Vogelschutz

Nach Chaos auf der Alster: Hamburg schreitet ein

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
    schließen

Auf den Wasserstraßen der Alster herrscht regelmäßig Chaos – auch in den Uferbereichen. Vögeln und Pflanzen fehlt nötiger Schutz. Jetzt greift Hamburg ein.

Hamburg – Welcher Hamburger kennt es nicht? An einem sonnigen Wochenendtag ist die Alster überflutet von Seglern, Kanu-Fahrern und Stand-up-Paddlern. Alle nutzen das kalte Nass zum Abkühlen oder Sport machen und lassen dabei ihre Umgebung häufig außer Acht. Aus dem Grund werden die eigentlich geschützten Uferbereiche der Alster zu oft mit Wasserfahrzeugen befahren.

Christian Dahlke, seines Zeichens Sportberater und Rudertrainer, wies bereits vor einigen Wochen vor allem auf die Gefahren für die Hobbysportler hin: „Wenn es so weitergeht, gibt es bald Tote“, sagte er dem Hamburger Abendblatt und forderte den Hamburger Senat auf: „Die Stadt muss jetzt für die Alster handeln.“ Und genau das tut sie jetzt. Hamburg greift bei dem Chaos auf der Alster ein.

Fluss in Hamburg:Alster
Länge:56 Kilometer
Fläche:587 km²
Quelle:Henstedt-Ulzburg

Ein Zusammenschluss aus BUND, NABU, und der Aktion Fischotterschutz hat das Projekt „Lebendige Alster“ auf die Beine gestellt: Als Folge dessen werden in Zukunft Pflanzeninseln die Uferbereiche der Alster abschirmen und Menschen von diesen fernhalten.

Schwimmende Grünflächen sollen Uferbereich der Alster in Hamburg schützen

Die schwimmenden Grünflächen sollen die Flachwasserbereiche der Alster schützen, die häufig von Alster-Besuchern zum Einstieg ins Wasser genutzt werden. Am 15. Juli wurden die Pflanzeninseln gemeinsam mit dem sogenannten Schwanenvater Olaf Nieß angebracht. Er ist maßgeblich für die Betreuung der über hundert Alsterschwäne verantwortlich.

Unachtsamkeit am Alsterufer: Hamburg will Pflanzen und Tiere besser schützen. (24hamburg.de-Montage)

Das Ziel der Wassermauern ist, die Lücke zwischen den bereits vorhandenen Steinwällen zu schließen. Auf diese Weise sollen die Kanufahrer und Stand-up-Paddler nicht mehr in die fragilen Bereiche eindringen können. Das Projekt bietet dort nistenden und brütenden Vögeln einen gewissen Schutzraum, der ihnen bisher fehlte. Auch Jungfischen und anderen Kleintieren wird durch die ins Wasser ragenden Wurzeln Schutz und Lebensraum geboten.

Pflanzeninseln auf der Alster werden mit schön blühenden Pflanzenarten bestückt

Die schwimmenden Pflanzeninseln wurden mit Blutweiderich und Schwertlilien bestückt. Sobald diese im nächsten Jahr zu blühen anfangen, wird das Alsterufer in den schönsten Pink- und Lila-Tönen erstrahlen. Ausgewachsen werden die Pflanzen von der Höhe her ungefähr die gleiche Dimension erreichen wie die bereits vorhandenen Schilf- und Röhrichtzonen – damit wird das Alsterufer ein stimmiges Bild abgeben.

Der wichtige Wasseraustausch mit dem offenen Bereich der Alster wird nicht unterbrochen, da die Wellen auch unter den schwimmenden Inseln hindurchlaufen können. Und so wird wird dem Chaos auf der Alster wenigstens ein bisschen Einhalt geboten. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Angerer/IMAGO & Daniel Reinhardt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare