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Corona in Hamburg: Eine Stadt versinkt im Dreck

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Im Corona-Lockdown stapelt sich auf Hamburgs Straßen der Müll. Die Hansestadt erstickt im Dreck, Container quellen über. Kurzarbeit bei der Stadtreinigung?

Hamburg – Das Coronavirus hat Deutschland weiter fest im Griff. Seit wenigen Tagen gilt bundesweit deshalb auch eine neue Homeoffice-Verordnung. Wer kann, soll bis mindestens 15. März von zu Hause aus arbeiten, um die Möglichkeit einer Infektion möglichst gering zu halten.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Vorwahl:040

Daher sind derzeit viel mehr Menschen zu Hause als normalerweise und das spiegelt sich auch in der Müllproduktion wider. In den Wohngebieten sammelt sich der Müll, weil die Abfalltonnen überquellen. Im Hamburger Stadtteil Ottensen ist es besonders schlimm.

Ein Mitarbeiter der Waste-Watcher steht vor einer Reihe voller Papp-Container in Hamburg. Daneben ein Ausschnitt von einem Müllhaufen.
Im Corona-Lockdown gibt es für die Waste-Watcher viel zu tun. Hamburger versinkt im Müll. (24hamburg.de-Montage) © Hanno Bode/imago images & Hoch Zwei Stock/Angerer/imago images & Lars Berg/imago images

Hamburger Stadtteil Ottensen wird zum Müll-Hotspot

Viel zu volle Mülltonnen, Pappe auf dem Boden, Müllsäcke am Straßenrand und jede Menge To-Go-Becher: All das findet man derzeit besonders häufig im Hamburger Stadtteil Ottensen. Der Bezirk Altona im Hamburger Südwesten ist während des Corona-Lockdowns zu einer Art Hotspot für Müll und Abfälle geworden. Besonders im Bereich rund um den Altonaer Bahnhof stapelt sich der Müll vor den Papp- und Glascontainern. Mehrmals die Woche muss die Stadtreinigung die Abfallbehälter in den Hotspots in Altona entleeren, um Platz für neuen Müll zu schaffen.

Wegen des vielen Müll hätten sich bereits die Anwohner beschwert, sagte Kay Goetze, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg im Interview mit der Hamburger Morgenpost. Weil viele Leute im Homeoffice arbeiten würden und auch sonst viel zu Hause seien, verlagert sich der Müll in die Wohngebiete. Bis zu fünfmal die Woche müssen die Müllcontainer in der Scheel-Plessen-Straße und der Behringstraße derzeit entleert werden, so Goetze.

Hamburg: Überall in der Stadt quellen die Papp-Container über

Ein besonders großes Problem sind auch die Papp-Container in Hamburg. Denn die Menschen bestellen derzeit viel mehr Waren nach Hause als in der Vergangenheit. Da die Läden derzeit wegen des neuerlichen strengen Corona-Lockdowns geschlossen sind, bleibt den Hamburgern auch kaum etwas anderes übrig. Das Problem ist nur, dass die Menschen die großen und sperrigen Kartons oft nicht zerkleinern. Dann nehmen sie zu viel Platz im Abfallcontainer ein und deshalb quellen diese schnell über.

Dafür wurden laut Hamburger Morgenpost nun sogar extra Mitarbeiter eingestellt. Diese sollen die Pappen in oder vor allem vor den Behältern zerkleinern, bevor die Stadtreinigung zum Abholen der Pappe vorbeikommt. Außerdem sei die Hamburger Stadtreinigung derzeit mit Sondertouren in den Stadtteilen unterwegs, um dem Mehranfall von Müll gerecht zu werden. Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte die Hamburger Müllabfuhr mitgeteilt, dass die rund 18.000 Mülltonnen in der Stadt wegen Corona viel häufiger geleert werden. Dies sei insbesondere auch wegen der vielen To-Go-Becher und Essensverpackungen notwendig. In Stuttgart gibt es ein ganz anderes Problem. Dort kann Pappe derzeit nicht abgeholt werden, weil die Mitarbeiter in Quarantäne sind. Das berichtet bw24.de.

Müll in Hamburg: Waste-Watchers verteilen Bußgelder an Müllsünder

Um dem Müllchaos in der Stadt entgegenzuwirken, gibt es in Hamburg schon seit ein paar Jahren die sogenannten „Waste-Watchers“. Diese Ordnungshüter spüren Müllsünder in der Hansestadt auf und verteilen Bußgelder an die Schmutzfinken. Bürger, die vom Müll genervt sind, können besonders zugemüllte Ecken in Hamburg allerdings auch direkt bei den Waste-Watchers oder der Stadtreinigung melden. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Ordnungswidrigkeiten bezüglich Müll in Hamburg übrigens deutlich an.

Die Müllsünder-Jäger gaben bis Dezember 2020 laut Mopo insgesamt 5725 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen sogenannte „wilde Müllablieferung“ in Auftrag. Das waren circa doppelt so viele wie noch im Jahr 2019. Da waren es nämlich nur 2433 Verfahren im ganzen Jahr gewesen. Deshalb sollen die Waste-Watchers in Zukunft auch noch stärker eingesetzt werden. Schon vergangenen Jahr wurde das erhöhte Müllproblem der Stadt Hamburg deutlich, damals hatte die CDU die Schuld bei der Stadtreinigung gesucht. Und traurigerweise werden auch immer wieder Tiere in Hamburg in Mülleimern entsorgt. Erst kürzlich wurden zwei Hundewelpen in einem Mülleimer entdeckt. 24hamburg.de und bw24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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