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Finkenwerder vor dem Untergang – Klimawandel-Prognosen „nicht sonderlich gut“

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Von: Christian Einfeldt

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Der Klimawandel könnte Hamburg verändern: 2100 könnte der Hamburger Stadtteil Finkenwerder untergegangen sein, prognostizieren Forscher der HafenCity Universität.

Hamburg – Regionale Produkte kaufen oder seinen Fleischkonsum reduzieren, sind nur wenige der vielen vom NABU vorgestellten Klimaschutz-Tipps. Die Appelle aus der Politik, solchen Empfehlungen nachzukommen, werden immer lauter. Klima-Prognosen sind der Grund – und nicht zuletzt die Auswirkungen, die schon jetzt spürbar sind. Der menschengemachte Klimawandel bringt einen ganzen Kontinent wie Australien in einen „armseligen und sich verschlechternden Zustand“. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, bezieht sich hier ein Forscherteam unter anderem auf die weiterhin steigende Anzahl der bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Weitere Folgen für den australischen Kontinent: Versauerung des Meeres und noch schlimmer werdende Waldbrände.

Stadtteil:Finkenwerder
Fläche:19,3 km²
Postleitzahl:21129
Bezirk:Hamburg-Mitte

Klimawandel: Hamburg-Finkenwerder droht zu verschwinden

Die australische Umweltministerin Tanya Plibersek führt die aktuelle Situation unter anderem auf eine „Dekade der Untätigkeit und der bewussten Ignoranz“ zurück. Ähnliche Worte fand auch der Klimaforscher Mojib Latif. „Weltweit betrachtet haben wir in den letzten Jahrzehnten das Klimaproblem praktisch ignoriert“. Die Zeit sei „abgelaufen“, so der Wissenschaftler, der Hamburg vor der „Katastrophe“ warnt. Die Erderwärmung macht das Klima rund 2 Grad wärmer als noch zum Ende des 19. Jahrhunderts. Daran könne man nichts mehr ändern. Jetzt würde es einzig und allein darum gehen, unterhalb der 3 Grad-Marke zu bleiben. Welche Konsequenz müsste ansonsten speziell Hamburg fürchten? Zufolge einer aktuellen Studie, dass schon in 80 Jahren Finkenwerder unter Wasser steht.

Finkenwerder, heute zugehörig zum Bezirk Hamburg-Mitte, könnte schon in 80 Jahren untergegangen sein. Die Auswirkungen des Klimawandels könnten den Stadtteil besonders schwer treffen. Sorge bereitet der Klimawandel und Folgen wie der rasante Anstieg des Meeresspiegels, vor dem bereits die NASA gewarnt hatte. Das Airbus-Werksgelände stünde unter Wasser, das Alte Land ebenfalls. Der Klimawandel würde zufolge einer aktuellen Simulation ganze Teile Hamburgs und Norddeutschlands unter Wassermassen verschwinden lassen. Zurückzuführen ist die Prognose auf eine Studie von Forscherinnen und Forscher der HafenCity Universität, berichtet etwa der NDR.

Hamburg, Elbe, Hamburger Hafen, Fähranleger Finkenwerder der HVV Fähre Linie 62 und 64 Hamburg
Fähranleger in Hamburg: Wird Finkenwerder bald unter dem Meeresspiegel liegen? Prognosen zum Klimawandel lassen den Schluss zu. © Jürgen Ritter / Imago

Klimawandel in Hamburg: Bis 2100 könnten schon 10.000 Quadratkilometer überflutet sein

Dass das Szenario eintritt, ist an einigen Faktoren gekoppelt – manche von ihnen kann die Menschheit noch beeinflussen, manche nicht mehr. Eine Umfrage ergab zuletzt, dass man sich in Hamburg den Auswirkungen des Klimawandels größtenteils bewusst ist. Die Angst nimmt zu, während laut der Umfrage der Prozentsatz an Menschen, die ihren Konsum und ihr Verhalten gezielt ändern, verhältnismäßig gering bleibt. Die aktuelle Studie vom Forscherteam rund um Wissenschaftler Güren Tan Dinga zeigt nun also, was der Hansestadt Hamburg widerfährt, wenn sich nichts am gesellschaftlichen Umwelt- und Klimabewusstsein ändert.

Die vorgestellte Klima-Prognose ist stark vom weiteren Tempo des Klimawandels abhängig. Eine Beschleunigung der Erderwärmung und eine Erhöhung des Meeresspiegels würden das Verschwinden Finkenwerders jedenfalls deutlich wahrscheinlicher machen. Deiche brechen. „Man muss berücksichtigen, dass es sich erneut um Prognosen handelt. Und es ist wichtig, die Rahmenbedingungen mitzuberücksichtigen“, sagt Forscher Dinga dem NDR. „Allerdings ist es schon wichtig zu sehen, dass es Szenarien gibt, in denen die Hochrechnungen und Prognosen nicht sonderlich gut ausfallen“, heißt es weiter.

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Für den Norden Deutschlands, dem die kommenden Tage die nächste Hitzewelle droht, würde das laut der Studie Folgendes bedeuten: Spätestens 2100 könnten bereits 10.000 Quadratkilometer überflutet sein. Es ist der „Worst Case“, dennoch sollte man ihn ernst nehmen – und sich den möglichen Folgen des Klimawandels auch hinsichtlich seines Handelns bewusst sein.

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