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Mega-Finanzloch: Hamburger Hafen droht die Pleite – wer hat’s verbockt?

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Weil dem Hamburger Hafen in den nächsten zwei Jahren 86 Millionen Euro fehlen, muss die Bürgerschaft den Haushalt überarbeiten. Dran glauben müssen Mittel fürs Wohnen.

Hamburg – Eigentlich ist der Haushalt der Hansestadt Hamburg fest geregelt. Welcher Bereich in der Stadt wie viel ausgeben darf, wird vorher festgelegt. Die Ausgaben sollten den vereinbarten Rahmen nicht überschreiten. Problematisch wird es, wenn das Geld nicht ausreicht. Genau das ist nun beim Hamburger Hafen der Fall. Bei der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority ist ein dickes Finanzloch entstanden – in diesem Jahr fehlen 40,8 Millionen Euro, im nächsten Jahr sogar 46 Millionen Euro.

Hafen:Hamburger Hafen
Gründung:7. Mai 1189, Hamburg
Hauptsitz:Hamburg
Betreiber:Hamburg Port Authority (HPA)

Hamburger Hafen pleite? 86 Millionen Euro fehlen – ausgerechnet das Geld fürs Wohnen wird jetzt gebraucht

Um die Löcher zu stopfen, bittet der Hamburger Senat die Bürgerschaft nun um die Überarbeitung des Haushaltsplans, das berichtet das Hamburger Abendblatt. Eingesetzt werden dafür die Mittel aus Wirtschafts-, Finanz- und Stadtentwicklungsbehörde. Letztgenannte soll in diesem Jahr zehn und im kommenden Jahr 15 Millionen Euro locker machen – ausgerechnet von Geldern, die für das Wohnen eingeplant waren. Das Geld sollte eigentlich in Zinszahlungen an Investitions- und Förderbanken fließen, die geförderten Wohnungsbau ermöglicht haben.

Der Blick auf das Containerterminal Burchardkai im Hamburger Hafen.
Mega-Finanzloch beim Hamburger Hafen: 86 Millionen Euro fehlen. © Chris Emil Janssen/imago

Sollte die Stadt das Geld für den Hamburger Hafen nicht auftreiben können, hätte das drastische Folgen. „Die Anpassung des Zuschusses ist notwendig, um drastische Leistungsreduktionen im Bereich der Straßen- und Wassertiefinstandhaltung zu vermeiden, die Zugänglichkeit des Hafens, die Marktstellung des Hafenstandorts Hamburg und letztlich den Erhalt von Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft weiterhin sicherzustellen“, heißt es dazu von Seiten des Hamburger Senats.

Hamburger Hafen mit großem Finanzloch: Wie konnte es so weit kommen?

Zum einen sei das bereitgestellte Geld ohnehin zu wenig, zum anderen ergebe sich wegen des Erhalts der Venloer Brücken ein zusätzlicher Bedarf, berichtet das Abendblatt. Die Venloer Brücken sind vier eingleisige Eisenbahnüberführungen auf der Veddel, die unterhalten und instandgehalten werden müssen. Eigentlich gehören diese Bauwerke der Deutschen Bahn. Allerdings müssen genannte Kosten laut eines Vertrags aus dem Jahr 1904 von der Stadt übernommen werden.

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Das war der Stadt auch bewusst. Allerdings hat die Bahn sich bei den Kosten verrechnet – und zwar richtig. Statt der ursprünglich geplanten neun Millionen Euro werden nun in diesem Jahr 17,2 Millionen Euro und im kommenden Jahr noch einmal 18,7 Millionen Euro fällig. Ärgerlich ist nur, dass es nicht das erste Mal ist, dass dem Hamburger Hafen so etwas passiert.

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Und es kommt noch schlimmer. Laut Hamburger Abendblatt wird auch für die kommenden Jahre mehr Geld gebraucht. „Auch für die Jahre 2023 und folgende werden Finanzierungsbedarfe auf einem vergleichbaren Niveau erwartet“, sagte eine Sprecherin der HPA. Im Haushaltsplan soll das schon berücksichtigt werden. Ob das Geld dann am Ende auch reichen wird, steht jedoch noch in den Sternen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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