Evakuierung

Gerettete aus Afghanistan: Mehr als angekündigt sind jetzt in Hamburg

  • Sebastian Peters
    VonSebastian Peters
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19 statt 17 gerettet Menschen aus Afghanistan wurden mit dem Bus von Frankfurt am Main nach Hamburg gebracht. Die Bundeswehr hat den Transport organisiert.

Hamburg/Kabul – Gerettete aus Afghanistan eingetroffen: Unter dem Blick zahlreicher Kameras sind die geretteten Menschen, die am Mittwochmorgen, 18. August 2021, gegen 4:00 Uhr in Frankfurt am Main mit einem Flugzeug der Lufthansa gelandet sind, in Hamburg-Rahlstedt angekommen.

Gerettete aus Afghanistan angekommen: 19 anstatt 17 Geflüchtete in Hamburg angekommen – darunter 7 Kinder

In der Einrichtung, die in der Straße „Zum Höltigbaum“ mitten im Industriegebiet von Rahlstedt liegt, sind nun insgesamt 19 Personen anstatt 17 angekommen.

Mit einem Reisebus sind die 19 geretteten in Hamburg angekommen.

Unter den 19 befinden sich insgesamt 7 Kinder im Alter zwischen drei und dreizehn Jahren, die der Ungewissheit und dem Chaos in Kabul entkommen* konnten.

Gerettete Afghanen in Hamburg eingetroffen: „Es war eine sehr emotionale Reise“

„Es war eine sehr emotionale Reise“, sagte Stabsfeldwebel Simone Rieke, die die geflüchteten Afghanen auf der Busfahrt nach Hamburg begleitete.

Am Anfang sei die Atmosphäre gespannt gewesen. Dann hätten die Afghanen in Gesprächen, bei denen zwei Ortskräfte übersetzten, schnell Vertrauen gefasst. Sie hätten immer wieder betont, wie froh und dankbar sie für ihre Rettung seien.

Der Hamburger Senat hatte in der Landespressekonferenz bereits angekündigt, dass Hamburg insgesamt 250 Personen aus Afghanistan aufnimmt.

Angehörige liegen sich vor dem Ankunftszentrum in den Armen.

Die 132 Personen, die in Frankfurt am Main angekommen sind, wurden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt. Niedersachsen erklärte sich bereit, 400 geflüchtete Personen aufzunehmen.

Geflüchtete aus Afghanistan: Nach Ankunft in Frankfurt am Main auf Corona getestet und Identitäten festgestellt

In Frankfurt sei zunächst geprüft worden, wer die Menschen seien und wo sie hin sollten, sagte der Sprecher der Bundeswehr Hamburg. Zudem seien sie auf das Coronavirus getestet worden.  

Insgesamt waren etwa 130 Passagiere an Bord – die meisten Deutsche oder Angehörige anderer Staaten, die ohne Formalitäten ein- oder weiterreisen konnten. Der Airbus 340 der Lufthansa kam aus Taschkent, der Hauptstadt von Usbekistan. Zuvor hatte ein Transportflugzeug der Bundeswehr die Menschen aus Afghanistans Hauptstadt Kabul ausgeflogen.

Weitere Flugzeuge mit Geretteten aus Afghanistan angekündigt – Busse nach Hamburg unterwegs?

Bereits am Mittwoch sind zwei weitere Flugzeuge angekündigt, die ebenfalls Geflüchtete aus Afghanistan nach Frankfurt am Main bringen werden. Ob am Donnerstag oder den folgenden Tagen weitere Afghanen nach Hamburg gebracht werden, konnte das Landeskommando zunächst nicht sagen.

Auch andere Bundesländer bereiten sich darauf vor, kurzfristig mehrere Tausend ausgeflogene Afghanen aufzunehmen.

Geflüchtete aus Afghanistan erzählen während der Busfahrt nach Hamburg von der turbulenten Reise

Während der achtstündigen Busfahrt nach Hamburg hätten die Evakuierten von ihrer Odyssee berichtet. Riek wollte aber den Inhalt dieser Gespräche nicht wiedergeben. Die vergangenen Tage seien für sie sehr anstrengend gewesen.

Alle hätten angegeben, dass sie sich weiter Sorgen um ihre Angehörigen machten, die nun unter der Herrschaft der radikalislamischen Taliban leben müssen.

Evakuierungseinsatz der Bundeswehr aus Afghanistan nach Deutschland nimmt endlich Fahrt auf

Nach dem chaotischen Start vom Montag nimmt der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan Fahrt auf. Militärmaschinen vom Typ A400M pendeln nun zwischen Kabul und Taschkent. Sie flogen bis Mittwochabend insgesamt mehr als 600 Menschen aus.

Die Bundesregierung brachte zugleich die rechtliche Grundlage für den Einsatz auf den Weg. Nach dem vom Kabinett beschlossenen Mandatsentwurf sollen bis zu 600 Soldaten bis spätestens Ende September im Einsatz sein. Für die Operation werden etwa 40 Millionen Euro veranschlagt.

Afghanistan-Experte des Auswärtigen Amts ist in Katar als Unterhändler für Verhandlungen mit den Taliban

Vor allem für die ehemaligen afghanischen Ortskräfte der Bundeswehr und der Bundesministerien ist die Lage in Kabul dramatisch. Die Taliban lassen sie an den Kontrollpunkten am Flughafen nicht passieren.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat deswegen den Afghanistan-Experten des Auswärtigen Amts, Markus Potzel, nach Katar geschickt, um dort mit Unterhändlern der Taliban zu sprechen. Das erste Treffen brachte aber keine Ergebnisse. * (mit Material der dpa) 24hamburg.de, merkur.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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