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Mega-Projekt: Neuer S-Bahn Tunnel für Hamburg – so viel kostet er

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Altona gilt als chronisch überlastet. Ein neuer Tunnel soll Abhilfe schaffen. Nun wurden die Pläne vorgestellt.

Hamburg – Schon seit Jahren ist der Hamburger Hauptbahnhof der Bahnhof, der deutschlandweit jährlich von den meisten Reisenden frequentiert wird. Mehr als eine halbe Millionen Menschen täglich nutzen den zentralen Eisenbahnknoten zum Ein-, Aus- oder Umstieg – zum Beispiel in Bahnen des HVV. Kein Wunder, dass Hamburgs größter Bahnhof in den kommenden Jahren erweitert werden wird. Genauso wenig überraschend ist, dass auch die HVV-Streckenabschnitte, die zum Hauptbahnhof hin oder von selbigem wegführen, ebenfalls akut überlastet sind.

Insbesondere der Abschnitt zum Bahnhof Altona, an dem alle Fernzüge mit Zielort Hamburg ihren Endpunkt haben, gilt als akut überlastet. Doch das soll sich bald ändern: Geplant ist ein sogenannter Verbindungsbahn-Entlastungstunnel, kurz VET. Die Pläne machte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) nun publik.

Name:Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn
Streckenlänge:6,228 Kilometer (Hauptbahnhof bis Altona)
Erster Abschnitt:30. September 1865: Altona – Schulterblatt

Nach HVV-Sperrungen: S-Bahn Hamburg-Tunnel-Projekt als Teil des Deutschlandtakt

Keine Fusion der S-Bahnen Berlin und Hamburg
In Hamburg sollen in der Innenstadt in Zukunft auch auf der Verbindungsbahn die Züge unterirdisch fahren – so wie im City-Tunnel und bei einigen Teilen des HVV. © Angelika Warmuth/dpa

Hintergrund ist der sogenannte Deutschlandtakt, den Bund und Deutsche Bahn in den kommenden Jahren auf die Schiene bringen wollen. Dieser sieht einen unter anderem aufeinander abgestimmten Regional-, Güter- und Fernverkehr vor. Letzterer soll etwa alle 30 Minuten die wichtigsten Strecken des Landes bedienen. Die Fahrzeiten von Hamburg aus etwa nach München, Frankfurt oder Kopenhagen, so schreibt das Hamburger Abendblatt, werden durch den einheitlichen Takt deutlich verkürzt werden.

„Mit dem Deutschlandtakt verbessern wir die nationale und internationale Erreichbarkeit Hamburgs deutlich.

Anjes Tjarks (Senator für Verkehr, Hamburg)

Doch bis das Mega-Konzept umgesetzt werden kann, sind vorbereitende Maßnahmen nötig. Eine davon ist die Entlastung von unter anderem dem Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Altona in Hamburg. 300 IC-/EC- und ICE-Verbindungen und 900 Züge der S-Bahn Hamburg rollen etwa täglich über die sogenannte Verbindungsbahn Richtung in das HVV-Gebiet im Hamburger Westen und müssen sich die Gleise auch noch mit Güterzügen teilen. Durch den Tunnel würden die Gleise der S-Bahn Hamburg-Trasse unterirdisch verlegt werden, so wie es bereits beim City Tunnel der S-Bahn Hamburg der Fall ist. Die Fernzüge könnten dann vier statt wie bisher nur zwei oberirdische Gleise nutzen.

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Tunnel-Projekt der Bahn im HVV: Verlauf, Kosten, Bauzeit

Wo genau der Tunnel verlaufen wird, ist unklar. Geprüft würden nun drei mögliche Varianten für einen Streckenverlauf zum neu zu bauenden Altonaer Fernbahnhof Diebsteich, die oberhalb, unterhalb und deckungsgleich mit dem heutigen Verlauf der Verbindungsbahn liegen. Die bestehenden Stationen Dammtor, Sternschanze und Holstenstraße sollen erhalten bleiben.

Eine Machbarkeitsstudie soll nun bis Ende 2023 den Verlauf des Tunnels klären. Die Kosten von 1,5 Millionen Euro dafür werden sich die Stadt Hamburg und der Bund teilen, schreibt das Abendblatt. Wann es genau los geht und wie lange das Bauvorhaben bis zur Fertigstellung brauchen wird, ist nicht bekannt. Großprojekte dieser Art würden rund 20 Jahre dauern, schreibt das Abendblatt weiter. Was die Kosten betrifft, seien die Verantwortlichen zuletzt von 2,6 Milliarden Euro ausgegangen.

HVV: Verkehrssenator Tjarks und Bahn werben um Verständnis für Störungen

Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks weiß natürlich, dass ein solches Projekt die Nerven der Bewohner der angrenzenden Viertel über Jahre auf die Probe stellen und zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Stadt und im HVV-Gebiet führen wird. Zurzeit ist die U-Bahnlinie U3 in der Innenstadt für rund 15 Monate gesperrt. Die Haltestellen Mönckebergstraße, Rathaus und Rödingsmarkt werden in dieser Zeit nicht angefahren. Die aufgrund von Bauarbeiten notwendige Sperrung soll Ende März 2022 wieder aufgehoben werden. Zurzeit endet die U3 am Baumwall beziehungsweise am Hauptbahnhof.

Über die Sommermonate (13. Juni bis 14. September) müssen dann Fahrtgäste der U1 mit erheblichen Behinderungen rechnen: Zwischen Ohlsdorf und Lattenkamp ist sie vom 13. Juni an gesperrt. Vom 4. Juli an kommt auch der Abschnitt bis Kellinghusenstraße hinzu. Die Station Alsterdorf wird bereits von April an für den Zeitraum von rund einem halben Jahr gar nicht mehr angefahren werden.

Deswegen betonte Grünen-Politiker Tjarks schon bei der Vorstellung der Pläne, dass es ihm wichtig sei dass „die Menschen an diesem für Hamburg zentralen Projekt zu beteiligen“. Wie das Abendblatt berichtet, würden die Stadt und die Bahn schon in Kürze mit einer Informations- und Beteiligungsoffensive starten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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