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Mega-Summe: Deutsche Bahn investiert 890 Millionen Euro im Norden – wofür?

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Von: Jan Knötzsch

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Die Deutsche Bahn will Gleise, Brücken und Bahnhöfe modernisieren und die Infrastruktur verbessern. Für Hamburg und Schleswig-Holstein greift sie tief in die Tasche.

Hamburg – Die Zahl ist groß. Unvorstellbar groß. Zumindest so groß, dass man sie nicht im Portemonnaie haben kann. Und Otto Normalbürger wird sie wohl auch niemals in seinem Leben als Kontostand auf seinem Kontoauszug lesen. Weder in Hamburg, noch in einer anderen Stadt. Doch für die Deutsche Bahn (DB) ist die immense, unvorstellbare Summe von 890 Millionen Euro eine Zahl, mit der sie sich beschäftigen muss – und die die Deutsche Bahn investieren wird. im Norden. In der Hansestadt Hamburg und im Nachbarbundesland Schleswig-Holstein.

Das hat das Unternehmen jetzt selbst mitgeteilt. „In die Zukunft“, so die Deutsche Bahn, wolle man mit dieser Summe investieren. Die 890 Millionen Euro sollen in die Modernisierung von Netz und Bahnhöfen fließen. Aber wofür genau macht die DB in Hamburg und Schleswig-Holstein die Kohle locker?

Unternehmen:Deutsche Bahn AG
Hauptsitz:Berlin
Umsatz:44,43 Milliarden EUR (2019)
CEO:Richard Lutz (seit 22. März 2017)

890 Millionen Euro: Das plant die Deutsche Bahn in Hamburg und Schleswig-Holstein genau

Für die Deutsche Bahn sind die 890 Millionen Euro nur ein kleiner Teil ihrer Investitionen: Bundesweit belaufen sich die Investitionen auf insgesamt 13,6 Milliarden Euro, die die Deutsche Bahn, der Bund und die Ländern in die Hand nehmen, um nachhaltig die Schieneninfrastruktur zu verbessern – das sind rund 900 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Mit den 890 Millionen Euro, die die DB für Hamburg und Schleswig-Holstein einplant, sollen 95 Kilometer Gleise, vier Brücken und 90 Weichen eine Modernisierung erhalten – oder gleich ganz erneuert werden.

Im Hintergrund ein ICE.-Zug der Deutschen Bahn, der auf dem Bahnhof Hamburg-Altona steht. Im Vordergrund mehrere Euro-Geldscheine.
Riesige Investition: Die Deutsche Bahn nimmt 890 Millionen Euro für Maßnahmen in Schleswig-Holstein und Hamburg in die Hand – unter anderem für den neuen Fernbahnhof Altona. (24hamburg.de-Montage) © Rüdiger Wölk/MIS/imago

Zuletzt waren in Hamburg Pläne laut geworden, dass die S-Bahn Hamburg in Zukunft bis nach Kaltenkirchen fahren und damit das HVV-Angebot erweitern soll. Auch der Hamburger Hauptbahnhof soll bald erweitert werden: Die Pläne sehen vor, dass der Hauptbahnhof eine zweite Halle bekommt. Nach der Vorstellung dieser Pläne hat sich bereits ein erster Widerstand gegen diesen Neubau geregt: Denkmalschützer kritisieren das Vorhaben deutlich, sprechen von einer „desolaten Situation“. Apropos Kritik: Die wird es auch bald wieder am Hamburger Verkehrsverbund (HVV) geben. Dann nämlich, wenn die Fahrgäste auf der Strecke der HVV-Linie U1 ab Juni monatelang mit einer Sperrung leben müssen.

Deutsche Bahn investiert Millionen in Hamburg und Schleswig-Holstein – trotzdem Kritik vom Fahrgastverband „Pro Bahn“

Um all diese Vorhaben oder aber den vorprogrammierten Stress bei U1-Fahrten mit dem HVV, der bald das Bezahlen mit Bargeld in Bussen abschafft, geht es bei der Mega-Summe, die die Deutsche Bahn in Hamburg und Schleswig-Holstein investiert, nicht – auch wenn die Summe neben den bereits erwähnten Zwecken auch dazu genutzt werden soll, 45 Bahnhöfe und Haltepunkte zu modernisieren. Bei den Bahnhöfen geht es nämlich vielmehr um die Renovierung des denkmalgeschützen Bahnhof-Empfangsgebäudes in Pinneberg, den Bahnhof Bald Oldesloe und Arbeiten für den neuen Fernbahnhof Altona.

Der aktuelle Bahnhof Hamburg-Altona soll in den kommenden Jahren bekanntlich an die bisherige S-Bahn-Station Diebsteich verlegt werden.

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Von den 890 Millionen Euro fließen zudem auch Gelder in die neue S-Bahn-Linie 4, die Bad Oldesloe mit Hamburg verbinden soll. Wie die Deutsche Bahn erklärt, wolle sie die „vorhandene Infrastruktur leistungsfähiger machen und mehr Kapazität im Schienennetz und in den Bahnhöfen schaffen“. Dem Fahrgastverband „Pro Bahn“ reicht dies nicht aus. Der Investitionsrückstand aus den vergangenen Jahrzehnten sei inzwischen so gewaltig, dass auch diese Investitionen nicht ausreichen würden, um das aufzuholen, sagte ein Sprecher dem NDR. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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