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Corona-Regeln bizarr: Wo gilt Maskenpflicht im ÖPNV in Norddeutschland?

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Von: Kevin Goonewardena

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Schleswig-Holstein plant die Abschaffung der Maskenpflicht zu Januar 2023. FFP2-, OP-Maske oder gar keine: Diese Regeln gelten im Norden.

Hamburg – Die Corona-Pandemie ist längst abgeflaut; einige Regeln gelten jedoch noch immer. Doch auch die stehen in manchen Bundesländern auf der Kippe: So wollen Schleswig-Holstein, Bayern, Hessen und Baden-Württemberg die fünftägige Isolationspflicht abschaffen, in die sich Bürger nach der Infektion mit dem Coronavirus aktuell noch begeben müssen. Die Gesundheitsbehörde um Senatorin Melanie Leonhard (SPD) in Hamburg hatte daraufhin umgehend erklärt, dass in der Hansestadt die Corona-Isolationspflicht weiter bestehen bleiben wird. Neben der Isolationspflicht soll auch die Maskenpflicht bei den nördlichen Nachbarn fallen. Hier gibt es schon jetzt Unterschiede – und es wird noch verwirrender. Eine Übersicht.

Name:Bundesrepublik Deutschland
Gründung:23. Mai 1949 (Verabschiedung des Grundgesetz)
Fläche:357.588 km²
Bevölkerung:rund 83 Millionen

HVV Maskenpflicht: Einheitliche Regelungen erst seit Oktober

Im gesamten Tarifbereich des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. 9693 Quadratkilometer umfasst das Einzugsgebiet des Verbands, in dem 27 verschiedene Verkehrsunternehmen für die Beförderung der 3,67 Millionen Menschen sorgen. Das Gebiet des HVV reicht dabei weit über die Hansestadt hinaus, umfasst auch Teile von Schleswig-Holstein und Niedersachsen – und das sorgt für Verwirrung.

Im HVV selbst ist aktuell noch eine medizinische Maske Pflicht, wie es auf der Verbandsseite heißt. Eine FFP2-Maske wird empfohlen, getragen muss eine solche als sicherer geltende Mund-Nasen-Bedeckung in den Bussen und Bahnen im Verband allerdings niemand mehr. Erst im Oktober war die Verpflichtung des Tragens einer FFP2-Maske in Hamburg gefallen, in Schleswig-Holstein war bereits vorher nur noch eine OP-Maske-Pflicht.

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Fahrgäste, die beispielsweise mit der S3 von Pinneberg (S-H) nach Hamburg reisten, mussten bis Oktober entweder zwei Masken bei sich tragen oder bereits auf dem schleswig-holsteinischen Teilabschnitt bis Eidelstedt (Hamburg) eine FFP2-Maske tragen, um, obwohl in S-H nicht verpflichtend, in Hamburg nicht gegen die Regeln zu verstoßen. Klingt kompliziert? Ist es auch.

Maskenpflicht vor Ende in Schleswig-Holstein – Länder uneins über Vorgehen

Jetzt will Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) noch einen Schritt weiter gehen und zum Jahresende die Maskenpflicht komplett abschaffen. Ab dem 1. Januar 2023 soll in seinem Bundesland auch die Verpflichtung zum Tragen einer OP-Maske in Bussen und Bahnen fallen. In den Ländern sorgt der Vorstoß Schleswig-Holsteins zur Abschaffung der Maskenpflicht für Streit. Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Andrew Ullmann, befürwortet den norddeutschen Kurs. Der Tageszeitung Die Welt sagte Uhlmann „Wir plädieren für eine Maskenempfehlung statt einer Maskenpflicht. Denn Bürgerinnen und Bürger können sich selbst schützen und eigenverantwortlich entscheiden.“

Frau mit einer FFP2-Maske nutzt einen Regionalzug
Im Nahverkehr nur noch empfohlen, im Fernverkehr vorgeschrieben, im Ausland und bald in Schleswig-Holstein gar nicht mehr nötig: Reisen mit einer FFP2-Schutzmaske. (Symbolbild) © Michael Weber IMAGEPOWER / Imago

Damit schließt sich Ullmann der Argumentation Günthers an. Andere Politiker äußern sich hingegen skeptisch. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist nach Medienberichten gegen ein Ende der Maskenpflicht in Bus und Bahn. Das berichten unter anderem der Deutschlandfunk und der NDR. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich hingegen offen für ein Ende der Maskenpflicht und fordert stattdessen eine „freiwillige Empfehlung“. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gibt sich dagegen abwartend und möchte die Maskenpflicht weiter beibehalten.

Maskenpflicht in Bus und Bahn: Keine Maske nötig in Dänemark und den Niederlanden

Seit Mitte Oktober gilt für Reisende im ÖPNV zwischen den norddeutschen Bundesländern zwar eine einheitliche Verpflichtung, eine OP-Maske zu tragen; bei Reisen ins Ausland endet die Pflicht jedoch schon länger an der Grenze. Auf den Strecken von Schleswig-Holstein nach Dänemark oder Niedersachsen in die Niederlande kann die Maske mit Grenzübertritt abgenommen werden.

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Maskenpflicht Deutsche Bahn: In Fernzügen gelten andere Regeln

Das gilt auch, wenn Fahrgäste Fernzüge der Deutschen Bahn oder ausländischer Anbieter nutzen. Etwa den ICE von Osnabrück nach Amsterdam oder den IC der Dänischen Staatsbahn (DSB) von Hamburg über Flensburg nach Kopenhagen. Hier liegen die Unterschiede zum Nahverkehr in der Regelung der Maskenpflicht vor Grenzübertritt, also auf deutscher Seite.

Denn in den Fernzügen der Deutschen Bahn gilt – im Unterschied zu den durch die DB Regio betriebenen Nahverkehrsstrecken – die Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen. Und zwar nicht nur auf grenzüberschreitenden, sondern auch innerdeutschen ICE- und IC-Verbindungen. Das führt etwa dazu, dass im Norden bei einer Fahrt mit der Regionalbahn nach Sylt lediglich eine OP-Maske getragen werden muss, Reisende, die den IC nach Westerland nehmen, allerdings eine FFP2-Maske aufsetzen müssen.

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