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Nach Sparkassenraub in Norddeutschland: SEK stürmt Wohnungen in Berlin

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Von: Elias Bartl

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Beamte des SEK-Hamburg stehen in der Wilhelmstraße in Harburg.
 Vier Monate nach einem millionenschweren Einbruch in eine Bank nahe Hamburg ist die Kriminalpolizei mit einer Razzia in Berlin gegen Verdächtige vorgegangen.  © Sebastian Peters

Ein spektakulärer Einbruch, eine Millionenbeute, eine große Fahndung: Im Fall eines Sparkassens-Coups in Norddeutschland kam es jetzt zur Großrazzia in Berlin.

Berlin/Norderstedt/Hamburg – Vier Monate nach einem millionenschweren Einbruch in eine Bank nahe Hamburg ist die Kriminalpolizei mit einer Razzia in Berlin gegen Verdächtige vorgegangen. Mehrere Wohnungen wurden am Freitagmorgen von Spezialeinsatzkommandos (SEK) und der Kripo durchsucht, wie ein Polizeisprecher in Bad Segeberg sagte. Unterstützt wurde die Polizei aus Schleswig-Holstein dabei von der Berliner Polizei.

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Nach Bankeinbrüchen in Hamburg und Norderstedt: Razzia gegen Familienclan

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge richtet sich die Razzia gegen Mitglieder eines bekannten arabischstämmigen Clans. Aus diesem Kreis stammten auch die Diebe der Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum und die Verdächtigen vom Diamanten-Diebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Durchsucht worden sein soll demnach auch ein Juweliergeschäft in Berlin-Charlottenburg.

Der Einbruch in die Sparkasse in Norderstedt nördlich von Hamburg im August war aufwendig geplant. Die Täter hatten im Mai unter einem falschen Namen eine Wohnung über dem Tresorraum der Sparkasse gemietet. Kaution und Miete wurden bar bezahlt. Von dort bohrten sie sich durch den Boden in den Raum mit den Schließfächern. Sie brachen mehr als 600 Fächer auf und stahlen Beute im Wert von mehreren Millionen Euro, in Medienberichten war von elf Millionen Euro die Rede. Die gemietete Wohnung zündeten sie an, um Spuren zu vernichten.

Aktenzeichen XY: 55 000 Euro Belohnung für Hinweise zum Bankeinbruch von Norderstedt

Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ berichtete über den Fall am Mittwoch. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) und die Staatsanwaltschaft Kiel setzten 55 000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen. Eine Bankmitarbeiterin hatte bereits im Frühjahr 2020 einen Mann bemerkt, der sich auffällig im Bereich vor dem Tresorraum umgesehen hatte. Die Polizei sucht mit Phantombildern und Bildern aus Überwachungskameras.

Möglicherweise gibt es Verbindungen zu einem versuchten Einbruch in eine Bank in Hamburg-Altona im Oktober 2020. In dem Fall nahm die Polizei im November einen Verdächtigen in Berlin fest, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Auch bei dieser Tat war ein großer Kernbohrer benutzt worden. Die Täter mussten allerdings ohne Beute flüchten. „Wir prüfen Zusammenhänge“, sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei.

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Immer mehr Straftaten durch kriminelle Clans: Spuren führen nach Berlin

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte: „Aufgrund der letzten Jahre kann es niemanden überraschen, dass bei derart spektakulären Straftaten auch immer wieder Spuren nach Berlin und zu bereits bekannten Protagonisten führen. Die Sprösslinge besagter Familie haben mehrfach bewiesen, dass sie zu kriminellen Handlungen fähig sind und sich auch von Verurteilungen nicht wirklich abschrecken lassen. Letztlich muss der eingeschlagene Weg, Gesetzesübertretungen konsequent zu verfolgen und Vermögen zu beschlagnahmen, weitergehen.“ (dpa) * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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