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Nach Suff-Unfall mit Schiff: Brücke für Monate dicht – A255-Sanierung auf Eis

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Von: Jan Knötzsch

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Bei einem Unfall mit einem Schiff, dessen Kapitän betrunken war, wurde die Freihafenelbbrücke stark beschädigt. Sie bleibt weiter dicht. Und das hat Konsequenzen.

Hamburg – Eine Bootsfahrt, die ist lustig. Eine Bootsfahrt, die ist schön – aber sie kann auch ganz schön ins Auge gehen. Dann, wenn man ganz schon einen im Kahn hat. Nein, kurz geht‘s hier mal nicht ums Schiff, sondern um den Alkoholwert. Denn diese Erfahrung musste gerade erst Ende Januar 2022 der Fahrer eines Schiffs in Hamburg machen. Rückblende: Über der Hansestadt Hamburg tobt an besagtem, schicksalhaften Tag für den Fahrer eines Schiffes, das unter niederländischer Flagge fährt, der Orkan „Nadia“ und sorgt für eine beträchtliche Zahl an Einsätzen der Feuerwehr Hamburg und der Hamburger Polizei sowie einige Schäden.

So auch an der Freihafenbrücke, an die das Schiff, das den Namen Lemsterland trägt, mit einem Führerhaus knallt. Seit dieser Kollision Ende Januar ist die Freihafenelbbrücke, die die Hafencity mit der Veddel verbindet, nicht mehr befahrbar. Und das hat Folgen für den Verkehr in Hamburg. Gravierende sogar.

Brücke in Hamburg:Freihafenelbbrücke
Baubeginn:1914 (kriegsbedingte Unterbrechung des Baus: 1917)
Eröffnung:1926
Länge:471 Meter

Schiffsunfall im Suff im Januar 2022. Freihafenbrücke beschädigt – seitdem kein STraßenverkehr auf der Brücke möglich

In Hamburg sind es die Bürgerinnen und Bürger inzwischen fast schon gewohnt, das auf den Straßen in und um die Stadt herum wenig bis gar nichts geht und die Staus immer länger werden. So lang, dass Hamburg wieder einmal Stau-Meister ist und seine Autofahrer und Autofahrerinnen 31 Prozent mehr im Stau stehen. Apropos Länge: Nimmt man die Staus 2021 in Hamburg zusammen, reicht die Blechlawine bis zum Südpol. Und das ist noch längst nicht das Ende der berühmten, so gerne zitierten Fahnenstange, wie auch Anjes Tjarks weiß. Der Verkehrssenator von den Grünen hat Hamburg prophezeit, dass die Stadt auf Jahrzehnte hinaus eine Dauerbaustelle bleiben werde.

Einsatz in Hamburg. Feuerwehr auf der Freihafenbrücke im Großeinsatz.
Am 29. Januar kollidierte das Schiff mit der Freihafenbrücke – jetzt hat der Unfall weitreichende Folgen für Hamburgs Straßenverkehr. © Rene Schröder

Weitere Staus sind also vorprogrammiert – vor allem, wenn man bedenkt, dass die B5 ein Jahr lang nur einspurig nutzbar sein wird, und es auch auf der Kölhlbrandbrücke an vier Wochenenden eng werden wird. Selbige soll bekanntlich bis 2030 abgerissen und durch einen Tunnel ersetzt werden – den sogenannten Köhlbrandtunnel. Für den stehen aber Finanzierung und Bau noch in weiter Ferne – während die Staus in Hamburg für Autofahrerinnen und Autofahrer längst die bittere, ganz offenbar wirklich nie endende Realität sind.

Suff-Unfall an der Freihafenbrücke: Drei Monate Sperrung – deswegen wird die Angelegenheit zum großen Ärgernis

Und jetzt kommt nach dem Suff-Unfall an der Freihafenbrücke – bei dem Kapitän und einem Baggerführer, der sich ebenfalls an Bord befand, wurde nach Angaben der Polizei ein Atemalkoholwert von rund 1,4 Promille festgestellt – noch ein weiteres Problem dazu, das so eigentlich gar nicht eingeplant war. Aufgrund des Zusammenpralls, den das Schiff und sein betrunkener Kapitän verursachten, ist dieses Problem aber leider nun unumgänglich. Denn die Folgen des Suff-Unfalls treffen Hamburgs Straßenverkehr länger, als es Verkehrssenator Anjes Tjarks sowie den Autofahrerinnen und Autofahrern in Hamburg lieb sein dürfte.

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Aktuell werden, so die Hafenbehörde HPA, die Schäden noch geprüft. Doch schon vor Abschluss dieser Prüfungen steht fest: Die Freihafenbrücke bleibt drei Monate lang dicht! Mindestens. Weil ein Querträger deformiert ist, ein Teil der markanten Stahlträgerkonstruktion ist komplett zerstört und obendrein auch noch eine Gasleitung beschädigt. Das Schlimme daran: Die Stecke über die Freihafenbrücke ist die Ausweichroute, wenn an den parallel verlaufenden Elbbrücken, die die Hamburger Innenstadt mit der Autobahn A1 verbindet, gebaut wird.

Genau das sollte ab März 2022 auf der A255 passieren, wo mit ersten Sanierungen bereits begonnen worden war. DIe liegen nun erst einmal auf Eis. Die Fortsetzung der A255-Sanierung nun verschoben werden müsse, sagte ein Sprecher der Autobahn GmbH Nord. Und das alles wegen des Suff-Schiff-Unfalls am 29. Januar 2022. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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