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Lässt der Senat den Süden hängen? Bau von neuer Feuerwache nicht in Sicht

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Von: Sebastian Peters

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Auf dem ehemaligen Gelände des OBI-Marktes am Geutensweg  soll im Winter 2023 eine neue Rettungswache stehen. Vielleicht auch eines Tages eine zusätzliche Feuerwache.
Auf dem ehemaligen Gelände des OBI-Marktes am Geutensweg soll im Winter 2023 eine neue Rettungswache stehen. Vielleicht auch eines Tages eine zusätzliche Feuerwache. © Sebastian Peters

Die Feuerwehr benötigt im Hamburger Süden häufig zu lange. Jeder zweite Rettungseinsatz verspätet sich. Der Senat zöger allerdings mit dem Bau einer Feuerwache.

Hamburg – Sie sollen helfen. Und dafür möglichst schnell vor Ort sein. Doch das klappt nicht immer: Die Feuerwehren insbesondere im Hamburger Süden benötigen zu lange. Das liegt nicht daran, dass die Einsatzkräfte trödeln, sondern dass die Einsatzwege zu lang sind. Hinzu kommt noch, dass die Einsatzzahlen ständig steigen. Im Jahr 2021 mussten die Retter im Bereich Süderelbe über 12.500 Mal ausrücken. Weitere Sorgen macht die Nachwuchsproblematik, speziell bei den Freiwilligen Feuerwehren.

Wie ein Zeitungsbericht des Neuen Rufs aufzeigt, sank die Mitgliederanzahl zwischen 2018 und 2021 bei den unter 30-jährigen Mitglieder teilweise dramatisch. Bei der Freiwilligen Feuerwehre Neugraben um rund 10 Prozent, bei der in Fischbek bereits um 26 Prozent. Bei der Feuerwehrwache Süderelbe (Berufsfeuerwehr) sind junge Leute auch selten. Fast nur jeder Zehnte ist unter 30 Jahre, so der Neue Ruf.

Fehlender Nachwuchs, zu lange Anfahrzeiten und höhere Einsatzzahlen. Eine Mischung, die bereits 2010 von CDU-Politiker André Trepoll kritisiert wurde.

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Feuerwehr im Hamburger Süden häufig zu spät – zusätzliche Feuerwache lässt warten

Der CDU-Mann warb damals bereits in der Innenbehörde der Stadt Hamburg für eine dringende benötigte neue Feuer- und Rettungswache im Hamburger Süden. Wie der Neue Ruf schreibt, war sein Ziel, die Anfahrzeiten durch eine neue Wache in der Nähe der Landesgrenze zu Niedersachsen deutlich zu verkürzen. Die Einsatzstatik der Feuerwehr Hamburg zeigt auf, wie wichtig eine zusätzliche Wache im Hamburger Süden wäre.

Den Unterlagen ist klar zu entnehmen, dass im vierten Quartal im Jahr 2020 jeder zweite Rettungseinsatz verspätet eintraf (später als 8 Minuten). Dies ist der zweitschlechteste Wert unter den Wachen in Hamburg. Sollte bei einem Einsatz Menschenleben in Gefahr sein, beispielsweise bei einem Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person, dann kamen die Retter nirgends in Hamburg so oft zu spät wie im Hamburger Süden. Eine traurige Spitzenreiter-Position.

CDU-Politiker André Trepoll kritisiert: „Unterstützung für die hart arbeitenden Rettungskräfte sieht tatsächlich anders aus“

Wie sieht es in der Zukunft aus? Pläne für eine neue bzw. zusätzliche Feuerwache existieren. Allerdings ist bislang noch nichts wirklich spruchreif. Das öffentliche Ausschreibeverfahren wird aktuell vorbereitet, so der Neue Ruf. Es ist davon auszugehen, dass die Bauzeiten der neuen Wache bis zu zwölf Monate in Anspruch nimmt.

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Der Bau soll im Q4 im Jahr 2022 beginnen und somit im Winter 2023 beendet sein. Allerdings gilt dies bislang nur für eine Rettungswache. Eine Feuerwache mit Löschfahrzeugen ist bislang anscheinenden nicht vorgesehen. CDU-Mann Trepoll meint, dass der Senat immer noch nicht weiß, wann die geplante Rettungswache um eine Feuerwache ergänzt wird. „Die Untätigkeit von SPD und Grünen beim Bau der notwendigen neuen Feuerwehrwache in Neugraben entwickelt sich mehr und mehr zu einem ernsthaften Ärgernis für den Hamburger Süden“, so Trepoll in einem Interview mit der Lokalzeitung Neuer Ruf.

Fehlende neue Feuerwache im Hamburger Süden: „Das falsche Signal von Rot-Grün“

„Schon seit Jahren steigen die Einsätze, fehlt das Personal und dauern Einsatzfahrten bis zum Erreichen des Ziels im Durchschnitt viel zu lange, und das bei steigender Brandgefahr. Wenigstens beginnt jetzt hoffentlich bald der Bau der Rettungswache“, so der CDU-Politiker weiter. Zum Schluss hat Trepoll bezüglich einer neuen Feuerwache im Hamburger Südem noch deutliche mahnende Wörter für den Rot-Grünen Senat übrig.

Warum der Senat mit dem Bau der Feuerwache weiter wartet, bleibt mir unverständlich und ist das falsche Signal von Rot-Grün

CDU-Politiker André Trepoll 

„Warum der Senat mit dem Bau der Feuerwache weiter wartet, bleibt mir unverständlich und ist das falsche Signal von Rot-Grün. Eine Unterstützung für die hart arbeitenden Rettungskräfte sieht tatsächlich anders aus“, erklärt Trepoll dem Neuen Ruf, der zuerst über die geplante Rettungswache berichtet hatte.

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