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Aus nach 45 Jahren: Kult-Laden auf St. Pauli schließt zum Jahresende für immer

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Von: Kevin Goonewardena

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Ars Japonica war mehr als nur ein kleines Stück Japan mitten auf St. Pauli. Nach 45 Jahren schließt der Kultladen für immer.

Hamburg – Der japanische Kultladen Ars Japonica auf St. Pauli schließt in wenigen Tagen für immer. 1977 hatte Mizuki Wildenhahn den Laden für Künstlerbedarf und Kunstgewerbe in der Hein-Hoyer-Straße eröffnet; damals ein absolutes Unikat. „Die Hamburger kannten Japan nicht. Ich wollte ihnen zeigen, wie meine Heimat ist“, verrät Mizuki Wildehahn, die den Namen ihres damaligen Ehemanns, dem Dokumentarfilmer Klaus Wildenhahn bis heute trägt, im Hamburger Abendblatt. Nun setzt sie sich mit 97 Jahren zur Ruhe. Die Hamburger Tageszeitung hatte zuerst über das Aus berichtet.

NameArs Japonica
Adresse:Hein-Hoyer-Straße 48, 20359 Hamburg
Eröffnung:1977
Betreiberin:Mizuki Wildehahn
Website:www.arsjaponica.de

Ars Japonica: Interesse an ungewöhnlichem Laden von Anfang an da

„Das Interesse an dem Laden war von Anfang an da. Damals lebten viele Japaner in Hamburg. Aber auch Kunden aus der Nachbarschaft sind gekommen“, sagt die Tochter, die den gleichen Namen trägt wie ihre Mutter. Beide leben in Wohnungen über dem Haus, in dem sich der Laden befindet, das der Familie auch gehört. Das besondere Flair des Ladens, der meist nur wenige Stunden am Tag geöffnet hatte und eher einem Wohnzimmer, denn Geschäftsräumlichkeiten glich, habe unter anderem der Umstand ausgemacht, dass ihre Mutter regelmäßig selbst nach Japan gereist und die Waren dort persönlich bei japanischen Handwerksmeistern gekauft habe.

Japanischer Künstlerbedarf im Laden Ars Japonica auf St. Pauli
Japanischer Künstlerbedarf im Laden Ars Japonica auf St. Pauli. Zum Jahresende schließt der Kult-Laden nach 45 Jahren. Die 97-jährige Besitzerin Mizuki Wildehahn geht in den Ruhestand. © Ars Japonica/Findeling

Ars Japonica auf St. Pauli: „Manche kamen nur, um über Japan zu sprechen“

Schnell hat sich herumgesprochen, dass Ars Japonica mehr als nur ein Laden ist. „Manche kamen nur, um über Japan zu sprechen“, erzählt die Tochter, ein Japan, dass es schon lange nicht mehr gibt, die fast 100-Jährige Ladenbesitzerin aber noch erlebt habe. „Das Geschäft war immer auch eine Verbindung zu meiner Heimat“, sagt die Japanerin, die auch Ausstellungen im Museum für Kunst und Gewerbe mitorganisiert hat.

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Ars Japonica: Wegen Geschäftsaufgabe Artikel zum halben Preis und verlängerte Öffnungszeiten

In dem kleinen, nur 25 Quadratmeter großen Ladengeschäft, finden sich etwa Materialien für Tuschmalerei- und Kalligraphiebedarf, japanisches Papier, Kalender und Notizbücher, Briefpapier und Postkarten, Puppen, Räucherwerk, Spielkarten, Fächer, natürlich alles, was für eine traditionelle japanische Teezeremonie nötig ist und vieles mehr. Wegen der Geschäftsaufgabe zum 31. Dezember werden die Artikel nicht nur zum halben Preis angeboten; Mutter und Tochter haben noch einmal die Öffnungszeiten verlängert. Ars Japonica hat von 12 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr geöffnet.

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