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Nach Bürgerprotesten: Bau von 300 Wohnungen gestoppt!

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Wohnungskonzern Vonovia will mehrere hundert Wohnungen in Hamburg errichten. Eine Bürgerinitiative ließ den Bau jetzt stoppen.

Hamburg – In ganz Deutschland herrscht seit Jahren Wohnraumknappheit, vor allem in den Großstädten wird dieser aber gebraucht. Doch die Freiflächen sind rar und die Kommunen können der nicht abreißenden Nachfrage an Wohnraum kaum hinterherkommen. Gleichzeitig steigen die Preise für Immobilien immer weiter an und auch die Mieten kennen seit Jahren nur noch einen Weg: Nach oben. So haben sich etwa die Mieten in der Hansestadt in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Der umstrittene Wohnungsbaukonzern Vonovia, der zuletzt rund 87 Prozent der Anteile an Konkurrent Deutsche Wohnen erworben hatte* und sich seit Jahren scharfer Kritik im Umgang mit Mietern und in Bezug auf den Zustand seiner Immobilien ausgesetzt sieht*, wollte nun im sogenannten Eisenbahnerviertel in Eidelstedt nach verdichten. 300 Wohnungen waren dort geplant, doch eine Anwohnerinitiative stoppte den Bau.

Anzahl Wohnungen in Hamburg:976.700 (Stand Ende 2020)
Neu fertiggestellte Wohnungen 2020:11.269
Dav on geförderte Wohnungen:3472 (rund 31 Prozent)
Zuwachs der fertiggestellten Wohnungen seit 2019 in Prozent:rund 15 Prozent

Baustopp des neuen Quartiers: Unterschriftenaktion vorerst erfolgreich – Arbeiten auf Eis

Wohnungen im Stadtteil Eidelstedt in Hamburg
Ruhige Wohnungen im Stadtteil Eidelstedt in Hamburg. © imago

Wie der NDR berichtet, befürchteten die Mitglieder der Initiative „Eisenbahnerviertel retten – Vonovia stoppen“ zum einen die Entstehung eines neuen sozialen Brennpunktes in dem Hamburger Stadtteil. Außerdem gehen den involvierten Bürgern die Pläne Vonovia in Bezug auf den Erhalt des bestehende Grüns nicht weit genug. Zu den bisherigen 600 Wohnungen sollten neben den 300 geplanten auch neue Kitas, Arztpraxen, Einzelhandel und ein Quartiersbüro hinzukommen, so der Norddeutsche Rundfunk. Der jetzige Baustopp sei als erster Erfolg des Bürgerbegehrens zu werten, schreibt die TV- und Rundfunkanstalt auf ihrer Website.

„Trotz widriger Witterung, Corona-Beschränkungen und Feiertagen haben wir den ersten Schritt gemacht, werden mit gleicher Energie fortfahren“

Uwe Koßel, Initiative Eisenbahnerviertel retten – Vonovia stoppen

Zu dem Baustopp geführt haben 2.082 gesammelte gültige Unterschriften, die das erreichen des sogenannten Drittel-Quorums darstellen. Das bedeutet konkret: Ist ein Drittel der von einem Bürgerbegehren benötigen Stimmen erreicht, greift eine Sperrwirkung. Bis zum Ablauf der Sammelfrist müssen alle Aktivitäten eines Vorhabens auf Eis liegen. Das ist nun geschehen.

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Eisenbahnerviertel Eidelstedt: Auch SPD hat Vorbehalte gegen Vonovia-Pläne

Auch aus der SPD, die in der Bezirksverwaltung Eimsbüttel in der Opposition sitzt, kommen Vorbehalte gegen das Projekt des Vonovia-Konzerns. Fraktionschef Gabor Gottlieb sagte dazu, dass die Partei zwar zum Wohnungsbau stehe, „aber Nachverdichtung sollte nicht auf Kosten der Menschen in Eidelstedt gehen“.

Damit die Bautätigkeiten nicht wieder aufgenommen, sondern endgültig gestoppt werden, müsste die Initiative bis Mitte April insgesamt 6250 gültige Stimmen gesammelt haben. *24hamburg.de , merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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