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Neues Naturkundemuseum in Hamburg geplant – Standort steht fest

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Von: Kevin Goonewardena

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Hamburg bekommt wieder ein Naturkundemuseum. Mit dem Ausbau der HafenCity wachsen aber die Probleme in der Innenstadt weiter.

Hamburg – Das geplante neue Naturkundemuseum soll in der HafenCity Hamburgs entstehen. Das ist ein herber Schlag für die Hamburger Innenstadt, kommentiert etwa Matthias Iken, stellvertretender Chefredakteur des Hamburger Abendblatts. Denn statt der schwindenden Attraktivität der City etwas entgegenzusetzen, hat sich das verantwortliche Gremium nun für einen Standort im Elbtorquartier zwischen der Überseeallee, der Shanghaiallee und der Hongkongstraße entschieden.

250 Meter Fußweg sind es von dem Platz zum Internationalen Maritimen Museum, in unmittelbarer Nähe befindet sich auch die HafenCity Universität und zwei U-Bahnhöfe.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:Rund 1,9 Millionen
Stadtoberhaupt:Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD)

HafenCity in Hamburg immer attraktiver – dafür Leerstand in der Innenstadt

Im Jahr 2024 soll das Überseequartier eingeweiht werden. Etwa 600 Wohnungen und mehr als 4000 Büroarbeitsplätze, ein Einkaufszentrum, ein IMAX-Kino, mehrere Hotels, Kultureinrichtungen und ein neues Kreuzfahrtterminal – das Cruise Center HafenCity – werden dann mehr als 16 Millionen Besucher pro Jahr empfangen, schätzt Investor Westfield.

Die Hamburger Innenstadt verliert hingegen mehr und mehr ihre einstiegen Steckenpferde. Die ehemaligen Warenhäuser von Kaufhof und Karstadt Sport sind längst geschlossen und werden aktuell für eine Ausstellung von Repliken des britischen Streetart-Superstars Banksy respektive der durch die Hamburger Kreativgesellschaft initiierten Artstadt genutzt. Karstadt schließt zudem zum Jahresende den Anbau der Filiale Mönckebergstraße, das sogenannte Thalia-Haus.

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir nach langer, intensiver Suche ein neues, prominentes Zuhause für die Naturkunde in Hamburg gefunden haben. Das ist ein großer Erfolg für unseren Wissenschaftsstandort“

Katharina Fegebank (Grüne), Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Hamburg

Comeback nach 80 Jahren: Neues Naturkundemuseum Hamburg landet in der Hafencity

Das neue Naturkundemuseum in der HafenCity hingegen soll Teil des außeruniversitären Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) sein. Dessen Mitarbeiter an den Standorten Hamburg und Bonn untersuchen, wie sich die Vielfalt des Lebens weltweit verändert. In Zeiten des „rasanten Umweltwandels, vom Klima bis hin zu Lebensräumen und Lebewesen“, sei der Mensch „längst zu einem entscheidenden Faktor der Evolution geworden“, schreibt das LIB auf seiner Internetseite.

Mit der Errichtung des Museums bekommt Hamburg nach 80 Jahren erstmals wieder ein Naturkundemuseum. Das bis 1943 existierende Naturkundemuseum am Steintorwall wurde durch die sogenannte „Operation Gomorrha“ alliierter Bomber im Sommer 1943 zerstört. Ein Teil der naturkundlichen Sammlungen konnte jedoch gerettet werden. An der Stelle befindet sich heute die Innenstadt-Filiale des Elektrofachhändlers Saturn. Zwar gibt es mit dem „Museum der Natur“ eine Einrichtung mit naturkundlicher Sammlung, dort kann allerdings nur ein kleiner Teil ausgestellt werden.

Mögliche Außenansicht Naturkundemuseum Hamburg
Auch eine mögliche Außenansicht des Naturkundemuseums Hamburg haben die Teilnehmer des Academy for Architectural Culture-Workshop einst skizziert. © Academy for Architectural Culture

Naturkundemuseum in Hamburg: „Zentrale Lage und bemerkenswerte Strahlkraft“

Etliche Standorte für das neue Museum seien geprüft worden, darunter auch welche in der Hamburger Innenstadt. Der Standort HafenCity zeichne sich aber durch eine „zentrale Lage und bemerkenswerte Strahlkraft aus“, teilte eine Sprecherin der Wissenschaftsbehörde mit. „Außerdem ist der Ort des Baufelds repräsentativ, die Wegführung wasserseitig entlang der Elbtorpromenade lässt ein hohes Besucher:innenaufkommen erwarten.“ Der gewählte Platz könne auch zur „Vernetzung von Innenstadt und HafenCity“ dienen, findet man in der Behörde.

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Neues Hamburger Naturkundemuseum könnte „Evolutioneum“ heißen – Pläne ganz am Anfang

„Evolutioneum“ könnte das neue Haus heißen, hatte der wissenschaftliche Projektleiter, Biologieprofessor Matthias Glaubrecht, vorgeschlagen. Wann der geplante Neubau fertig sein wird, ist noch nicht bekannt. Zunächst startet nun die sogenannte Flächenbedarfsberechnung – die Ergebnisse wiederum bilden eine wichtige Grundlage für den anschließenden Architekturwettbewerb. (Mit Material der DPA)

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