem Konzert.

Innerhalb dieser Boxen konnte sich eine bestimmte Anzahl von Menschen gleichzeitig aufhalten. Der Veranstalter spricht von einem Konzept, das „jedem seinen eigenen kleinen VIP-Bereich, seine eigene Box und ausreichend Platz an der frischen Luft“ zuspricht. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich die Veranstalter des diesjährigen Reeperbahn Festivals auf St. Pauli ähnliche Konzepte einfallen lassen.

„Holt euch eure Freiheit zurück“: Nena fordert ihre Fans auf, die Corona-Regeln zu brechen

Es dauerte jedoch nicht lange, bis sich die ersten Fans der Idee widersetzten. Angetrieben von Nena versammelten sich schon bald hunderte Fans vor der Bühne. Mit Parolen gegen die Corona-Politik mobilisierte Nena, die ähnlich wie Xavier Naidoo und Attila Hildmann immer wieder als Corona-Leugnerin in den Schlagzeilen ist, weitere Fans.

„Holt euch eure Freiheit zurück“, appelliert die Sängerin und zielt darauf ab, dass man sich ihrer Meinung nach nicht den Maßnahmen unterwerfen dürfe. Dass auch bei Open-Air-Veranstaltungen nachweislich Ansteckungsgefahr vor allem auch mit der Delta-Variante besteht, wie sich auch an der Rekord-Inzidenz in England nach den Spielen im Wembley Stadion zeigt*, bringt die wütende Nena nicht von ihrer Agenda ab.

Nena forderte ihre Fans bei einem Konzert auf, die Corona-Maßnahmen zu missachten. (Symbolbild)

Nena: „Ich hab‘ die Schnauze voll!“ – Veranstalter bricht Konzert vor Zugabe ab

Auch unmissverständliche Ansagen des Veranstalters, die das Konzert beenden wollten, würden ihre Fans nicht die Corona-Maßnahmen beachten, brachten keine Einsicht. Im Gegenteil: Unermüdlich wetterte sie weiter. Einige Buhrufe Richtung Konzertveranstalter begleiteten die Situation, als sie dem Publikum hämisch von den Worten des Veranstalters berichtet.

„Mir wird hier gedroht, dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure Boxen geht“. Schließlich lässt sie ihre Fans wissen, dass „jeder frei entscheiden“ dürfe, die Corona-Vorschriften zu beachten. „Genauso wie sich jeder frei entscheiden kann, ob er sich impfen lässt oder nicht“, bezieht sie im nächsten Moment Stellung zur Impfkampagne, die aufgrund der erhöhten Inzidenzwerte Impfungen ohne Termin in Hamburg ermöglicht. Ein denkwürdiger Ausspruch der Sängerin folgt: „Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen.“

„Holt mich mit der Polizei hier runter – I don´t fucking care“

Darüber hinaus verwies sie auf den Christopher Street Day, infolgedessen Hamburg auch vor dem „Santa Fu“ mit der Regenbogenfahne Farbe bekennt. So zogen kürzlich laut Medienberichten 80.000 Menschen in Berlin durch die Straßen. Der Sängerin zufolge wird dies als völlig in Ordnung angesehen, während sie und ihre Fans sich an Regeln halten sollten. Ihre Ansage dazu in wenigen Sätzen: „Schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter – I don’t fucking care! Ich hab‘ die Schnauze voll!“ Wenig später war das Konzert dann bereits vorzeitig Geschichte – in die es dank des Wirbels wohl auch eingehen wird. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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