Teures Wohnen

Mietpreis-Hammer: 6 Hamburger Stadtteile selbst für Durchschnittsverdiener zu teuer

  • Tomasz Gralla
    VonTomasz Gralla
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In Hamburg müssen immer mehr Einwohner über 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufbringen. Dabei sind einige Stadtteile besonders teuer.

Hamburg – Die Online-Maklerplattform Homeday hat eine Auswertung vorgelegt, der zufolge immer mehr Menschen in deutschen Großstädten einen immer größeren Teil ihres Nettogehalts für die Miete ausgeben. Auch in Hamburg wird das Wohnen immer teurer. In einigen Stadtteilen der Hansestadt liegt die Wohnkostenbelastung gar bei über 35 Prozent.

ZeitpunktDurchschnittlicher Mietpreis in Euro pro Quadratmeter in Hamburg
2. Quartal 202111,59
1. Quartal 202111,54
4. Quartal 202011,46
3. Quartal 202011,32
2. Quartal 202011,22
1. Quartal 202010,94

Hamburger Mieten immer teurer – diese Stadtteile sind besonders betroffen

Hamburger müssen laut der Auswertung in 20 Stadtteilen mehr als 30 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für die Miete ausgeben. In den besonders teuren Vierteln – HafenCity, Harvestehude, St. Georg, Ottensen, Groß Flottbek und Rotherbaum – liegt die Belastung sogar bei weit über 35 Prozent.

Diese Zahlen sind vergleichbar mit einer ähnlichen Berechnung des Immobilienportals Immowelt, die ebenfalls zu dem Schluss kam, dass in Hamburg im Schnitt 36 Prozent des Haushaltsnettogehalts für die Miete ausgegeben wird. Experten raten dazu, nicht mehr als 30 Prozent des Einkommens für die Warmmiete auszugeben.

Neue Wohnung in St. Georg in Hamburg an der Alstertwiete sind ebenfalls von den Mietpreis-Hammer betroffen

„Der Durchschnittsbürger kann sich das Wohnen in vielen unserer Großstädte nicht mehr leisten“, schlussfolgert Homeday-Chef Steffen Wicker. „Die Wohnkosten steigen schneller als das Einkommen vieler Menschen.“

Zur Berechnung verglich Homeday das durchschnittliche Einkommen (in Hamburg verdient ein Doppelverdienerhaushalt im Schnitt 4.629 Euro) mit der durchschnittlichen Miete in den jeweiligen Stadtteilen.

Haus kaufen in Hamburg? Tilgung dauert Jahrzehnte

Wer nun denkt, dass der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses eine preisgünstige Alternative wäre, sollte es sich insbesondere in einigen Hamburger Stadtteilen zweimal überlegen, denn die Tilgung kann sehr, sehr lange dauern.

Homeday geht in der Berechnung, wie lange es dauert, den Kaufpreis eines Hauses zurückzuzahlen, davon aus, dass großzügige 40 Prozent des Nettoeinkommens für die Tilgung aufgebracht werden. In den Top Ten der am wenigsten erschwinglichen Stadtteile Deutschlands ist Hamburg gleich viermal vertreten: Eine vollständige Tilgung dauert in Nienstedten 40 Jahre, in Harvestehude und Uhlenhorst jeweils 43 Jahre und in Rotherbaum 46 Jahre.

Günstig wohnen in Hamburg – und fern der Hansestadt

Dass die Mietpreise in naher Zukunft stagnieren, geschweige denn sinken, ist nicht zu erwarten. Der Wohnraum in den Städten wird immer knapper und die Coronapandemie hat auch zu einer Miet- und Kaufpreissteigerung in ländlichen Regionen geführt, denn immer mehr Menschen haben in Zeiten des Lockdowns und Homeoffice Zuflucht außerhalb der Stadt gesucht.

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Dennoch: In den Randbezirken Hamburgs ist das Wohnen im Vergleich wesentlich erschwinglicher als in den Luxusstadtteilen, logischerweise. Und das, obwohl die Immobilienpreise im Hamburger Umfeld ebenfalls anziehen. Und wer aus Finanzierungsgründen überlegt, aus Hamburg wegzuziehen, dem sei Ostdeutschland oder das Ruhrgebiet nahegelegt. Für weniger als 20 Prozent des Durchschnittseinkommens, so berichtete sz.de, lässt es sich in Leipzig, Magdeburg und Chemnitz sowie Dortmund, Essen oder Duisburg zur Miete leben. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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