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Kot, Kotze und Keile: Lage ums Ekel-Parkhaus in Altona eskaliert

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Von: Bona Hyun

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Das Ekel-Parkhaus am Bahnhof Altona meiden immer mehr Autofahrer. Politik, Polizei und Stadtreinigung arbeiten an Lösungen – die dringend nötig sind.

Altona – Das Parkhaus am Bahnhof Altona kommt für viele Kunden nicht infrage, die ihre Autos zum Einkaufen in Ottensen abstellen wollen. Lieber parken sie dicht an dicht um das Einkaufszentrum Mercado. Der Grund: Das Parkhaus ist im prekären Zustand, darin und drumherum halten sich viele obdachlose sowie betrunkene oder unter Drogen stehende Menschen auf – neben Müll und Spritzen finden sich in dem Ekel-Parkhaus häufig sogar Fäkalien. Die Konsequenzen: Händler beklagen Umsatz-Einbußen, weil potenzielle Kunden eben nicht wie vorgesehen bequem in der Nähe parken können, beziehungsweise wollen – und die ohnehin schwierige Parkplatzsuche rund um die Ottenser Hauptstraße wird nahezu aussichtslos.

Altonagehobener Bezirk mit dem gleichnamigen Viertel
Fläche77,4 Quadratkilometer
Vorwahl040

MediaMarkt rät vom Parkhaus Altona ab – und zahlt Kunden Ticket für Mercado-Kaufhaus

Der Bahnhof Altona ist für viele Hamburger nicht sehr einladend – es kommt öfter mal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und wegen der sich ansammelnde Fäkalien durchzieht Kotgestank die Luft. Davon ist auch das am Bahnhof nahegelegene Parkhaus betroffen, weshalb viele Autofahrer lieber darauf verzichten und sich stattdessen andere, sauberere Parkplätze suchen. Sogar MediaMarkt riet seinen Kunden, das Parkhaus zu umfahren und bietet ihnen sogar ein kostenloses Ticket für das Parkhaus des Einkaufcenters Mercado an.

Das Einkaufshaus Mercado mit Eingangsbereich 
Das Parkhaus in der Nähe vom Bahnhof Altona ist im prekären Zustand und für viele Fahrer uneinladend. © @Angerer/imago

Ein Gratisticket hätte auch er sich gewünscht: Fürs Parken am Hamburger Flughafen muss ein Senior 200 Euro zahlen – völlige Abzocke! Einige Besitzer von Elektroautos wünschen sich währenddessen, ihre Wagen überhaupt in Parkhäuser abstellen zu dürfen: Wegen Brandgefahr und in Parkhaus und Tiefgaragen verbieten erste Parkhäuser E-Autos*.

Ekel-Parkhaus Altona sorgt für Parkplatzknappheit in Ottensen: „Im Viertel stapeln sich die Karren“

Parkplätze in Ottensen sind eine echte Mangelware und trotzdem parken sich die Autofahrer gegenseitig zu. Die Fahrrad-Aktivisten von „Radpropaganda“ meckern erbost auf Twitter und stempeln die Autofahrer, die sich um das Einkaufhaus Mercado drängten, als Parksünder ab: „Im Parkhaus am Bahnhof Altona sind einfach mal sechs Parkdecks komplett leer. An einem Samstagmittag – und im Viertel stapeln sich die Karren!“ Autofahrer sind geschockt über den neuen Bußgeldkatalog – sonderlich einfach haben es die Autofahrer also generell nicht bei den strikter werdenden Regeln. Dabei parken viele bereits auf reservierten Parkplätzen – die Erhöhung von Gebühren des Anwohnerparkens ab Januar verärgert viele Anwohner deshalb umso mehr.

Im Ekel-Parkhaus am Bahnhof Altona herrscht Leere: „Herausforderung für Nase“

Tim Schmuckall, CDU-Fraktionsvorsitzender, ist wenig darüber verwundert. „Dieses Parkhaus ist eine besondere Herausforderung für die Nase. Ich kann verstehen, wenn man da nicht parken will“, sagte er in einem Interview mit der MOPO. Ein dringender Handlungsbedarf ist notwendig, Parkplätze sind schließlich knapp und für Hamburger mutieren die Anwohnerparkplätze zum Irrsinn, weil es zu wenige Plätze gibt – welche Lösung sieht Altona vor?

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Stadtreinigung Hamburg will Ekel-Parkhaus in Altona säubern und attraktiver machen

Vertreter der Stadtreinigung, die Polizei und die Deutsche Bahn und Bezirkspolitiker setzten sich zusammen, um die Situation anzugehen. Tim Schmuckall zufolge seien zur Verbesserung der Lage im Parkhaus seien bereits eine hellere Beleuchtung und weitere öffentliche Toiletten initiiert worden.  „Die Situation im Parkhaus ist jedoch kein politisches Problem und muss gesondert betrachtet werden“, sagte Schmuckall. Zudem soll das Parkhaus noch öfter gereinigt werden, auch mehrmals am Tag, und von einem Sicherheitsdienst während der Abend- und Nachtstunden bewacht werden.

Der Parkraumbewirtschafter „Apcoa“ ist sich dem Problem bewusst und sieht vor allem den Arbeitsalltag, der aus dem Betreiben des Parkhauses besteht, massiv erschwert.  „Der Teil Altonas, zu dem der Bahnhof und das Apcoa-Parkhaus gehören, ist ein sozialer Brennpunkt. Obdachlosigkeit, Drogenkonsum sowie Vandalismus und leider auch der Gestank von Fäkalien sind allgegenwärtig“, zitierte MOPO das Unternehmen. Das Unternehmen arbeitet an der Lösung, den Autofahrern das Parkhaus attraktiver zu machen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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