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100 Hamburger COVID-Patienten nur MIT Corona im Krankenhaus – nicht WEGEN

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Neben der Inzidenz sind auch Krankenhauszahlen ein wichtiger Indikator für die Bewertung der Pandemie-Lage. Die offizielle Hospitalisierung in Hamburg ist dabei irreführend.

Hamburg – Die Coronavirus-Regeln in Hamburg sind weiter streng. Die Maßnahmen bemessen sich weiterhin stark an der Inzidenz, die in Hamburg langsam wieder zu sinken scheint. Eigentlich, so hatte es die Politik vor Monaten festgelegt, sollten die Regeln je nach Höhe der Hospitalisierungsrate angepasst werden – umgesetzt wurde das jedoch nicht. Dennoch gehört diese Rate zu den täglichen Corona-Zahlen, die vom Robert Koch-Institut zur Bewertung des Infektionsgeschehens veröffentlicht werden. Doch wie aussagekräftig ist diese Zahl in Hamburg? Schließlich wird nicht zwischen Menschen unterschieden, die mit oder wegen Corona im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Stadt:Hamburg
Neuinfektionen (1. Februar 2022):5409
Inzidenz (1. Februar 2022):2038,9
Hospitalisierungsrate (1. Februar 2022):5,45

530 Covid-Patienten in Hamburger Krankenhäusern: Über 100 Patienten jedoch nicht wegen Corona

Die Zahl klingt alarmierend. Derzeit liegen 530 Menschen (Stand 1. Februar) mit einem positiven Coronatest in einem Hamburger Krankenhaus. Doch nicht alle von ihnen wurden aufgrund ihrer Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Viele Patienten sind aus einem ganz anderen Grund da – Covid-19 wurde nur zufällig entdeckt.

Der Blick auf Hamburg, Frau und Mann im Krankenhaus, dazu ein Coronavirus.
100 Covid-Patienten sind in Hamburg nicht wegen, sondern mit Corona im Krankenhaus. (24hamburg.de-Montage) © Jürgen Ritter/imago

Wie der NDR berichtet, liegen derzeit etwa 300 Patienten mit Corona in einer Asklepios-Klinik in Hamburg. Ein Drittel von ihnen werde dort jedoch wegen einer anderen Diagnose behandelt – Gründe für den Krankenhausaufenthalt sind vielfältig. Gebrochene Knochen, Schwangerschaft oder andere Infekte. Ein noch deutlicheres Bild zeige sich laut NDR im UKE. Dort seien 90 Prozent der 50 Patienten mit Corona ursprünglich wegen einer anderen Diagnose auf der Normalstation des Krankenhauses aufgenommen worden.

Corona in Hamburg: Viele Patienten auf der Normalstation – vergleichsweise wenig auf der Intensiv

Positiv ist auch die Entwicklung auf den Intensivstationen in Hamburg. Am 2. Februar 2022, werden laut DIVI-Intensivregister insgesamt 76 Menschen aufgrund einer Coronavirus-Infektion in einem Hamburger Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt (Stand 8:05 Uhr). Und das sind vergleichsweise wenige, wenn man die aktuellen Infektionszahlen mit denen des Vorjahres vergleicht. Im Frühjahr 2021 lag die Inzidenz noch unter 200, doch zeitweise mussten über 120 Covid-Patienten intensivmedizinisch betreut werden. Der Großteil der Patienten, die aktuell auf der Intensivstation liegen, ist nicht vollständig geimpft.

Wie der NDR berichtet, liegen außerdem viele dieser Patienten bereits seit mehreren Wochen dort. Die Zahl sei im Verhältnis zu den bis zuletzt explodierenden Infektionszahlen nicht merklich gestiegen. Auch dies spricht für die Theorie, dass Omikron zwar hochansteckend ist, dafür aber mehrheitlich mildere Krankheitsverläufe hervorruft. Studien hatten herausgefunden, dass Omikron die Lunge seltener angreift.

Omikron löst weniger schwere Fälle aus: Krankenhäuser dennoch an Belastungsgrenze

Dass Omikron deutlich weniger schwere Fälle verursacht, ist zwar gut für die Intensivstationen. Allerdings belasten die vielen Patienten auf der Normalstation die Krankenhäuser enorm. Dabei spiele es laut UKE auch keine Rolle, dass die Patienten nicht wegen Corona eingeliefert wurden. Denn die notwendigen Schutzmaßnahmen seien dieselben, so das UKE im Gespräch mit dem NDR. Schließlich müsse jeder infizierte Patient isoliert werden und könne nur mit Schutzausrüstung versorgt werden, was das Personal zusätzlich belaste.

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