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Mitten in der Hitzewelle: Vermieter dreht Bewohnern das Wasser ab

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Von: Steffen Maas

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Wegen dringender Reparaturarbeiten sollen Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Hamburg zehn Tage lang ohne warmes und kaltes Wasser auskommen – trotz Gluthitze.

Hamburg – So dringend können „dringende Reparaturarbeiten“ eigentlich nicht sein: Während in Hamburg Hitzerekorde geknackt werden, entscheidet sich ein Vermieter dazu, einem Mehrfamilienhaus im Hamburger Stadtteil Sankt Pauli den Hahn zuzudrehen. Zehn Tage lang soll es tagsüber zur Unterbrechung der Wasserversorgung kommen – kein warmes oder kaltes Wasser! Den Aushang zu dieser Maßnahme postet ein empörter Mieter auf Twitter, wie t-online zuerst berichtete.

Stadtteil:St. Pauli
Bezirk:Hamburg-Mitte
Einwohner:21.803
Fläche:2,3 Quadratkilometer

Hitzewelle in Hamburg – und dann ist das Wasser weg

„Kita Sommerferien, Kinder zuhause, Rekordhitze, Sonne knallt auf die Fassade… Aber wenigstens haben wir die nächsten 10 Werktage tagsüber kein Wasser“, schreibt der Anwohner zum beigefügten Bild des Informationsschreibens und fasst die Herausforderungen eines wasserlosen Haushaltes im Sommer in Hamburg damit direkt zusammen.

Vom 18. Juli 2022 bis zum 27. Juli 2022 soll die Maßnahme laut Aushang dauern. Mieter werden gebeten in dieser Zeit „alle Zapfstellen geschlossen zu halten“. An Werktagen stehe aufgrund der Unterbrechung der Wasserversorgung von 7 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags „zeitweilig kein Warm- und Kaltwasser zur Verfügung.“

Bauarbeiten: Mieter in St. Pauli sollen sich Wasservorrat anlegen

„Was super passt, wenn man abends und nachts arbeitet“, freut sich der Twitter-User ironisch, weil er wahrscheinlich genau zu den Bauarbeiten zu Hause ist und dann – ganz altmodisch geschätzt – sicher auch mal gerne duschen würde.

Wegen Reparaturarbeiten dreht ein Hamburger Vermieter das Wasser mitten in der Hitzewelle ab
Wegen Reparaturarbeiten dreht ein Hamburger Vermieter das Wasser mitten in der Hitzewelle ab. © Petra Schneider/Isai Hernandez/imago/Montage

Aber Pustekuchen. Denn weder Dusche noch Waschmaschine und Geschirrspülmaschine sollen werktags laufen. Stattdessen wird den Anwohnern geraten, sich „gegebenenfalls einen Wasservorrat anzulegen“. Immerhin: Für das Verständnis wird sich bei den Mietern bedankt.

Vermieter erklärt: Bewohner wurden vorher über Arbeiten informiert

Vermieter des Hauses ist die SAGA, wie t-online herausgefunden hat. Auf deren Anfrage erklärte Unternehmenssprecher Gunnar Gläser, dass „derzeit eine zwingend notwendige Erneuerung der Wasserleitungen durchgeführt“ würden. Da diese einen längeren Vorlauf hätten, konnte offenbar keine Rücksicht auf die durch die Hitzewelle entstandenen Herausforderungen der Mieter genommen werden.

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Diese seien zudem rund zwei Wochen vorher schriftlich informiert worden, um entsprechend ihre Tagesabläufe zu ändern, führt Gläser weiter aus. Immerhin etwas Glück im Unglück scheint es für die Bewohner dann doch zu geben: Am Mittwoch, 20. Juli 2022, kündigte Gläser an, dass die Arbeiten im Laufe des Tages frühzeitig abgeschlossen seien und „die Wasserversorgung wieder dauerhaft hergestellt“ ist. Bei solchen Eskapaden vielleicht eine wertvolle Information: Das Amtsgericht Hamburg entschied zuletzt, dass Mietern bei dauerhafter Hitze in der Wohnung eine Mietminderung zusteht. Für Wasserknappheit gilt das sicher auch.

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