Fazit der Polizei

1. Mai-Demo Hamburg: Gegen Demonstranten – Wasserwerfer im Einsatz

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  • Sebastian Peters
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  • Natalie-Margaux Rahimi
    Natalie-Margaux Rahimi

In Hamburg finden am 1. Mai traditionell zahlreiche Demonstrationen statt. Auch in Corona-Zeiten. Wie ist es abgelaufen? Krawalle wie in Berlin? Der Überblick.

Update vom Sonntag, 2. Mai 2021, 10:45 Uhr: Hamburg – Insgesamt 1500 Einsatzkräften der Polizei, darunter auch Beamte aus Schleswig-Holstein und von der Bundespolizei, waren bei den Demonstrationen am 1. Mai 2021 in Hamburg unterwegs. Es kam bei den 1. Mai-Demos zu zahlreichen Angriffen von Demonstranten auf die Polizei.

Die Beamten setzten Wasserwerfer ein. Es kam zu jeder Menge Festnahmen. Allein im Bereich Rentzelstraße/St. Petersburger Straße wurden zur Verhinderung von Straftaten zwischenzeitlich über 40 Personen von der Polizei festgenommen.

Bei der 1. Mai-Demo in Hamburg, in der Sternschanze, kommen auch Wasserwerfer der Polizei zum Einsatz. (24hamburg.de-Montage)

Mehrfach mussten unangemeldete Versammlungen aufgelöst werden, weil zu viele Personen zusammenkamen. Wegen der Corona-Regeln sind derzeit maximal 200 Teilnehmer auf Demonstrationen erlaubt. Diese Anzahl wurde zeitweise an einigen Orten in der Stadt überschritten.

Im Bereich Schulterblatt in der Sternschanze setzte die Polizei Hamburg außerdem zwei Wasserwerfer ein. Darüber hinaus sprachen die Polizisten auch in St. Georg Platzverweise aus. Zudem leiteten die Beamten Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstoß gegen die Eindämmungsverordnung ein.

Auf der Roten Flora in Hamburg stellt sich ein Demonstrant am 1. Mai aufs Dach und zündet Pyro.

Teilweise zündeten die Demonstranten auch Pyro-Technik. Einige gewaltbereite Demonstranten waren ebenfalls mit von der Partie. Ein mutmaßlicher Flaschenwerfer und ein junger Mann, der angeblich mit einer Eisenstange auf die Beamten losgehen wollte, wurden festgenommen. Gegen 21:00 Uhr mit Beginn der Ausgangssperre habe sich das Demonstrationsgeschehen in der Stadt aber beruhigt, berichten die 24hamburg.de-Reporter, die bei den Demonstrationen live vor Ort waren.

Demonstranten im Schanzenviertel. Die Hamburger Polizei geht gegen jegliche Versammlung an.

Sandra Levgrün, Sprecherin der Polizei Hamburg sagte zu den Ausschreitungen: „Wir waren an unterschiedlichen Stellen in der Stadt gefordert, weil sich immer wieder Menschen unerlaubt versammelt haben. Unser Ziel war es im Vorwege, die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten, ohne aber die gute Entwicklung beim Gesundheitsschutz zu gefährden. Es ist daher nur konsequent, dass das verantwortungslose Verhalten der heute festgestellten Personen auch sanktioniert wird“.

1. Mai-Demos in Hamburg: Polizei bleibt in Alarmbereitschaft – Lage entspannt sich

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 20 Uhr: Hamburg – Es ist ruhig geworden in St. Georg. Polizisten stehen an nahezu jeder Straßenecke. Demonstranten sind nicht zu sehen. „Die Lage hat sich entspannt“, so ein Reporter vor Ort. Ob es tatsächlich so friedlich bleibt, das wird die Nacht zeigen.

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 19:30 Uhr: Hamburg – Rund 150 Demonstranten hat die Polizei in einer Straße am Lohmühlenpark in St. Georg festgesetzt. Sie hatten sich zunächst am Hauptbahnhof versammelt, wo der als gewaltorientiert eingestufte Rote Aufbau eine Demonstration angemeldet hatte – jedoch untersagt worden war.

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 18:30 Uhr: Hamburg – Gewalt-Szenen rund um den Park an der Rostocker Straße: Laut Berichten vor Ort soll ein Mann mit einer Fahnenstange auf einen Polizisten losgestürmt sein. Die Beamten machten kurzen Prozess, verhafteten den Mann.

Polizisten kontrollieren einen Mann, der auf einen Polizisten mit einer Fahnenstange zugestürmt sein soll. (24hamburg.de-Montage)

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 18.30 Uhr: Hamburg – Rund 1000 Demonstranten haben sich am Hauptbahnhof versammelt. Auch diese Demo ist nicht erlaubt. Die Polizei macht sich bereit, notfalls zu räumen – sollten die Personen den Anweisungen nicht nachkommen.

1. Mai-Demo Hamburg: Polizei schießt mit Wasserwerfern auf Demonstranten

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 17 Uhr: Hamburg – Das Schulterblatt ist geräumt. Die Wasserwerfer der Polizei rollen jetzt Höhe Stresemannstraße. Anwesende werden aufgefordert, sich Richtung Neuer Pferdemarkt zu entfernen. Man setze die Verordnung zur Corona-Eindämmung gegen nicht genehmigte Versammlungen durch, so die Polizei auf Twitter.

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 17 Uhr: Hamburg – Die Polizei hat ihre Kräfte zusammengezogen und rückt gegen die Demonstranten vor. Die haben die Straße blockiert, kommen der Aufforderung der Polizei nicht nach, die Versammlung aufzulösen.

Die Einsatzkräfte setzen daraufhin Wasserwerfer ein.

Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen die Demonstranten vor der Roten Flora ein.

1. Mai-Demo Hamburg: Wasserwerfer rollen Richtung Rote Flora

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 16:30 Uhr: Hamburg – Schauplatz Rote Flora im Schanzenviertel: Vor dem Kulturzentrum haben sich zahlreiche Demonstranten versammelt. Auch auf den Dächern des ehemaligen Theaters befinden sich vermummte Personen, schwenken Rauch-Fackeln.

Hundertschaften und Wasserwerfer bringen sich vor der Roten Flora in Position. Dort haben sich zahlreiche Demonstranten versammelt.

Das ist auch der Polizei nicht entgangen, die rückt vor: Neben zahlreichen Beamten befinden sich auch vier Wasserwerfer auf dem Weg zur Flora. Es könnte krachen.

1. Mai-Demo Hamburg: Polizist angegriffen

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 15 Uhr: Hamburg – Immer wieder kommt es im Bereich Rothenbaumchaussee/Mittelweg zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Laut Berichten vor Ort hat ein älterer Mann versucht, einen Beamten zu schlagen. Der Polizist habe noch rechtzeitig ausweichen können.

Immer wieder setzen Polizisten Demo-Teilnehmer fest. (24hamburg.de-Montage)

Der Bereich am Dammtor wurde von der Polizei abgeriegelt. So soll eine Ansammlung verhindert werden. Personen sollen versucht haben, eine spontane Demo zu starten.

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 14:31 Uhr: Hamburg – Unterdessen hat sich die Polizei mit einem Großaufgebot zu einer Demonstration am Bahnhof Hamburg Dammtor zusammengefunden. Auch ein Hubschrauber ist in der Luft. Umliegende Straßen sind gesperrt – es kommt zu Stau!

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 13:50 Uhr: Hamburg – Gegen Mittag formatiert sich eine Gruppe von Demonstranten an der Schröderstiftstraße im Hamburger Stadtteil Rotherbaum neu. Zuvor ist die Versammlung bereits von Beamten der Polizei aufgelöst worden. Die Polizei greift erneut ein und löst die Zusammenkunft wieder auf. Dabei kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Demonstranten und der Polizei. Mehrere Personen müssen in Gewahrsam genommen werden.

Die Polizei muss bei einer 1. Mai Demo in Hamburg mehrere Personen festnehmen.

Update vom Samstag, 1. Mai 2021, 07:20 Uhr: Hamburg – Nachdem es gestern auf den traditionellen Demos zur Walpurgisnacht rund um die Sternschanze schon zu einigen Auseinandersetzungen gekommen war, geht es heute mit den Demonstrationen weiter. Alle wichtigen Ereignisse rund um die 1. Mai Demos erfahren Sie hier. Die Polizei wird auch heute mit einem Großaufgebot präsent sein.

Trotz Corona viele 1. Mai Demos in Hamburg angemeldet. (24hamburg.de-Montage)

Update vom Freitag, 30. April 2021, 21:00 Uhr: Die offizielle Demo ist vorbei, doch viele Menschen verharren im Umfeld der Sternschanze. Jetzt heißt es Abwarten – auf Seiten der Polizei und der Demonstranten –, ob das Ganze ein friedliches Ende nimmt.

Update vom Freitag, 30. April 2021, 20:30 Uhr: Eine Polizeikette musste mehrere Personen zurückdrängen. Grund: Infektionsgefahr. Die meisten würde aber Maske tragen, so ein Reporter vor Ort.

Update vom Freitag, 30. April 2021, 20:00 Uhr: Hamburg – Medienberichten zufolge hat die Polizei am S-Bahnhof Sternschanze Pfefferspray eingesetzt. Auch seien mehrere Personen festgenommen worden, die sich widersetzt hätten.

1. Mai-Demo im Schanzenviertel: Hunderte protestieren. Die Hamburger Polizei musste bereits einige Demonstranten zurückdrängen. (24hamburg.de-Montage)

Update vom Freitag, 30. April 2021, 19:30 Uhr: Hamburg – Sollte die Stimmung in Gewalt umschlagen, ist die Hamburger Polizei vorbereitet: Auf der Schröderstiftstraße stehen Wasserwerfer und ein Räumfahrzeug bereit. Ebenso ein Sonderfahrzeug der Technischen Einheit. Darin verwahrt die Polizei technisches Gerät – vom Schraubendreher bis zum Trennschleifer.

Update vom Freitag, 30. April 2021, 18:30 Uhr: Hamburg – Es geht los: Traditionell einen Tag vor dem 1. Mai bringen sich die Demonstranten in Stellung. Im Schanzenviertel haben sich am Freitagabend hunderte Menschen eingefunden. Neben den offiziellen 250 Teilnehmern, seien noch 400 um das Gelände am S-Bahnhof Sternschanze verteilt, so ein Reporter vor Ort.

Die Hamburger Polizei ist mit massiver Stärke im Schanzenviertel. Hier haben sich Hunderte zur 1. Mai-Demo eingefunden. (24hamburg.de-Montage)

Auch die Polizei zeigt starke Präsenz, bringt Hundertschaften und Reiterstaffel in Position. Die Kräfte haben das Gebiet um die Sternschanze abgeriegelt, lassen niemanden mehr auf die Demo – Maximal-Zahl erreicht! Das sorgt auf der Gegenseite für Unverständnis, Berichten zufolge sei es zwischen Protestierenden und Polizei bereits zu leichten Auseinandersetzungen gekommen.

Erstmeldung vom Freitag, 30. April 2021, 8:00 Uhr: Hamburg – Der 1. Mai ist jährlich ein Tag der Proteste. Auch in der Hansestadt! Schon für den Abend des Freitags, 30. April 2021, wurden insgesamt dreizehn Versammlungen angemeldet, unter anderem in der Sternschanze. Für Samstag, 1. Mai, sind 26 Versammlungen und fünf Aufzüge gemeldet. Die Polizei ist in absoluter Alarmbereitschaft. Schließlich eskalieren Demonstrationen rund um den 1. Mai in der Stadt immer wieder.

Feiertag:Tag der Arbeit
Datum:1. Mai 2021
Alternative Bezeichnungen:Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse

Die Corona-Pandemie macht es den Beamten in diesem Jahr aber noch schwerer. Im Fokus steht nicht nur Krawalle zu unterbinden, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Corona-Regeln von den Demonstranten eingehalten werden. Bei einigen Protesten will die Polizei verstärkt präsent sein.

Demonstrationen um den 1. Mai: In der Sternschanze geht es traditionell schon am 30. April los

Insgesamt dreizehn Versammlungen sollen laut Hamburger Abendblatt traditionell bereits am Freitag, 30. April 2021, stattfinden. Dabei nimmt die Hamburger Polizei einige Proteste besonders in den Fokus. „Klassenfest gegen Staat, Kapital und Corona!“, heißt die Demonstration der Linken Szene und wird in der Sternschanze stattfinden. Wegen der aktuellen Corona-Regeln musste die Versammlung auf zwei Standorte aufgeteilt werden. Eine findet nun am Grünen Jäger, die andere am Bahnhof Sternschanze statt. Jeweils mit 200 Teilnehmern.

Trotz Corona finden auch in diesem Jahr am 1. Mai Demonstrationen in Hamburg statt. (24hamburg.de-Montage)

Ebenfalls auf der Beobachtungsliste der Polizei steht die „Back The Night – Queerfeministische Kundgebung“ am Hans-Albers-Platz auf St. Pauli. Hier haben sich ebenfalls 200 Teilnehmer angemeldet. Neben der dauerhaften Einhaltung der Corona-Regeln sollen die Beamten auch darauf achten, dass die Versammlungen so rechtzeitig beendet werden, dass alle Teilnehmer pünktlich zur Ausgangssperre um 21 Uhr Zuhause sein können. Wie der NDR berichtet sollen die Demonstrationen daher von 16:00 Uhr bis 20:30 Uhr stattfinden. Normalerweise konzentrieren sich die Proteste auf die sogenannte Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai.

1. Mai Demos in Hamburg: Polizei erwartet „gewaltfreien Verlauf“ – Verkehrschaos droht

Wie die Hamburger Morgenpost berichtet sind für Samstag, 1. Mai 2021, insgesamt 26 Versammlungen und fünf größere Aufzüge angemeldet. Trotz einiger Krawalle in den vergangenen Jahren rechnet die Polizei, wie Sprecherin Sandra Levgrün mitteilte, mit einem „störungsfreien beziehungsweise gewaltfreien Verlauf“. Trotzdem habe man alle verfügbaren Kräfte aus Norddeutschland und der Bundespolizei angefordert, um im Falle von Krawallen vorbereitet zu sein.

Wegen der zahlreichen Versammlungen und Demonstrationen warnt die Stadt allerdings vor Verkehrschaos und Staus. Sowohl tagsüber als auch in den Abendstunden sei im gesamten Stadtgebiet mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Daher sollte, wenn möglich, auf andere Verkehrsmittel umgestiegen oder die betroffenen Gebiete weiträumig umfahren werden. An folgenden Orten sind größere Demonstrationen angemeldet:

  • „Klassenfest gegen Staat, Kapital und Corona!“: Bahnhof Sternschanze und Grüner Jäger, 30. April 2021 ab 16:00 Uhr
  • „Back The Night – Queerfeministische Kundgebung“: Hans-Albers-Platz, 30. April 2021 ab 16:00 Uhr
  • „Fahrrad-Aufzug vom Wandsbeker Quarree bis in die Hafencity“: 1. Mai 2021 zwischen 14:30 Uhr und 17:30 Uhr
  • „Aufzug des DGB – Solidarität ist Zukunft“: St. Pauli Hafenstraße über Holstenwall und Bergstraße zum Besenbinderhof, 1. Mai 2021, zwischen 11:00 Uhr und 12:00 Uhr.
  • „Press Start – für unser Jetzt!“: Zwischen Glacischaussee und Ballindamm, 1. Mai 2021 zwischen 12:00 Uhr 13:00 Uhr.
  • Querdenker“: Platz der Deutschen Einheit in der Hafencity, 1. Mai 2021, 14:00 Uhr.

Aber nicht nur in Hamburg, sondern Deutschlandweit wird es am Tag der Arbeit Demonstrationen geben. Wie fr.de berichtet, werden in Frankfurt und Umgebung Kundgebungen* stattfinden. HNA.de berichtet außerdem von einigen Versammlungen in Göttingen*. Auch im nahen Bremen werden die Einsatzkräfte* vermutlich stark zu tun haben.

2000 Teilnehmer große Demo der Linken Szene verboten – Kritik aus der Politik

Eine 2000 Teilnehmer große Versammlung von Rote Flora Sprecher Andreas Blechschmidt wurde laut Mopo abgesagt. Die Demonstranten wollten eigentlich unter dem Motto „Wer hat, der gibt“ durch Harvestehude ziehen. Trotz des Verbots kündigte die Linke Szene auf Twitter an durch die Straßen ziehen zu wollen. An der Roten Flora in der Sternschanze prangt außerdem seit Anfang der Woche ein Plakat mit dem Slogan „Komm, wir ziehen zu den Häusern der Reichen“. Daher muss trotz des Verbots mit Beeinträchtigungen in dem Bereich gerechnet werden.

Dennis Celik, Innenpolitischer Sprecher der Linken, kritisierte das Verbot der Demonstration scharf. „Gerade am 1. Mai ist es von Bedeutung, die Kritik an der sozialen Ungerechtigkeit lautstark auf die Straße zu tragen“, sagte er der Hamburger Morgenpost. Der Verfassungsschutz hielt das Verbot indes für gerechtfertigt und warnte davor am Tag der Arbeit mit der linksextremistischen Szene Seite an Seite zu marschieren. * 24hamburg.de, fr.de und hna.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Peters

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