Kritik an Prestigeobjekt

1,5 Millionen Steuerverschwendung? Neues Wasserrettungszentrum an der Alster eröffnet

Die für das Bauprojekt zuständigen Männer stehen auf einem Schlauchboot an der Alster.
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1,5 Millionen Euro für neues Wasserrettungszentrum an der Alster – Steuerverschwendung, oder notwendig?
  • Elias Bartl
    VonElias Bartl
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Neues Wasserrettungszentrum an der Alster eingeweiht. Sinnvolle Investition in die Sicherheit der Hamburger oder Lobbyprojekt der DLRG?

Hamburg – Nach über fünf Jahren Bauzeit, Kosten von mehr als 1,5 Millionen Euro und heftiger Kritik am Bau des neuen Wasserrettungszentrums an der Alster, wurde das Prestigegebäude am Montagvormittag von Finanzsenator Dressel und Innensenator Grote feierlich eröffnet.

DLRG unterstützt Wasserrettung auf der Alster: Feuerwehr weiterhin federführend

Von Mai bis Oktober sollen hier nun an Wochenenden die Hobbyretter der DLRG die Hamburger Feuerwehr unterstützen und Präsenz zeigen. Bis zu sechs Retter werden laut Heiko Mählmann, Präsident des DLRG-Landesverbandes Hamburg, 24 Stunden bereitstehen, um für Sicherheit auf der Alster zu sorgen.

In der Woche und die restliche Zeit des Jahres werden weiterhin die Retter der Freiwilligen Feuerwehr Pöseldorf, zusammen mit der Berufsfeuerwehr die primäre Abdeckung der Wasserrettung übernehmen. Als Rechtfertigung für den Neubau nennen Finanzsenator Dressel und Innensenator Grote trotz sinkender Notfallzahlen auf der Alster die hohe Auslastung des Hamburger Binnengewässers durch die Freizeitsportler, die auch in diesem Jahr für reichlich Chaos auf der Alster sorgten.

Innensenator muss sich Genörgel von DLRG Präsident anhören – „Mir ging der Bau nicht schnell genug“

Heiko Mählmann, Präsident des DLRG-Landesverbandes Hamburg.

In der Ansprache von Heiko Mählmann, wird schnell das eigentliche Bestreben des DLRG-Präsidenten klar „Ich war mehrfach im Büro des Innensenators und er musste sich mein Genörgel anhören“, sagte er. Ihm ging der Bau nicht schnell genug. Gegenüber einem 24hamburg.de-Reporter gibt er zu „Ja, ich bin Stolz auf dieses Projekt, da es von mir persönlich initiiert wurde“.

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Den Anstoß für das Projekt gab DLRG-Präsident Mählmann bei einer gemeinsamen Bootsfahrt mit Finanzsenator Dressel auf der Alster im Jahre 2016.

Lobbyarbeit für die DLRG? – Senatoren Grote und Dressel weisen Vorwürfe klar zurück!

Es gehe der DLRG auch darum, wie an anderen Hamburger Standorten Präsenz zu zeigen und die DLRG zu repräsentieren. Ob für die Alsterpräsenz der DLRG an sommerlichen Wochenenden jedoch 1,5 Millionen Euro Steuergeld wirklich notwendig sind, bleibt ein Rätsel. Die Senatoren Grote und Dressel verteidigen das Millionenprojekt und weisen die Vorwürfe einer Lobbyarbeit für die DLRG entschieden zurück.* 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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