Katastrophe in der katholischen Kirche

Missbrauch-Skandal: Wirft Papst den Hamburger Bischof Heße raus?

  • Johannes Nuß
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Ein Missbrauchs-Gutachten rückt Hamburger Erzbischof Stefan Heße in schlechtes Licht. Heße schreibt in einem offenen Brief: „Ich übernehme meine Verantwortung.“

Update von Freitag, 19. März 2021, 11:51 Uhr: Hamburg/Köln – Nach der Vorstellung des Gutachtens zum Missbrauch-Skandal im Kölner Erzbistum, ist in der katholischen Kirche nichts mehr so wie es zuvor war. Bischofs-Beben in Deutschland! Bis nach Hamburg ist es zu spüren: Erzbischof Stefan Heße will zurücktreten und die Frauen jubeln schon.

Römisch-katholische Diözese:Erzbistum Hamburg
Diözesanbischof:Stefan Heße
Gründung:1994
Dekanate:17

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, begrüßt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), dass Heße Fehler eingeräumt und dem Papst seinen Amtsverzicht angeboten habe. Bedauerlich sei es jedoch, dass es dazu des am Donnerstag veröffentlichten Gutachtens bedurfte, das den Erzbischof in die Ecke gedrängt habe, sagte die Vorsitzende des kfd-Diözesanverbands Hamburg, Gabriele Semrau, der dpa. „Wir erwarten von einem Kleriker, einem Seelsorger, dass er eine moralische Verantwortung übernimmt und sich auch seiner Schuld als Mensch und Christ bewusst wird.“

Missbrauchs-Gutachten: Hamburger Erzbischof Stefan Heße bietet Rücktritt an

Erstmeldung von Donnerstag, 18. März 2021, 18:09 Uhr: Köln/Hamburg – Dem Hamburger Erzbischof Stefan Heße werden in einem Gutachten zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln elf Pflichtverletzungen vorgeworfen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, bot Heße am späten Donnerstagnachmittag, 18. März 2021, Papst Franziskus seinen Rücktritt an.

„Um Schaden vom Amt des Erzbischofs sowie vom Erzbistum Hamburg abzuwenden, biete ich Papst Franziskus meinen Amtsverzicht an und bitte ihn um die sofortige Entbindung von meinen Aufgaben“, sagte Heße am Donnerstag in einer persönlichen Erklärung. Der Strafrechtler Björn Gercke hatte dem früheren Personalchef im Erzbistum Köln elf Pflichtverletzungen vorgeworfen. Dabei handele es sich unter anderem um Verstöße gegen die Melde- und Aufklärungspflicht.

Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln: „Ich habe mich nie an einer Vertuschung beteiligt.“

Heße musste sich in seiner Funktion als Personalchef und Generalvikar im Erzbistum Köln mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester auseinandersetzen. Heße bestritt bisher die bereits in anderem Zusammenhang gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße wird mit dem Missbrauchsskandal des Erzbistums Köln in Verbindung gebracht. Er hat Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten. (Symbolbild, 24hamburg.de-Montage)

„Ich habe mich nie an Vertuschung beteiligt“, sagte Heße laut dpa. Er sei aber dennoch bereit, seinen Anteil für das Versagen des Systems zu tragen. Er war am 14. März 2015 als Erzbischof nach Hamburg gewechselt.

Katholische Kirche und der Missbrauchsskandal: 800 Seiten starkes Gutachten vorgelegt

Gercke legte am Donnerstag ein 800 Seiten starkes Gutachten vor*, das berichtet 24rhein.de. Die Auswertung der Akten von 1975 bis 2018 habe unter anderem ergeben, „dass sich Jahrzehnte offenbar niemand getraut hat, solche Fälle zur Anzeige zu bringen“, kritisierte er.

Missbrauchsskandal: Kardinal Rainer Maria Woelki entbindet vorläufig Mitarbeiter

Nach der Vorstellung des Gutachtens erklärte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, zwei Mitarbeiter vorläufig von ihren Dienstpflichten zu entbinden: Dominikus Schwaderlapp, früher Generalvikar des Erzbistums und heute Weihbischof, sowie Günter Assenmacher, als Offizial unter anderem für Kirchen-gerichtliche Angelegenheiten zuständig. Schwaderlapp teilte mit, dass er Papst Franziskus bereits seinen Amtsverzicht angeboten habe.

Ein erstes Gutachten einer Münchner Kanzlei war von Woelki unter Verschluss gehalten worden, wofür er rechtliche Bedenken anführte. Dieses Verhalten Woelkis hatte eine Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum ausgelöst. * 24hamburg.de und 24rhein.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa & Rolf Vennenbernd/dpa

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