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Köhlbrandbrücke: Abriss kommt – Bund beteiligt sich erstmals an Kosten

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Abriss des Hamburger Wahrzeichens ist beschlossene Sachen. Der Bund gab nun finanzielle Zusagen für die Planung des Nachfolgers der Köhlbrandbrücke.

Hamburg – Längst steht fest: Die ikonische Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen wird abgerissen und einem Neubau weichen. Denn die Sanierung des rund 50 Jahre alten Wahrzeichen Hamburgs wäre zu teuer, müsste aber dingend geschehen. Das 1974 durch den damaligen Hamburger Senator und späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt eingeweihte Bauwerk genügt zudem nicht mehr den Ansprüchen kommender Generationen von Containerschiffen. Die lichte Höhe der Fahrbahn von etwas über 50 Metern macht die Durchfahrt der zukünftigen Container-Riesen nicht mehr möglich. Hinter der Brücke liegen die Containerterminals Altenwerder. Schon lange ist deswegen eine Neuerung der Köhlbrandquerung geplant.

Name:Köhlbrandbrücke
Erbaut:1970-1974
Länge:3618 Meter
Fahrzeuge täglich:etwa 30.000

Köhlbrand-Tunnel: Bund beteiligt sich erstmals an Kosten

Statt einer neuen Brücke an gleicher Stelle, die laut Informationen des NDR wahrscheinlich kostengünstiger wäre, favorisiert die Stadt Hamburg eine Tunnel-Lösung. Der Bau des Tunnels soll bereits in fünf Jahren starten. Jetzt wurde bekannt, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Wie der NDR berichtet, handelt es sich dabei allerdings vorerst lediglich um Mittel, die zur Prüfung der neuen Köhlbrandquerung, der Verbindung zwischen Norder- und Süderelbe, eingesetzt werden soll. 3,5 Millionen Euro eben solcher Mittel schlägt der Haushaltsausschuss des Bundestags vor, der dem Vorschlag wohl zustimmen wird. SPD-Politiker Metin Hakverdi, Mitglied des Ausschusses und für Harburg im Bundestag, sieht die erstmalige Beteiligung des Bundes als tollen, ersten Schritt.

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Köhlbrand-Projekt: Gesamtkosten von 3 Milliarden – Stadt muss Brückenabriss wohl selbst zahlen

Dass sich der Bund überhaupt an den Kosten beteiligt, liegt an einem alten Versprechen. Im letzten Jahr hatte die alte Bundesregierung die Brücke im Hamburger Hafen zur Bundesstraße ernannt. Bundesstraßen sind wie Autobahnen Eigentum des Bundes, der damit auch die Verantwortung trägt. Die Kosten für das Gesamtprojekt werden indes auf 3 Milliarden Euro geschätzt. Die Stadt selbst wird wahrscheinlich für den Abriss der alten Brücke aufkommen müssen. Geplant ist eine Tilgung der Kosten dieser Maßnahme von 15 Jahren.

Köhlbrandbrücke im Sonnenaufgang
Architektur-Ikone und Hamburger Wahrzeichen: Doch die Tage der Köhlbrandbrücke zu deren Eröffnung 600.000 Menschen kamen sind gezählt. Die Stadt Hamburg favorisiert an gleicher Stelle einen Tunnel, dessen Bau in fünf Jahren starten soll. Jetzt gab der Bund erstmals Kostenzusagen für das Projekt. © Kerstin Bittner/Imago

Die Wirtschaftsbehörde der Hansestadt hofft nach NDR Angaben auf eine Beteiligung des Bundes an den Gesamtkosten in Höhe von 50 Prozent. Bisher hatte Berlin noch keine Finanzierungszusagen für den Bau des Köhlbrandtunnels gegeben – könnte der Bau des Tunnels also doch noch an den Kosten scheitern? Zuletzt hatte die spektakuläre Blockade der Brücke durch Aktivisten der Gruppe der Letzten Generation für Aufsehen gesorgt.

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