Explosionen und schwarzer Rauch

Mega-Feuer in Hamburg-Winterhude: Feuerwehr-Helden bewahren Anwohner vor Flammenhölle in letzter Sekunde

  • Vivienne Goizet
    vonVivienne Goizet
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Hohe Flammen, starke Rauchentwicklung und Explosionen – alle Details zum Brand in Hamburg Winterhude und dem Einsatz von Polizei und Feuerwehr Hamburg.

Update vom Sonntag, 27. September 2020, 12:45 Uhr: Hamburg-Winterhude – Die neuesten Erkenntnisse zum Feuer in Winterhude:

  • Der Großbrand ist bereits beim Eintreffen der Einsatzkräfte stark ausgeartet, obwohl Anwohner den Brand schon beim ersten Feuerschein gemeldet hatten.
  • Der Brand betraf zwei Bootshallen mit Maßen um die 70 mal 50 Meter.
  • Beim Eintreffen der Einsatzkräfte erhöhte der Einsatzleiter die Alarmstufe sofort und forderte Verstärkung an.
  • Ein Großaufgebot an Löschtrupps, Wasserwerfern und Drehleitern konnte unter Einsatz der sogenannten Riegelstellung ein Übergreifen der Flammen auf umliegende Gebäude verhindern.
  • Ein Großteil der Hallenkonstruktion stürzte ein.
  • Das Teleskopmastfahrzeug 53 kam zum Einsatz und löschte das Feuer von oben.
  • Der dicke schwarze Rauch kam vor allem von dem Verbrennen von Booten aus Holz und Kunststoff. Besonders Plastik verbrennt sehr rauchstark.
  • Die Explosionen stammen vom Zerknall mehrerer Druckgasbehälter.
  • Es gingen bei der Leitstelle über 100 Notrufe von besorgten Bürgern ein.
  • Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in den Vormittag des nächsten Tages.
  • Eine Erdgas-Hausanschlussleitung geriet in Brand. Gasnetz Hamburg stellt die Anlage rechtzeitig ab.
  • Der Einsatz verlief ohne Personenschaden.
  • Insgesamt waren ungefähr 130 Einsatzkräfte beteiligt, darunter die Berufsfeuerwehr und acht Freiwillige Feuerwehren.
  • Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg, Dr. Christian Schwarz, war persönlich vor Ort.
Während und nach dem Feuer in Winterhude: Von den abgebrannten Bootshallen ist nicht mehr viel übrig.

Die Riegelstellung ist in der Brandbekämpfung eine Taktik, mit der Mann das Feuer durch beispielsweise Wasserwerfer von allen abriegelt. Hierbei ist das Hauptziel das Übergreifen des Feuers insbesondere durch Wärmestrahlung und Funkenflug zu verhindern. Diese Technik ist sehr Wasser- und Löschmittelintensiv und wird nur bei Großbränden in dicht bebauten Gebieten verwendet.

Mega-Feuer in Hamburg-Winterhude: Explosionen schockieren Anwohner

Hamburg-Winterhude – Gegen 22:00 Uhr am Freitag, 25. September 2020, bricht in einem Bootshaus in Hamburg Winterhude* überraschend Feuer aus. Anwohner werden durch Explosionen aus dem Schlaf geweckt. Was zunächst klingt, wie ein Feuerwerk, ist tatsächlich ein furchteinflößender Großband.

Anwohner werden wegen der starken Rauchentwicklung per offizieller Warnung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe angehalten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungen und Klimaanlagen anzuschalten. Einige hatten im Gefahrengebiet ihr Haus verlassen und wurden nicht mehr zurückgelassen während Pressefotografen fröhlich an ihnen vorbeispazierten.

Die Flammen schlagen Meterhoch und setzen umliegende Bäume in Brand. Wie viele Boot-Schuppen brennen, ist noch unklar. 24hamburg.de-Recherchen zufolge ist die Bootswerft Gustävel betroffen. Hier haben normalerweise Kanus, Kajaks und Stand-Up-Paddle-Boards ihr Winterquartier. Wie viele Wassergeräte zum Zeitpunkt des Brandes bereits eingelagert waren, ist unklar.  

Feuer und Großeinsatz im Hamburger Stadtteil Winterhude. Eine Bootswerft brennt lichterloh. (24hamburg.de-Montage)

Nachdem die Feuerwehr Hamburg noch 8 Stunden zuvor fröhlich über das befreite Eichhörnchen berichtet hatte, das in einer Wand feststeckte*, warnte der Twitter-Account der Einsatzkräfte gegen 23:20 Uhr vor „Zerknall von Druckgefäßen“ und starkem Funkenflug bei einem Großfeuer im Bereich Poßmoorweg im Hamburger Stadtteil Winterhude.

Der Poßmoorweg in der Nähe des Planetarium Hamburg* wird in der Nacht komplett gesperrt. Die Feuerwehr versucht den Brand auch von der anderen Seite des Goldbek-Kanals aus zu löschen und sperrt die Straße „Goldbekufer“ teilweise. Das Haus liegt an dem Fluss, auf dem im Sommer die Hamburg SUP Nacht-Touren auf beleuchteten Brettern* stattfanden.

Ein schaurig schönes Bild: In Nacht löscht die Feuerwehr über den Goldbek-Kanal hinweg den Großbrand in einem Bootshaus.

Die Polizei Hamburg und die Feuerwehr sind gemeinsam mit mehr als 100 Kräften im Einsatz. Durch das schnelle und bedachte Vorgehen kann ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude, darunter ein Wohnhaus, eine Schule und diverse Kleingärten, verhindert werden.

Als der Brand gelöscht ist, bleiben die Einsatzkräfte weiter vor Ort und suchen nach Spuren in den ausgebrannte Lagerhallen. Die Ursache des Brandes ist noch unklar. Die Nacharbeiten dauern die ganze Nacht. Immer wieder tauchen kleine Brände in den Ruinen auf.

Einsatzkräfte suchen nach Spuren in den abgebrannte Ruinen des Bootshauses in Hamburg Winterhude.

Auch die Katastrophen-Warn-App Katwarn alarmierte bedrohte Gebiete über die Gefahr. Auch umliegende Stadtteile wie Alsterdorf, Barmbek und Ohlsdorf wurden wegen der Rauchentwicklung gewarnt. Berichten des NDR zufolge lösten detonierende Gasflaschen die explosionsartigen Geräusche aus. Nur wenig später ging es für die Feuerwehr in Billbrook weiter. Dort war eine riesige Lagerhalle in Flammen aufgegangen*. Zu allem Überfluss lief dann auch noch Öl in die Bille. Einen weiteren dramatischen Einsatz gab es in Hamburg-Neuenfelde. Drei Männer attackierten einen Familienvater. Dessen Teenager-Söhne wehrten sich mit Messern*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Vivienne Goizet/24hamburg.de

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