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Musikszene in Hamburg: Stadt vergibt 2 Millionen Euro als Corona-Hilfe

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Von: Steffen Maas

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2 Millionen Euro Fördergelder schüttet die Stadt Hamburg an die durch Corona arg gebeutelte Musikszene aus. So eine Hilfe gab es im vergangenen Jahr bereits.

Hamburg – Nur wenige Branchen haben so sehr in der Corona-Pandemie gelitten: Auflagen, Kontakt-Beschränkungen oder Auftrittsverbote sorgten bei Musikern und Betrieben der Szene für starke Einbußen und Existenzangst. Für viele ist es nun mit einem halbwegs normalen Veranstaltungssommer allerdings nicht getan – Spätfolgen beeinträchtigen noch immer Kunst und Künstler in Hamburg. Deshalb belebt die Behörde für Kultur und Medien das Förderprogramm „Hamburg Music Business Support“ wieder und zahlt insgesamt bis zu 2 Millionen Euro für Projekte von Hamburger Musikern und Unternehmen.

Name:Behörde für Kultur und Medien (BKM)
Leitung:Dr. Carsten Brosda (SPD)
Sitz:Brandenburger Haus, Hohe Bleichen 22, 20354 Hamburg
Haushaltsvolumen:330 Millionen Euro (Stand: 2019)

„Hamburg Music Business Support“: Förderprogramm für Musiker in der zweiten Auflage

Spätfolgen, das sind etwa schleppende Vorverkäufe, Preissteigerungen sowie Personal- und Ressourcenmangel. Die machen es „immer noch alles andere als leicht, erfolgreich Konzerte zu veranstalten“, weiß Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Daher haben seine Behörde und er den „Hamburg Music Business Support“ für eine zweite Runde reaktiviert.

Elbjazz Festival im Hamburger Hafen.
Im Sommer 2022 sieht die Musikwelt schon fast wieder normal aus – wie hier beim Elbjazz im Hafen. Doch weil die Szene immer noch unter Spätfolgen von Corona leidet, gibt es jetzt eine erneute Finanzspritze der Stadt Hamburg. © Markus Scholz/dpa

Das Förderprogramm existierte schon im Jahr 2021 und half während des Corona-Ausnahmezustandes mit einem Gesamtvolumen von 5 Millionen Euro vielen Musikschaffenden in der Hansestadt Hamburg über die Runden. Von 24Hamburg.de auf eine kleine Zusammenfassung der ersten Runde angesprochen, berichtet Kulturbehörden-Sprecher Enno Isermann von 50 Hamburger Musikern und Betrieben, denen finanziell geholfen werden konnte.

Förderprogramm: Finanzielle Hilfen gegen Personalmangel und Fachkräfteschwund

Oft stand dabei die Bindung und Weiterbildung des Personals im Fokus: So wurden mit der finanziellen Unterstützung Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt, damit die Branche nicht durch die ausgefallenen Konzerte zum Erliegen kommt, sondern Personal vorhanden ist, um die Neuplanung der Veranstaltungen anzugehen. Ein wichtiger Schritt, um das Abwandern von Fachkräften zu minimieren, zu dem es in anderen Branchen gekommen ist.

Weitere Beispiele für geförderte Projekte sind laut Sprecher Isermann etwa eng mit der Zukunftsfähigkeit der Szene verknüpft: Weiterbildungen in Digitalisierungsthemen und Aufbau digitaler Projektmanagementstrukturen sowie Förderungen zum Aufbau streamingtauglicher Infrastruktur für soloselbstständige Techniker. Wie 2021 ergänzt auch die zweite Runde des Programms die bestehenden Bundeshilfen und schafft zusätzliche Sicherheit.

Finanzspritze im Kampf um das wirtschaftliche Überleben

„Während viele Hilfsprogramme auf Bundesebene auslaufen, ist unsere Branche nach wie vor in einer sehr schwierigen Lage. Unternehmen und Soloselbstständige in allen Teilbereichen der Musikwirtschaft kämpfen weiterhin ums wirtschaftliche Überleben und blicken mit großer Unsicherheit in die Herbst- und Wintersaison“, unterstreicht Timo Wiesmann, Geschäftsführer von „Hamburg Music“, die enorme Wichtigkeit der Finanzspritze.

Wer bekommt das Geld?

Antragsberechtigt sind nichtstaatliche kulturelle Betriebe der Hamburger Musikwirtschaft, also kleine und mittlere Hamburger Musikunternehmen sowie im Haupterwerb in der Musikwirtschaft tätige Soloselbstständige, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Lage geraten sind.

Gefördert werden Projekte mit kulturellem Bezug, die diese Unternehmen befähigen, mit angepasstem oder neuem Geschäft aus der Corona-Krise zu kommen. Dabei kann es beispielsweise um die Neuplanung ausgefallener Musikveranstaltungen, Veröffentlichungen oder Kampagnen gehen, um die Stabilisierung laufender Projekte oder um Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Musikbetrieben in Krisen.

Bis zu 90 Prozent der Kosten entsprechender Projekte können übernommen werden. Die maximalen Förderbeträge reichen von maximal 10.000 Euro für Soloselbstständige bis zu maximal 300.000 Euro für größere Musikbetriebe.

„Daher freuen wir uns, dass wir gemeinsam mit der Kulturbehörde das weltweit einzigartige Programm ‚Hamburg Music Business Support’ neu auflegen konnten – ein wichtiger Baustein, um langfristige Schäden am Ökosystem Musikwirtschaft zu verhindern und wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen. Mit Programmen wie diesen unterstreicht Hamburg seinen Status als eine der weltweit bedeutendsten Musikstädte“, so der Chef der Interessensvertretung der Hamburger Musikwirtschaft.

Timo Wiesmann und Hamburg Music spielten und spielen beim Förderprogramm eine zentrale Rolle: „Durch die direkte Vernetzung in die Branche wurde frühzeitig deutlich, dass es auch 2022 schwerwiegende Auswirkungen auf fast alle Teilbereiche der Musikwirtschaft durch die Corona-Pandemie geben wird“, erläutert Behördensprecher Enno Isermann gegenüber 24Hamburg.de. Die positiven Rückmeldungen aus der Szene sowie der reibungslose Ablauf rund um die Antragsverfahren waren dabei starke Signale für eine Neuauflage des Programms.

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Für Senator Carsten Brosda bedeutet das Programm vor allem eine Möglichkeit, der Szene etwas zurückzugeben „Seit dem weitgehenden Wegfall der Corona-Beschränkungen können wir wieder großartige Konzerte in Hamburg erleben. Dies verdanken wir zum einen der vielfältigen Musikszene der Stadt, aber auch dem großen Mut und der Leidenschaft für die Musik der Veranstaltungswirtschaft.“ Anträge auf Förderung können ab 15. Juli 2022 auf der Homepage von Hamburg Music eingereicht werden.

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