Durch Lockdown und Hygieneauflagen

Miniaturwunderland, Dungeon und Co.: Überleben Hamburgs Attraktionen?

  • VonUlrike Hagen
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Hamburger Attraktionen wie Dungeon, Miniatur Wunderland und Co. leiden unter Corona. Zu wenig erlaubte Besucher sowie Corona-Hygieneauflagen bringen Existenznot.

Hamburg – Sie sind unsere heißgeliebten Publikumsmagneten neben Elphi und Dom. Die Hamburger Stadt-Attraktionen Miniatur Wunderland, Dungeon, Jumphouse und Co.. Aber: Wie lange gibt es sie noch? Die Betriebe kämpfen seit der Corona-Pandemie um ihre Existenz.

Während trotz hoher Inzidenz Dänemark alle Corona-Regeln zum Oktober abschafft, quält sich Hamburg immer noch mit harten Einschränkungen und Sperrstunden durch die Monate. Und es wird nicht besser: Der Inzidenzwert steigt steil und kontinuierlich und Bürgermeister Tschentscher fordert nun gar die PCR-Testpflicht für Ungeimpfte.

Museum in Hamburg:Miniatur Wunderland
Adresse:Kehrwieder 2/Block D, Speicherstadt
Öffnungszeiten: Täglich von 07:00 bis 01:00 Uhr
Anzahl der Beschäftigten:360

Auch die Abstands- und Maskenpflicht soll bis zum Frühjahr 2022 Bestand haben. Das ist vor allem für die Indoor-Freizeit- und Kulturbranche bitter: Im Miniatur Wunderland beispielsweise finden durch die Quadratmeter-Beschränkungen derzeit nur 350 bis 400 Personen zugleich Einlass – statt bis zu 1200 Personen zeitgleich vor Corona. Auch im benachbarten Hamburger Dungeon-Gruselkabinett dürfen die Erlebnis-Gruppen nur noch ein Viertel so groß sein wie 2019.

Die Killer für die Hamburger Attraktionen: Quadratmeter-, Abstands- und Corona-Test-Auflagen

Seit rund zwei Monaten sind die größte Modelleisenbahnanlage der Welt und auch das Gruselhaus nebenan in der Speicherstadt nach dem zweiten Lockdown zwar immerhin wieder geöffnet. Doch wie alle Kultureinrichtungen in Innenräumen wäre das Überleben ohne staatliche Hilfen kaum möglich. Obendrauf kommt die Angst vor der vierten Welle und einem weiteren Lockdown im Herbst.

Miniatur Wunderland, Dungeon und Jump House: Angst vor nächstem Lockdown

„Es ist enorm schwer, unternehmerisch sinnvoll zu planen, wenn man nicht weiß, ob man auf Dauer geöffnet bleiben wird“, sagt auch der Geschäftsführer der beliebten Jump Houses in Poppenbüttel und Stellingen Florian Ruckert gegenüber dem Abendblatt. Auch die Testpflicht für Nicht-Genesene oder -Geimpfte, so Ruckert, sei „durchaus eine große Hürde, die nicht jeder bereit ist zu nehmen“. Und die Beschlüsse nach der Bund-Länder-Konferenz mit kostenpflichtigen Corona-Tests und strengeren Regeln für Ungeimpfte werfen lange Schatten auf das Geschäft der Indoor-Freizeit-Attraktionen in Hamburg.

Schutzwände, Abstands-Verkehrsteppich und nur 35 Prozent Auslastung. Corona macht der Hamburger Attraktion, dem Miniatur Wunderland zu schaffen.

Lockdown und Kurzarbeit: Hamburger Attraktionen laufen die Arbeitskräfte weg

Wie auch die Hamburger Restaurants und Bars, von denen einige schon wegen Corona schließen mussten, haben auch die Indoor-Freizeiteinrichtungen zusätzlich damit zu kämpfen, dass ihre Mitarbeiter sich inzwischen andere, krisensichere Jobs gesucht haben – und neue Arbeitskräfte schwer zu finden sind. Aufgrund der Corona-Beschränkungen sind viele Betriebe immer noch in Kurzarbeit und sind darauf angewiesen, Neueinstellungen von der Agentur für Arbeit genehmigen zu lassen.

Hamburger Attraktionen bangen – und hoffen inzwischen auf das nächste Jahr

Die zunächst stark sinkenden Inzidenzen in den vergangenen Monaten hatten den Betreibern zunächst Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität gemacht. Auf die Rückkehr zu wieder höheren Besucherzahlen, kalkulierbaren Umsätzen und verlässlichen Arbeitsverträgen. Aber nun, da sogar der Hamburger Sommerdom 2021 aufgrund der hohen Inzidenz die Gäste-Anzahl extrem verringern muss und der sich weiter ausbreitenden Delta-Variante sinken diese Chancen. Es bleibt nur noch die Hoffnung auf das nächste Jahr. Und auch wenn sich die Betreiber noch vom Staat sehr gut unterstützt fühlen, schreiben sie weiter rote Zahlen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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