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Kolbenhöfe Hamburg: Straßennamen für besondere Hamburger Frauen

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Von: Kevin Goonewardena

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Für eine Wohnung im neuen Kolbenhof-Quartier muss man auch für Hamburger Verhältnisse extrem tief in die Tasche greifen. Die Straßen werden nach besonderen Frauen des Bezirks Altona benannt.

Hamburg – Das als Kolbenhöfe bekannte Bauprojekt in Ottensen gilt als eines der ambitioniertesten und begehrtesten städtebaulichen Vorhaben in Hamburg: Auf einer der letzten brachliegenden Industrieflächen in Altona werden unter diesem Namen in den kommenden Jahren mehr als 400 Wohnungen in zentraler Lage Ottensens errichtet. Weitere 700 Wohnungen entstehen in angrenzenden Gebieten, unter anderem im Zuge des Projekts „Ottenser Höfe.“ Überall gilt der Drittelmix aus Eigentums-, Miet- und Sozialwohnungen.

Name:Kolbenhöfe
Lage:Friedensallee 128, 22763 Hamburg
Ehemals:Kolbenschmidt-Areal, Noleiko“ oder „Noleico“ (NS-Zeit)
Projektgröße:rund 17.000 Quadratmeter, 420 Wohnungen

Doch wer in den Kolbenhöfen eine Wohnung sein Eigen nennen möchte, muss selbst für Hamburger Verhältnisse tief in die Tasche greifen: Bei 475.000 Euro geht’s los – dafür bekommen Käufer 55 Quadratmeter Wohnfläche. Auch eine Kita, kleine Geschäfte, Grünflächen und Spielplätze sollen laut Mopo-Informationen auf dem Gelände verwirklicht werden. Wohnen und arbeiten werden die Menschen dann unter Adressen, die den Namen ganz besonderer Frauen des Bezirks tragen. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.

Kolbenhöfe: Lilly Giordano wird mit Straßenname geehrt

Bereits im vergangenen Jahr hat die Bezirksversammlung Altona die Benennung von vier Straßen nach den Namen von Frauen, denen in der Geschichte Altonas eine besondere Rolle zukam, beschlossen. Zwei der Namen stehen bereits fest, die anderen beiden werden noch gesucht.

Visualisierung der Kolbenhöfe in Hamburg-Ottensen
So sehen dei Kolbenhöfe in einer Visualisierung bei Nacht aus. ©  Freiland Hamburg GmbH

Eine Straße wird demnach nach Lilly Giordano benannt, Klavierpädagogin (1897–1980), deren Sohn der Schriftsteller Ralph Giordano (1923-2014) war. Dessen bekanntestes Werk „Die Bertinis“ erzählt die Geschichte der deutsch-italienischen Familie Bertini zu Zeiten des Nationalsozialismus in Hamburg und wurde unter anderem als Mini-TV-Serie für das ZDF verfilmt. Lilly Giordano dozierte einst am Vorläufer des Hamburger Konservatoriums, dem Klaerschen Konservatorium.

Kolbenhöfe in Hamburg: Straße soll nach ermordeter Zwangsarbeiterin benannt werden.

Ein weiterer feststehender Straßenname ist der von Antonia Kozlova (1921–1943). Die junge Frau aus der ehemaligen Sowjetunion wurde in der Firma „Noleiko“ als Zwangsarbeiterin eingesetzt. Die Fabrikhallen der Firma „Noleiko“ befanden sich auf dem Gelände der heutigen Kolbenhöfe. Kozlova und vier weitere Zwangsarbeiterinnen wurden 1943 hingerichtet, nachdem sie sich geweigert hatten, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Ihnen sind an der Stelle des ehemaligen Werkes (Friedensallee 128) bereits Stolpersteine gewidmet. Mit der Wahl Kozlovas sollen stellvertretend alle Zwangsarbeiterinnen geehrt werden

Kolbenhöfe: Das sind die weiteren Vorschläge für Straßennamen – Prüfungsprozess noch nicht abgeschlossen

Für die beiden verbliebenen noch zu benennenden Straßen stehen bereits Kandidatinnen fest. Dabei handelt es sich um die bekannte Fotografin Leonore Mau (1916–2013) aus Othmarschen, wie das Abendblatt zu berichten weiß, und die CDU-Politikerin Elisabeth Will (1926–2017).

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Will war mehr als 40 Jahre Mitglied der CDU und über drei Jahrzehnte Mitglied der Bezirksversammlung in Altona. Für beide Frauen, so schreibt es die Hamburger Tageszeitung, laufe allerdings noch das Prüfverfahren. Unter anderem seien wegen der nicht geklärten Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus in der Vergangenheit immer wieder Kandidatinnen durchgefallen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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