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Massiver Anstieg: Attacken auf Blitzer nehmen zu – vor allem in Harburg

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Hamburger Polizei zählt immer mehr Übergriffe auf Blitzer. Vor allem in Harburg häufen sich Attacken. Geschnappt werden die Täter selten.

Hamburg – Vor fast 40 Jahren toppte ein Song die deutschen Musikcharts, den auch heute noch viele kennen dürften. Auch die Autofahrer Hamburgs, und die, die im Landkreis Harburg unterwegs sind? In dem Song heißt es „Mein Maserati fährt 210. Schwupp, die Polizei hat‘s nicht geseh‘n. Das macht Spaß! Ich geb‘ Gas, ich geb‘ Gas!“ – Der Refrain dieses Hits des Pop-Sängers Markus scheint ein Motto zu sein, dass sich wohl viele Autofahrer zumindest unbewusst zu Herzen nehmen. Denn die Angriffe auf Blitzer nehmen zu!

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:rudn 1,9 Millionen (Stand Dezember 2020)
Regierungsoberhaupt:Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister)

Attacken gegen Blitzer: Anlagen im Wert eines Maseratis

14 mobile Blitzanlagen werden durch die Polizei Hamburg betrieben, weitere sind bereits bestellt. Der Landkreis Harburg, der an den südlichen gleichnamigen Bezirk der Hansestadt grenzt, dessen Kreisstadt allerdings Winsen (Luhe) heißt, hat nur eine dieser Anlagen, die jeweils rund 210.000 Euro kosten. Doch sie bringen auch viel ein: Die Stadt Hamburg kassiert durch Bußgelder, die durch Blitzer generiert wurden, mehr als alle anderen deutschen Städte.

Alleine ein Blitzer im Landkreis Harburg bringt beispielsweise rund 500.000 Euro. Das ist etwa der Wert eines Maseratis oder einer kleinen Eigentumswohnung. Die klobigen Anlagen rufen in Form und Farbe eher den Eindruck eines Bombenbunkers hervor, doch unter ihrer Hülle steckt eine Menge modernster Technik. Dass sie Dank eben jener des Rasens überführt werden, können immer mehr Tempo-Sünder ganz offensichtlich nicht auf sich sitzen lassen.

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Attacke gegen Blitzer: Mehr als 80 polizeikundliche Vorfälle

82 Vorfälle wurden dieses Jahr bereits polizeilich registriert, 15 alleine in Harburg. Ein Sprecher der Polizei teilte dem Abendblatt dazu mit, dass es sich „bei den protokollierten Beschädigungen“ in „rund 20 Prozent“ um Schäden an stationären Anlagen handeln würde. So etwa am vergangenen Wochenende, als an der Bremer Straße und am Falkenbergsweg in Harburg mobile Blitzer durch Farbschmierereien außer Gefecht gesetzt wurden. Nur eine Woche zuvor kam es im Bereich Rehrstieg und an der Buxtehuder Straße zu ähnlichen Vorfällen.

Mobiler Blitzer an der Reeperbahn
So sehen die Blitzer aus, die in Hamburg immer mehr Angriffen ausgesetzt sind. © Daniel Reinhardt/dpa

Doch die resoluten Autofahrer, die mit allen erdenklichen Mitteln von Tritten gegen die Anlagen über Farbschmierereien bis hin zum In-Brand-Setzen die Beweise für ihre Verkehrsdelikte zerstören wollen, werden selten überführt.

Das scheint ein regelrechter Volkssport geworden zu sein, auch Trittbrettfahrer möchten wir nicht ausschließen.

Polizist aus Harburg gegenüber dem Hamburger Abendblatt

Attacken gegen Blitzer: Täter lassen sich im Internet feiern – hohe Strafen drohen

Täter würden, so die Polizei, oft Fotos ihrer Aktionen machen und sich für diese im Internet feiern lassen. Ein Kavaliersdelikt sei die Beschädigung von Blitzern allerdings kaum: Überführte Täter müssten nicht nur eine Strafe, sondern auch Reinigungs- und Reparaturkosten, sowie die Ausfallzeit bezahlen. Da sei man, so die Polizei, schnell mal bei einem fünfstelligen Betrag. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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