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Krankheitswelle in Hamburg: Gesundheitssystem am Limit

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Von: Christian Einfeldt

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Im Vergleich zu 2021 verzeichnet Hamburg 2022 einen Anstieg der Krankheitsfälle um 29 Prozent. Das Gesundheitssystem am Limit – und steht noch vor weiteren Problemen.

Hamburg – Arbeitgebern erreicht aktuell eine Krankmeldung nach der nächsten. RS-Virus, Corona und Grippe sind im Winter 2022 allgegenwärtig. Die Techniker Krankenkasse (TK) verkündet nun das Ausmaß: Die Zahl der Krankmeldungen war zuletzt vor mehr als 25 Jahren so hoch wie im Jahre 2022. Dabei beziehen sich die Verantwortlichen aktuell noch lediglich auf vorläufige Zahlen. Innerhalb eines Jahres steigt der Krankenstand um besorgniserregende 29 Prozent – in Hamburg bahnt sich ein trauriger Rekord an.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Krankenstand in Hamburg: So hoch wie seit über 25 Jahren nicht mehr

Im Hinblick auf die Vergleichsjahre 2021 und 2019 kann in Hamburg durchaus von einem rasanten Anstieg der Krankheitsfälle die Rede sein. 2019 fehlten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krankheitsbedingt noch an 15,3 Tagen, 2021 durchschnittlich an 14 Tagen. Wie Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagt, sind für 2022 nicht einmal alle Krankmeldungen und „Nachzügler“ dokumentiert – und dennoch kommt die Krankenkasse auf 17,9 Tage, an denen sich Menschen in Hamburg haben krankschreiben lassen.

Krankschreibung.
Um 29 Prozent: 2022 stieg die Zahl der Krankschreibungen in Hamburg drastisch an. (Symbolbild) © Zoonar/Imago

Hamburgs Gesundheitssystem am Limit: Apotheken stellen Medikamente jetzt selbst her

Wie die TK erklärt, hätten Erkältungssymptome Hamburgerinnen und Hamburger 2022 im besonderen Maß geschwächt. Infolgedessen wären sie im Durchschnitt fünf Tage krankgeschrieben gewesen – „mehr als doppelt so viele Tage wie im Jahr 2019“, wie Puttfarcken bestätigt. Während sie 2019 in Hamburg nur an 2,4 Tagen der Arbeit ferngeblieben waren, macht sich die Zunahme der Fälle, hervorgerufen durch Erkältungen, in nur wenigen Jahren deutlich bemerkbar. Hamburgs Gesundheitssystem operiert am Limit – und das wird an mehreren Stellen offensichtlich.

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Wie etwa die Hamburger Asklepios Klinik Nord angibt, sind Hamburgs Kliniken bereits seit Wochen „voll ausgelastet“. Hinzu kam in der jüngsten Vergangenheit ein Apotheker-Streik aufgrund von drohender Honorarkürzung sowie ebenfalls überlastete Rettungsdienste in Hamburg. Nicht nur die aktuellen Zahlen der Daten der Techniker Krankenkasse verstärken in Hamburg die Sorgen rund um das Gesundheitssystem.

Schon seit Wochen waren Hamburger Apotheken vor Lieferengpässen – ob Psychopharmaka, Antibiotika oder Insulin: Bestimmte Medikamente sind bis heute einfach nicht lieferbar. Nach Berichten des Hamburger Abendblatts ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage so zerstört, dass einzelne Apotheken in Hamburg jetzt selbst Fiebersäfte anmischen. Neben Problemen bei der Produktion und gestörten Lieferketten treten nach NDR-Berichten auch wirtschaftliche Aspekte als Gründe für die aktuelle Entwicklung hervor.

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