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Land unter in Hamburg: Starkregen bedroht die Hansestadt immer häufiger

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Von: Bjarne Kommnick

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Der Klimawandel peitscht das Wetter immer mehr in die Extremen. Auch in Hamburg werden die Folgen zur Bedrohung. Dagegen will die Stadt nun angehen.

Hamburg – Der neue Regenreport für Hamburg ist veröffentlicht. Der Hamburger Wasserhaushalt habe immer häufiger mit den Folgen klimatischer Extremen zu kämpfen. Das laufende Jahr habe das eindrucksvoll bewiesen, erklärt Ingo Hannemann, Geschäftsführer des Wasserversorgers Hamburg Wasser. Insbesondere Starkregen, Überflutungen und Stürme würden immer häufiger zum Problem werden, auf der anderen Seite nehmen jedoch auch Trockenphasen und Hitzeperioden zu.

StadtHamburg
Bevölkerung1,841 Millionen
Fläche755,2 km²
BürgermeisterPeter Tschentscher

Elf Mal Starkregen in Hamburg in nur einem Jahr

Doch wie viel Regen insgesamt falle, sage noch nichts über die Starkregen-Ereignisse an sich aus. Von November 2020 bis Oktober 2021 habe es in Hamburg demnach elf Starkregenereignisse in Hamburg gegeben. Doch trotz häufigem Starkregen sei das hydraulische Jahr in Hamburg eher trocken gewesen. In dem Zeitraum seien 680 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die vergangenen drei Jahrzehnte liege der Durchschnitt bei 770 Litern pro Quadratmeter. Der November 2020 sei demnach sogar einer der trockensten Novembermonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1891 gewesen.

Starkregen in Hamburg.
Starkregen wie hier an den Landungsbrücken in Hamburg wird für die Hansestadt zu einem immer größeren Problem. © Bodo Marks/dpa

Wenn es also regnet, dann gerne Mal doll. Die größten Starkregenschäden in Hamburg gab es in dem Zeitraum von November 2020 bis Oktober 2021 in den Stadtteilen Poppenbüttel, Sasel und Wellingsbüttel. Starkregen zähle erst als Starkregen sobald mehr als 14 Liter pro Quadratmeter die Stunde fallen oder mehr als 22 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 6 Stunden. Erst im März war der Fischmarkt komplett überschwemmt als Orkan „Klaus“ in Hamburg wütete.

Hamburg will zur Schwammstadt werden

Da sich die Starkregenereignisse immer weiter vermehren soll Hamburg zu einer sogenannten Schwammstadt werden. Das bedeutet, dass das Wasser nicht mehr zentral aus der Stadt geleitet werde, sondern an Orten innerhalb des Stadtgebietes, wo es möglich ist, dass es versickert, verdunstet oder zurückgehalten werden kann. Später könne es wie bei einem Schwamm kontrolliert an die Umwelt abgeben werden.

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Das sei der einzige Weg, um Wasser als Ressource angemessen zu nutzen und die Gefahren aus dem Weg zu räumen, erklärt Christian Günner von Hamburg Wasser. Dafür brauche es logischerweise Platz in der Stadt. Geeignete Maßnahmen seien dafür versickerungsfähige Straßenbelägen und begrünten Fassaden und Dächern. Hamburg Wasser habe für letztere Maßnahme bereits in Neugraben-Fischbek eine derartige Anlage in Betrieb genommen. Wenn Starkregen angekündigt wird, leert sich das begrünte Dach bereits vorher mit Wasser, um neuen Platz zu schaffen.

Klimaforscher: Klimawandel in Hamburg längst spürbar

Der Klimawandel sei in Hamburg längst spürbar, erklärt der Klimaforscher Mojib Latif. „Wir müssen uns einerseits an die Veränderungen anpassen, die unvermeidbar sind, und andererseits alles daran setzen, die globale Erwärmung auf das im Pariser Klimaabkommen festgelegte Maß zu begrenzen“, so Latif. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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