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Nach Flucht vor Ukraine-Krieg: FIFA-Schiedsrichter pfeift in Hamburg Amateurspiele

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Von: Jan Knötzsch

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In seiner Heimat hat er in der 1. Liga gepfiffen. Dann kam der Ukraine-Krieg. Schiedsrichter Denys Shurman flüchtete nach Hamburg – und pfeift jetzt hier.

Hamburg – Das Leid der Menschen durch den Ukraine-Krieg beschäftigt die ganze Welt. Und damit auch Hamburg. Nicht nur die Hamburger Messehallen sind zur „Übergangs-Heimat“ für Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs geworden. Auch immer mehr Menschen in Hamburg wollen Flüchtlingen privat Unterkünfte anbieten – so funktioniert das Ganze in Hamburg. Zuletzt hat Hamburg mit den Menschen im Ukraine-Krieg einmal mehr Solidarität bewiesen, als als Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine das russische Generalkonsulat in Hamburg in den Farben der Ukraine angestrahlt wurde – eine deutliche Botschaft an Russlands Präsident Wladimir Putin inklusive.

Und dann gibt es da noch die ganz besonderen Geschichten, die diese Ukraine-Flüchtlinge mit nach Hamburg bringen. Geschichten, die das Herz erwärmen. Die aufhorchen lassen. Und interessant sind. So wie die von Denys Shurman, einem 35 Jahre alten FIFA-Schiedsrichter aus der Ukraine, der vor dem Krieg nach Hamburg geflüchtet ist.

Vorm Ukraine-Krieg nach Hamburg geflüchtet: FIFA-Schiedsrichter Denys Shurmann leitet Spiele im Amateurfußball – hier feiert er Premiere

Der Mann weiß, was zu tun ist – nicht nur, wenn es darum geht, dem Kriegstreiben in seiner ukrainischen Heimat so schnell wie möglich zu entkommen. Nein, auch auf dem Fußballplatz – sonst hätte es der 35-Jährige fraglos sicher nicht geschafft, dass es sich mit dem Siegel rühmen darf, als Schiedsrichter im Weltfußballverband FIFA Spiele zu pfeifen. Wer das von sich behaupten kann, der muss schon was können. So wie auch die Fußballer des FC St. Pauli ebenso wie die des Hamburger SV etwas draufhaben müssen, um in der Zweiten Bundesliga spielen zu können – auch wenn Spötter dies vor allem beim HSV in Phasen längerer Erfolglosigkeit gern mal in Abrede stellen.

FIFA-Schiedsrichter Denys Shurman bei einem Spiel im Einsatz. Um ihn herum stehen Fußballspieler.
Der vor dem Ukraine-Krieg geflüchtete FIFA-Schiedsrichter Denys Shurman (Zweiter von rechts) wird künftig Spiele im Hamburger Amateurfußball leiten. © Ritzau Scanpix/imago

Auch nach der Flucht vor dem Ukraine-Krieg muss FIFA-Schiedsrichter Denys Shurman in Hamburg nicht ohne Fußball bleiben und darf Spiele leiten – doch die Ebene, auf der der 35-Jährige zum Referee und damit zum Mann wird, der 22 Kickern sagen darf, wo‘s lang geht, ist eine andere als vorher. Denys Shurman wird in Hamburg keine internationalen Matches als Unparteiischer leiten, sondern Spiele im Amateurfußball der Hansestadt Hamburg. Das hat der Hamburger Fußball-Verband (HFV) bekanntgegeben.

Vor dem Ukraine-Krieg geflüchtet: In seiner Heimat hat FIFA-Schiedsrichter Denys Shurmann 44 Mal in der Ersten Liga gepfiffen

Eine Geschichte, die so zustande gekommen ist: Der Fußball-Verband der Ukraine hat dem europäischen Fußball-Verband UEFA Hamburg als den neuen Aufenthaltsort von Denys Shurman, dem FIFA-Referee aus der Ukraine, weitergegeben. Die UEFA wiederum sprach beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor, ob man den Schiedsrichter denn nicht bitte „kurzfristig in den Spielbetrieb integrieren“ könne, berichtet der HFV. Gesagt, getan. „Wir als Verbands-Schiedsrichterausschuss des Hamburger Fußball-Verbands kommen dieser Aufgabe natürlich sehr gerne nach“, sagt der Schiedsrichter-Ausschuss-Vorsitzende des HFV, Christian Soltow.

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Und so wird Ukraine-Kriegsflüchtling Denys Shurman, der nach Angaben des Hamburger Fußball-Verbandes perfekt Englisch spricht, 44 Spiele in der ersten Liga der Ukraine geleitet hat und auf europäischer Ebene war der Ukrainer zuletzt im vergangenen Dezember beim „UEFA Youth League“-Spiel von Borussia Dortmund gegen Besiktas Istanbul im Einsatz war, nun Spiele im Hamburger Amateurfußball leiten. Das erste davon in der Oberliga am 2. April, wenn der SV Curslack-Neuengamme auf den TSV Buchholz trifft. Drei Tage später dann in der Landesliga bei der Partie Raspo Uetersen gegen TuRa Harksheide drei Tage später sein. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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