Gerichtsurteil, gilt ab 11 Personen

Maskenpflicht Hamburg: Tanzen auch auf Privat-Partys nur mit Maske

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Die Maskenpflicht in Hamburg bleibt streng: Nach einem neuen Gerichtsurteil ist Tanzen auch auf Privat-Partys ab 11 Personen nur noch mit Maske erlaubt.

Hamburg – Die Location für den 40. Geburtstag eines Hamburgers war bereits gemietet: Ein 270 Quadratmeter großes Penthouse, inklusive zwei Außenterrassen über den Dächern St. Paulis. 98 Menschen, alle geimpft oder genesen, waren als Gäste eingeplant. Der Hamburger freute sich auf eine Geburtstagsparty ganz ohne das Tragen von Masken. Doch die Stadt Hamburg legte Beschwerde ein.

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Maskenpflicht Hamburg: Auch für vollständig geimpfte sind Partys nur mit Maske erlaubt

Wie der NDR berichtete, folgt das Hamburger Oberverwaltungsgericht einer simplen Argumentation. Eine Geburtstagsparty mit rund 100 Gästen sei mit einer Großveranstaltung gleichzusetzen. Eine solche Zusammenkunft bezeichnet die aktuelle Corona-Verordnung als eine sogenannte „Tanzlustbarkeit“. Auch wenn die Gäste die in Hamburg als Option eingeführte 2G-Corona-Regel beachten, müssen sie auch auf privaten Tanzflächen Maske tragen. Dies verkündete das Oberverwaltungsgericht, das Party-Gästen eine Maskenpflicht schon ab einer Anzahl von elf Personen auferlegt, am Montag, dem 13. September 2021.

Im Zuge seiner Entscheidung verweist das Gericht auf die Tatsache, dass eine Infektion trotz zweifacher Impfung möglich sei. Nach NDR-Angaben erfasste die Hamburger Gesundheitsbehörde kürzlich etwa 1.170 Impfdurchbrüche. Demnach wurden rund 0,11 Prozent aller Bürger der Hansestadt Hamburg, die bis zum 23. August vollständig geimpft wurden, eine Corona-Infektion diagnostiziert. Nach Einschätzung von Karl Lauterbach seien im Herbst gar mit weiteren Corona-Impfdurchbrüchen zu rechnen*.

Trotz vollständiger Impfung müssen Party-Gäste in Hamburg eine Masken tragen. (Symbolbild)

„Unvertretbares Ergebnis“: Hamburger Gericht kritisiert vorherige Lockerung der Maskenpflicht in Hamburg auf Partys

Zunächst winkte das Hamburger Verwaltungsgericht noch eine Erlaubnis für das maskenlose Tanzen durch. Wenig später folgte dann der Kurswechsel: Die Stadt Hamburg legte in einem Eilverfahren Beschwerde ein. Nachdem Tschentscher kürzlich die Hamburger Corona-Regeln geändert hatte, üben die Strategien zur Abwendung einer vierten Welle nun auch Einfluss auf Privatpartys aus: Bereits ab einer Zusammenkunft von elf Personen gilt die Maskenpflicht.

Wie die „Mopo“ berichtet, seien alle Gäste angehalten, die Maske erst nach Verlassen der Party abzusetzen. Eine Ausnahme der Regel gestattet das Gericht nur dann, wenn den Gästen festen Plätzen zugeteilt werden. In dem Fall dürfen Hamburger die Maske zum Essen und Trinken kurz absetzen.

Dass das Verwaltungsgericht dem maskenfreien Tanzen auf Hamburger Privatpartys zunächst zustimmte, stoß bei der abschließenden wie unanfechtbaren Bewertung des Gerichts in zweiter Instanz auf große Empörung. Gegenüber der „Mopo“ spricht ein Richter des Oberverwaltungsgerichts von einem „unvertretbarem Ergebnis“ und bezieht sich dabei auf den Umstand der gestiegenen Zahl der Infektionen, hervorgerufen infolge von privaten Zusammenkünften. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Felix Kästle und dpa/Marijan Murat

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