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Demo Hamburg heute: Internationaler Frauentag – Hamburgerinnen kämpfen mit

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Von: Kevin Goonewardena

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Seit mehr als 100 Jahren gibt es den internationalen Frauentag. Dass dieser auch heute noch nötig ist, liegt an uns allen. Wo heute in Hamburg Frauen auf die Straße gehen.

Hamburg – Vor über 100 Jahren kam die Idee eines Internationalen Frauentags erstmals durch sozialistische Aktivisten und Kämpferinnen für Frauenrechte auf, begangenen wurde der Tag erstmals 1909. Damals noch Ende Februar und nur in den USA. Demonstriert wurde für die Einführung des Frauenwahlrechts, denn Frauen waren 1909 und noch einige Jahre mehr von der Stimmabgabe ausgeschlossen. In den USA war Frauen das Wählen ihrer Abgeordneten dann ab 1920 möglich, in Deutschland wurde das Recht 1918 in der Verfassung verankert. Bereits 1906 erließ Finnland, damals noch Teil Russlands, entsprechende Gesetze und wurde so zum ersten Land weltweit, in dem Frauen nicht nur passiv das Recht zugestanden wurde, zur Wahlurne zu gehen.

Auch in Hamburg finden heute einige Demos zum Internationalen Frauentag statt. 24hamburg.de bietet eine Übersicht.

Name:Internationaler Frauentag
Wann:08. März
Gesetzlicher Feiertag in Deutschland:Berlin (seit 2019)

Internationaler Frauentag: Erste Demo in Hamburg startet heute um 11:00 Uhr – Warnstreiks in Hamburger Kitas

Am heutigen internationalen Frauentag, Weltfrauentag oder Frauenkampftag, wie der Tag auch genannt wird, finden auch in Hamburg Demonstrationen, mit dem Ziel auf die weltweite Lage von Frauen aufmerksam zu machen und an der bestehenden Situation etwas zu ändern, statt. Der Startschuss fällt um 11:00 Uhr an der Elbphilharmonie, mit einem Streikzug zum Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof.

Demonstrierende halten während einer Kundgebung vor der Elbphilharmonie Schilder mit der Aufschrift „“Mehr braucht mehr“.
Hamburg: Verdi ruft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst am Internationalen Frauentag zu einem Warnstreik in der laufenden Tarifrunde vor der Elbphilharmonie auf. © Georg Wendt/dpa

Die Demo fällt in den Zeitraum der Tarifverhandlungen im Bereich Sozial- und Erziehungsdienst. Beschäftigte in diesem Bereich sind von ver.di aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und sich an der Demonstration zu beteiligen. Aus diesem Grund kommt es heute in Hamburger Kitas zu Warnstreiks.

Demo Hamburg heute: Bündnis 8. März ruft zu Sternmarsch am Frauentag auf – Abschlusskundgebung am Jungfernstieg

Das „Bündnis 8. März Hamburg“ ruft für den frühen Abend des internationalen Frauentages zu einem Sternmarsch in Hamburg auf. Von insgesamt 5 Startpunkten aus ziehen unterschiedliche Demonstrationszüge, die jeweils unter einem anderen Motto stehen, ab 16:30 Uhr Richtung Jungfernstieg, wo um 17:30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Startpunkte sind dabei zentrale Punkte wie Hamburg-Sternschanze, der Gerhard-Hauptmann-Platz oder der Bahnhof Dammtor.

Dabei werden Femizide und Gewalt gegen Frauen, die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit, das Patriarchat oder Rechte und Problematiken von FLINTA* -Personen thematisiert. FLINTA* steht dabei für Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen.

Internationaler Frauentag: In vielen Ländern Feiertag – in Deutschland nur in Berlin

Seit 1921 wird der internationale Frauentag einheitlich am 8. März begangen. Beschlossen wurde die Festlegung auf diesen Tag bei der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau. Seitdem ist der 8. März internationaler Gedenktag, in manchen Ländern auch gesetzlicher Feiertag. Dazu gehören, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, etwa Angola, Aserbaidschan, Belarus, Eritrea, Georgien, Kasachstan, Kambodscha, Madagaskar, Russland, Sambia, Uganda, die Ukraine oder Vietnam. Dass diese Länder von sozialistischen Parteien regiert werden oder wurden, ist dabei kein Zufall. In Deutschland ist der 8. März lediglich in Berlin ein gesetzlicher Feiertag, und zwar seit 2019.

Femizide: In Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau ermordet, weil sie eine Frau ist

Mehr als 100 Jahre später hat sich in Sachen Gleichberechtigung für Frauen in Deutschland und weltweit nicht allzu viel getan. Der Umstand, dass Frauen im wahrsten Sinne des Wortes gefährlicher Leben noch nicht mit einbezogen. In Deutschland starben, das berichtet unter anderem der NDR, alleine 2020 139 Frauen durch einen sogenannten Femizid.

Oder anders: 2020 wurde in Deutschland alle 2,6 Tage eine Frau aufgrund ihres Geschlechts durch ihren Partner oder Ex-Partner umgebracht. Denn Femizid bezeichnet die Tötung einer Frau oder eines Mädchens aus dem Grund eine Frau oder ein Mädchen zu sein. Auch darauf werden beim heutigen internationalen Frauentag wieder Millionen Frauen weltweit aufmerksam machen.

Gewalt gegen Frauen: Ein globales Problem – und oft ein rechtsradikales

Für Südafrika würden die deutschen Zahlen eine erhebliche Verbesserung der Zustände bedeuten: In Südafrika wird alle drei Stunden eine Frau getötet, alleine 40.000 Vergewaltigungen zur Anzeige gebracht. 27 Millionen Südafrikaner gaben demnach an, schon einmal eine Frau vergewaltigt zu haben. Die Täter entspringen dabei allen Schichten, gehören unterschiedlichen Ethnien an, haben unterschiedliche Hautfarbe.

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Ein Umstand, der auch für Deutschland gilt und konträr zu dem von Rechten verbreiteten Narrativ verläuft, dass ausländische Mitbürger häufiger Gewalt gegen Frauen ausüben. Mehr Vergewaltigungen durch Zuwanderung? Die Wahrheit sieht anders aus. Die Gewalt gegen Frauen und der Hass, dem diese entspringt, ist keineswegs so weit weg, wie beispielsweise regelmäßige Berichte über Gruppenvergewaltigungen in Indien suggerieren könnten. Das Problem äußert sich vielfältig, ist ein globales – und häufig ein rechtsradikales. Denn: Gewalt gegen Frauen steigt mit dem Grad ihrer Emanzipation.

Internationaler Frauentag: Frauen kämpfen gegen den Gender Pay Gap

Immer noch leisten Frauen nicht nur sogenannte Care-Arbeit, sondern vor allem auch mehr unbezahlte. Wenn Frauen für eine Tätigkeit bezahlt werden, dann bekommen sie im Schnitt in Deutschland 18 Prozent weniger Lohn und Gehalt als Männer im gleichen Job mit gleicher Qualifikation. Den Unterschied in der ungleichen Bezahlung nennt man Gender-Pay-Gap. Dieser ist in Westdeutschland wesentlich größer als in den neuen Bundesländern, wie Daten des Statistischen Bundesamt für das Jahr 2020 belegen. So verdienten in den alten Bundesländern Frauen im Schnitt 20 Prozent, in den neuen Bundesländern nur 6 Prozent weniger.

In manchen Branchen ist der Unterschied größer als in anderen, etwa in der Medienbranche. Frauen bekommen hier im Schnitt 23 Prozent weniger Gehalt für ihre Arbeit, als Männer, wie die taz berichtet. Aufmerksam machen auf den geschlechterspezifischen Gehaltsunterschied soll seit einigen Jahren der Equal Pay Day. Dieser wird einen Tag vor dem internationalen Frauentag, also am 7. März, gefeiert. Das ist auch nötig, denn die Lohnlücke blieb in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr weiterhin unverändert. *24hamburg.de, merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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