Dürfen die das?

Ostern 2021: Halleluja! Hamburger Erzbistum bietet Gottesdienste an

  • Thanh Nguyen
    vonThanh Nguyen
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Kirchengänger können sich freuen: In Hamburg finden Präsenzgottesdienste über Ostern statt. Die Bitte von Angela Merkel? Das ignoriert das Erzbistum Hamburg weg.

Hamburg – Die Kirchen in Hamburg sagen NEIN zur Bundesregierung! Wie das Erzbistum Hamburg am Donnerstag mitteilte, werde man sich nicht an den neuen Corona-Maßnahmenkatalog der Regierung halten, der keine Präsenz-Gottesdienste zu Ostern zulassen wolllte.

Religiöse Organisation in Hamburg:Erzbistum Hamburg
Adresse: Am Mariendom 4, 20099 Hamburg
Fläche: 32.493 km²

In dem Beschluss des Corona-Gipfels* hieß es, dass Bund und Länder auf die Religionsgemeinschaften mit der Bitte zugehen wollen, „religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen“*. Dies ist nun geschehen, aber das Erzbistum Hamburg möchte dennoch zu Ostern Präsenz-Gottesdienste in den Gemeinden ermöglichen.

Generalvikar Ansgar Thim: „Ostern ist das höchste Fest der Christenheit“

„Wir nehmen die Bitte ernst und haben intern intensiv darüber beraten, ob und wie die Gottesdienste in der Heiligen Woche unter Einhaltung der Hygienekonzepte möglich sein können. Dabei haben wir bisherige Erfahrungswerte sowie den Diskussionsstand der Pfarrerkonferenz mit einbezogen und Ihre Hinweise aufgenommen“, so Generalvikar Ansgar Thim in einem offenen Brief.

Im vergangenen Jahr haben wir in unseren Kirchen zu Ostern keine Gottesdienste in Präsenz feiern können. Das wollen wir möglichst vermeiden. Im Vordergrund steht, dass wir kein unnötiges Risiko bzgl. des Infektionsgeschehens eingehen wollen. Wir gehen nicht leichtfertig oder sorglos mit der aktuellen Lage um. Das Infektionsgeschehen vor Ort wird nach wie vor im Blick behalten.

Generalvikar Ansgar Thim

„Ostern ist das höchste Fest der Christenheit. Die Freiheit der Religionsausübung ist ein hohes Gut. Für die Gläubigen sind der Kirchgang und die Feier des österlichen Triduums essentieller Bestandteil des eigenen Glaubenslebens und gerade in dieser Zeit ein großes Bedürfnis. Daher soll grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, die Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen unter starken Einschränkungen in Präsenz zu feiern – in Kirchen oder im Freien.“

Gottesdienste zu Ostern als Streaming-Angebot

Der Generalvikar wies in seinem Schreiben auf die Bedeutung des bewährten Hygienekonzepts für Gottesdienste im Erzbistum hin. „Die dringende Empfehlung lautet, den eigenen Gottesdienstbesuch gut abzuwägen.“ Es gäbe auch andere Möglichkeiten, das Osterfest zu begehen, unter anderem online.

Präsenzgottesdienste finden in Hamburg zu Ostern statt. Das teilte jetzt das Erzbistum Hamburg mit. (24hamburg.de-Montage)

Pastor Burkhard Senf von der Ev.-luth. Apostelkirche in Hamburg-Harburg erklärte gegenüber 24hamburg.de: „Wir werden unsere Gottesdienste an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag auf jeden Fall streamen. Außerdem werden wir gerade kreativ: Zur Diskussion steht z.B. eine Seelsorgehotline über die Feiertage einzurichten. Oder Seniorinnen eine kleine Aufmerksamkeit beziehungsweise eine „Hoffnungstüte“ zu Ostern vor die Tür zu stellen.

Und wir feiern trotzdem Ostern – online. Das kennen wir ja jetzt schon. Wir können auch im Lockdown beten und Gottes Nähe suchen. Und die tröstliche Botschaft ist: Wir glauben an einen lebendigen Gott, der versprochen hat uns nahe zu sein – gerade in Krisen. Das Motto von Ostern bleibt also: ‚Unsere Hoffnung lebt‘.“

Weitere Lockdown-Maßnahmen rund um Ostern

Pfarrer Karl Schulz von der St. Joseph Gemeinde in der Großen Freiheit sprach gegenüber 24hamburg.de vom „Gottesdienst-Verzicht als Stück Solidarität mit der ganzen Gesellschaft, die von Schließungen und Verboten betroffen ist.“ Grundsätzlich wäre es aber „sehr traurig“ gewesen, wenn die Kirchen über die Feiertage hätten zumachen müssen, „weil Ostern das höchste Kirchenfest ist“.

So sehen die Kirchenbänke zu Ostern hoffentlich nicht aus, sondern mit viel mehr Gläubigen, die das Osterfest gemeinsam begehen.

In den Gemeinden soll es aber nun möglich sein, mit einer begrenzten Zahl von Menschen und unter strenger Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln Gottesdienste in den Kirchen und im Freien zu feiern.

Worauf ist bei Gottesdiensten zu achten?

  • Begrenzte Teilnehmerzahl
  • Tragen einer medizinischen Mund-Nase-Bedeckung
  • Verzicht auf Gemeindegesang
  • Dokumentation der Anwesenden
  • Empfehlung eines Antigen-Schnelltest vor dem Besuch
  • Gottesdienst nicht länger als eine Stunde

Nichtsdestotrotz gilt von Gründonnerstag bis einschließlich Ostermontag das Prinzip „#WirBleibenZuhause“. Im Klartext: Private Zusammenkünfte sind in dieser Zeit im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt. * 24hamburg.de, kreiszeitung.de und msl24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Daniel Reinhardt

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