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Noch mehr Lockerungen im Februar? Diese Regeln könnten in Hamburg fallen

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist laut Experten überschritten, der Ruf nach Öffnungen wird immer lauter. Welche Regeln in Hamburg zuerst fallen könnten.

Hamburg – Die Briten haben kürzlich einen Freedom Day ausgerufen, die Dänen bereits zum zweiten Mal: Gemeint ist damit der Tag an dem sich ein Land erfolgreich von dem Coronavirus befreien konnte und so die Freiheit über das Leben wieder zurück erlangt wurde. Eine etwas merkwürdige Definition des Freiheitsbegriffes, wenn man bedenkt durch was oder wen dieses so wichtige Gut auf der Welt sonst noch beschnitten oder gar genommen wird. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Corona-Regel im ÖPNV und Schulen:3G
Corona-Regel in der Gastronomie oder Freizeiteinrichtungen2G Plus oder geboostert
Corona-Regel im Einzelhandel:2G, 2G Plus oder geboostert

Freiheitsbegriff hin oder her, das Ende der Corona-Pandemie und damit der Corona-Maßnahmen wird wohl von allen sehnsüchtig erwartet. Ein wenig aufatmen können die Bewohner und Bewohnerinnen Hamburgs seit diesem Dienstag: In der Landespressekonferenz gab Senatssprecher Marcel Schweitzer bekannt, dass die 2G-Regelung im Einzelhandel noch in dieser Woche fällt. Die neue Regelung wird so schon ab dem kommenden Samstag, 12.02.2022, gültig sein.

Zwar zeigt sich die Bundesregierung um Bundeskanzler Olaf Scholz währenddessen noch zurückhaltend, doch der Ruf nach weiteren Lockerungen wird immer lauter. So fordern etwa Mediziner, aber auch andere Politiker die Rücknahme von Coronaschutzmaßnahmen. Bereits angekündigt, die Coronabestimmungen aufzuheben, hat Bremens Regierungschef* Andreas Bovenschulte, ein Parteigenosse von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher. Und auch in Hamburg könnte es jetzt schnell gehen.

Corona-Maßnahmen: Wissenschaftler fordern Lockerungen

Nachdem sich schon in der vergangenen Woche der Chef des Infektionszentrums am UKE, Professor Dr. Ansgar Lohse für eine Lockerung* aussprach, äußerte sich nun der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Walter Plassmann, gegenüber dem Hamburger Abendblatt ähnlich. Auch er sieht die Lage in den Krankenhäusern als nicht gefährlich an und damit die aktuellen Corona-Maßnahmen des Hamburger Senats als nicht mehr verhältnismäßig.

Nachdem nun klar ist, dass das Virus weitgehend unabhängig vom Impfstatus weitergegeben wird, dass die Situation in den Krankenhäusern weit entfernt von einer gefährlichen Belastung ist [...], wird die Begründung für die Grundrechtseinschränkungen immer dünner

Walter Plassmann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg gegenüber dem Hamburger Abendblatt

Coronabestimmungen: Anpassung von Quarantäne-Regelungen gefordert

Wie Lohse, der die Vielzahl der Corona-Regeln und deren Unverständlichkeit als „typisch deutsch“ bezeichnet hatte und eine Anpassung, das heißt eine Abschaffung einzelner Regeln und Vereinfachung anderer Bestimmungen forderte, macht sich auch Passmann für eine Entschlackung des Corona-Regelwerks stark. Vor allem die Quarantäne-Bestimmungen müssten angepasst werden, sagte er der Zeitung gegenüber. Lohse äußerte sich ähnlich.

Grünen-Chefin Jasberg: „Bereits für den Rest des Februars eine Öffnungsperspektive mit Augenmaß“

Laut der Fraktionsvorsitzenden der Grünen in der Hamburger Bürgerschaft, Jennifer Jasberg, würden sich die Anzeichen verdichten, dass der Höhepunkt der Omikron-Variante* überschritten sei. Jasberg wird in der Zeitung mit den Worten zitiert, dass sie sich vorstellen könne, „bereits für den Rest des Februars eine Öffnungsperspektive mit Augenmaß“ zu diskutieren. „Die 2G-Regel im Einzelhandel sollte zügig fallen, ebenso die Sperrstunde in der Gastronomie“, so die Grünen-Politikerin weiter.

Eine FFP2-Maske liegt auf einer Balustrade an den Hamburger Landungsbrücken. Dazu ein Schild mit Geimpft, Getestet, Genesen.
Inzidenzwert Hamburg klettert weiter: Kommt statt 2G-Regel jetzt 3G-Plus? (24hamburg.de-Montage) © Hanno Bode/Christian Ohde/imago

Dem schließt sich auch Die Linke an, deren Gesundheitsexperte Deniz Celik ebenfalls eine Öffnungsperspektive forderte und wie Jasberg mit der Abschaffung von 2G im Einzelhandel, 2G Plus in der Gastronomie und der Aufhebung der Sperrstunde, die aktuell ab 23:00 Uhr greift, beginnen würde.  

Auch CDU-Politiker Dennis Thering schlägt in die Kerbe. Er ist außerdem dafür, die Kontaktbeschränkungen aufzuheben.

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SPD zur Abschaffung der Corona-Regeln in Hamburg: „Für ein abschließendes Urteil noch zu früh.“

Vorsichtiger äußerten sich Vertreterinnen der SPD. Deren Gesundheitsexpertin Claudia Loss möchte die weitere Entwicklung der Pandemie noch abwarten, kommende Woche, so sagte sie, solle aber klar sein, ob Öffnungsschritte eingeleitet werden können. Wenn dem so sei, dann sehe sie „insbesondere für Einzelhandel und Großveranstaltungen unter freiem Himmel“ Lockerungspotential. Auch Parteikollegin und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard will noch abwarten. Einen ersten Schritt, vermutlich die Lockerung der 2G-Regel für den Einzelhandel, könne der Senat frühestens in der kommenden Woche beschließen.

FDP: Grundrechtseinschränkungen völlig unverhältnismäßig

Die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein will hingegen nicht bis nächste Woche warten, auch eine Debatte um Öffnungsschritte brauche es nicht mehr. Sie fordert die sofortige Aufhebung von 2G und 2G plus sowie der Maskenpflicht im Sportunterricht, so das Hamburger Abendblatt. (Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde am Dienstag, 08.02.22, um 14:09 aktualisiert.) *24hamburg.de , kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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