Neue Verordnung

Maskenpflicht im Auto: Für wen gilt die Regel in Hamburg?

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Seit neustem müssen Hamburger auch im Auto eine Maske tragen – doch es gibt Ausnahmen. Für wen die Maskenpflicht jetzt gilt und für wen nicht.

Hamburg – Ob beim Einkaufen oder beim Fahren in Bus und Bahn – das Tragen einer Corona-Maske ist in diesen Bereichen schon seit Monaten eine Selbstverständlichkeit. Jetzt wird die Maskenpflicht in der Hansestadt Hamburg aber weiter ausgeweitet, wie der Senat mitteilt. Ab Montag müssen demnach auch Autofahrer eine medizinische Schutzmaske tragen, wenn sich im Pkw Personen aus unterschiedlichen Haushalten befinden.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Diese Regel ist Teil der neuen Corona-Verordnung, die der Senat ab Montag in Kraft setzt. Wegen der weiterhin steigenden Infektionszahlen hatten Bund und Länder den Lockdown in der vergangenen Woche bis zum 18. April 2021 grundsätzlich verlängert. Den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzte die Hansestadt Hamburg jetzt eins zu eins um, nachdem es zuvor einigen Wirbel um die Osterruhe gegeben hatte.

Maskenpflicht im Auto: Bei den Corona-Regeln verfolgt Hamburg strikten Kurs

In zwei Punkten ging der Senat über die Bund-Länder-Einigung hinaus. Zum einen sind die Kontaktbeschränkungen enger gefasst als andernorts. So sind in Hamburg nur noch Treffen mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts erlaubt, Kinder unter 14 Jahren werden dabei aber noch nicht mitgezählt. Und auch die Einführung der Maskenpflicht im Auto war in dem Bund-Länder-Beschluss nicht vorgesehen.

Immer griffbereit: In Hamburg gilt für Autofahrer unter bestimmten Bedingungen eine Maskenpflicht. (24hamburg.de-Montage)

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) warb bereits Mitte der Woche um Verständnis. „Die Lage ist sehr ernst“, sagte er. Man befinde sich mitten in einer dritten Infektionswelle und müsse alles unternehmen, um die Kurve mit den Neuinfektionen abzuschwächen.

Zuletzt waren die Fallzahlen in Hamburg wieder sprunghaft angestiegen. Seit über einer Woche liegt die Inzidenz wieder über der 100er-Marke. Der Senat zog deshalb die Notbremse, mit der bereits eingeleitete Lockerungen für den Einzelhandel oder Zoos wieder zurückgenommen wurden. Zugleich wurde die Maskenpflicht im Auto mit aufgenommen.

Maskenpflicht im Pkw: Verstöße beim Autofahren werden mit Bußgeld geahndet

Nach dem Bund-Länder-Beschluss können Länder, aber auch Städte und Landkreise, generell das Tragen einer Maske vorschreiben, sobald die Inzidenz über 100 liegt. Ausgenommen sind Personen, die aus einem Haushalt stammen. Neben Hamburg haben auch Berlin, Sachsen und das Saarland die Regel eingeführt. Deutschlandweit vorgeschrieben ist allerdings das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes im Fahrschulunterricht.

In seiner Corona-Politik verfolgt der Hamburger Senat einen strikten Kurs. Im Gegensatz zu vielen anderen Länderchefs lehnte Tschentscher Lockerungen in den Lockdown-Regeln als „verfrüht“ ab. Stattdessen verschärfte er die Maskenpflicht im Freien, unter anderem für Jogger oder auch Eltern auf Spielplätzen. Diese bleibt den Angaben zufolge auch in der neuen Verordnung bestehen. Herausgenommen wurde nur das Alkoholkonsumverbot in der Öffentlichkeit.

Bei der Durchsetzung der Maßnahmen will der Senat streng bleiben. Auch Autofahrer sollten sich nun wohl lieber an die Regel halten. Grundsätzlich kann die Polizei gegen Regelbrecher nämlich ein Bußgeld verhängen. Zwar blieb zunächst unklar, wie genau die Ordnungshüter die Verstöße ahnden wollen. Aber auch Zufallstreffer können teuer werden.

Autofahrer sollten deshalb eine Maske bei Fahrtantritt immer griffbereit haben. Doch Vorsicht: Das Aufhängen der Mund-Nasenbedeckungen an den Rückspiegeln, wie es in vielen Fahrzeugen mittlerweile zu beobachten ist, ist aus Sicht des ADAC keine sinnvolle Idee. Eine dauerhaft baumelnde Maske in der Mitte der Windschutzscheibe schränke die Sicht des Fahrers ein und verlangsame seine Reaktionsgeschwindigkeit im Gehirn*. Das könne für Radfahrer oder Fußgänger am Ende lebensgefährlich werden, hieß es. * 24hamburg.de und heidelberg24.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

Rubriklistenbild: © Benjamin Nolte/dpa/picture alliance

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