1. 24hamburg
  2. Hamburg

Mieten-Hammer in Hamburg: Binnen zehn Jahren verdoppelt – wer kann sich das leisten?

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Hamburg ist eine der beliebtesten, aber auch teuersten Städte Deutschlands zum Wohnen. Der Mietspiegel macht deutlich, wie extrem sich die Preise verändert haben.

Hamburg - Eine Faustregel besagte früher einmal, dass ein Haushalt rund ein Drittel seines Einkommens für Miete aufwenden muss – das galt als normal. Mittlerweile müssen Bürger oft tiefer in die Tasche greifen, um die monatlichen Mietkosten ihrer Wohnung oder ihres Hauses abdecken zu können. Und bei diesen Kosten bleibt es natürlich nicht. Das Wohnen in der Stadt wird immer teurer, das ist schon lange kein Geheimnis mehr.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:rund 1,9 Millionen (Stand Dezember 2020)
Stadtoberhaupt:Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister)

Der neue Mietspiegel für Hamburg, der nun vorgestellt wurde, zeigt: Auch 2021 kletterten die Mieten weiter nach oben. Selbst ohne genaue Zahlen ließe sich der Anstieg verdeutlichen. Denn Wohnen in Hamburg ist soviel teurer geworden wie seit mehr als 20 Jahren nicht.

Mietpreise Hamburg: Höchster Anstieg seit 1997 in der Hansestadt

Seit 2019, seit der letzten Veröffentlichung des alle zwei Jahre erscheinenden Mietspiegels, ist die Nettokaltmiete in Hamburg um durchschnittlich 7,3 Prozent auf 9,29 Euro je Quadratmeter angestiegen. Das berichtet die „Hamburger Morgenpost“. Im Jahr 2019 lag die durchschnittliche Nettokaltmiete noch bei 8,66 Euro, was einem Anstieg um 2,6 Prozent gegenüber des vorherigen Mietspiegels (2017) entsprach.

Zu sehen ist eine Aufnahme der Kundgebung „Mietenmove! - Mietenwahnsinn stoppen!“ auf dem Hamburger Rathausplatz.
Viele Bürger schließen sich in Initiativen zusammen oder nehmen an Demonstrationen oder Kundgebungen teil, um gegen die Mietsteigerungen zu protestieren. Die Kundgebung „Mietenmove! - Mietenwahnsinn stoppen!“ auf dem Hamburger Rathausplatz ist nur ein Beispiel hierfür. (Symbolbild) ©  Markus Scholz/dpa

Der Mietspiegel bildet dabei die Grundlage für flächendeckende Mieterhöhungen durch die Vermieter und zeigt: seit 1997 gab es keinen prozentual höheren Anstieg. Lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis der Top-Mietwohnungen – das sind die obersten fünf Prozent, wie es der „Wohnmarkt Report Hamburg“ des Immobilienunternehmens Cushman & Wakefield zeigt – im Jahr 2000 bei Erstvermietung bei 11,25 EUR, betrug er 2020 22,30 Euro. Das ist ein Plus von 98 Prozent.

Das Portal Immowelt konnte bei der Untersuchung von 100.000 Inseraten aus dem Zeitraum 2009-2019 für Hamburg eine Preissteigerung von 42 Prozent feststellen. Das heißt: Die Mieten sind hier innerhalb eines Jahrzehnts um fast die Hälfte gestiegen.

Mietenspiegel Hamburg: Mieten von mehr als 550.000 Wohnungen untersucht

Relevant sind in Hamburg Wohnungen, deren Miete nicht preisgebunden ist und deren Miete sich in den vergangenen sechs Jahren verändert hat. Das heißt, dass günstige Sozialwohnungen, die der Mietpreisbindung unterliegen oder Wohnungen mit älteren Bestandsmieten, nicht zu den untersuchten Wohnungen gehören. Die Daten der rund 563.000 Hamburger Wohnungen, auf die die Kriterien zutreffen, flossen in den Mietspiegel 2021 ein.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Die Gründe für den enormen Anstieg liegen in dem hohen Anteil von sogenannten Neuvertragsmieten aus, die mit 46 Prozent fast die Hälfte der Mieten ausmachen und höher als Bestandsmieten liegen würden. Auch Sanierungskosten und die gestiegenen Kosten für Neubauten, unter anderem wegen den zurzeit hohen Rohstoffpreisen, würden wieder auf die Mieter umgeschlagen.

Auf diesem Wege tragen sie zu den steigenden Mieten bei. Und auch die generell hohe Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt treibe die Preise des Angebots hoch.

Wohnungsbau: SPD will Mieter weiter „konsequent“ schützen – Kritik von der Linken

Dorothee Stapelfeldt (SPD), Senatorin für Stadtentwicklung, sieht die hohen Nettokaltmieten als mahnenden Ansporn „nicht nachzulassen in unseren Anstrengungen, den Mietenmarkt mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu entlasten“. Stapelfeld sprach davon, dass der Senat sich weiterhin „konsequent“ für den Schutz der Mieter einsetzen wolle.

Von der Fraktion der Linken gab es Kritik. Der Anstieg der Mieten zeige, dass „die konsequente Wohnungsbaupolitik des Senats konsequent in die falsche Richtung geht“, so Heike Sudmann (Linke). Sie forderte wie ihre Partei, dass der Senat der Hansestadt* das Angebot geförderter Wohnungen ausbaue. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare