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Klimaticket Deutschland „zu teuer“: Diskussion über 365 Euro Jahresticket im HVV

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Von: Jan Knötzsch

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Die Verkehrsminister haben entschieden: Das 49-Euro-Ticket kommt. Doch das Klimaticket findet in Hamburg nicht überall Zuspruch. Kommt Alternative im HVV?

Hamburg – Die Entscheidung, über einen 9-Euro-Ticket-Nachfolger ist gefallen: So schnell wie möglich soll das Klimaticket Deutschland kommen. Es soll dann, nachdem Bahn- und Bus-Nutzer im HVV nach dem Ende des 9-Euro-Tickets im HVV wieder den normalen Preis löhnen mussten, endlich dem Neun-Euro-Ticket folgen. 24hamburg.de hat bereits berichtet, was zum Klimaticket Deutschland, das auch als 49-Euro-Ticket bezeichnet wird, im HVV bisher bekannt ist. Kurzum: Ein bisschen warten müssen die HVV-Fahrgäste noch, bis das 49-Euro-Ticket endlich da ist, für das sich der HVV schon vor der Entscheidung der Minister ausgesprochen hatte.

Doch jetzt, da es eine Lösung gibt und das Klimaticket als Nachfolger des 9-Euro-Tickets im HVV in Hamburg kommen soll, gibt es Stimmen, die mit der Entscheidung nicht einverstanden sind. Müssen die Fahrgäste im HVV-Gebiet, in dem Pendler ab dem 15. Oktober 2022, wiedermal Ärger droht, noch länger warten? Wird das Klimaticket beim HVV sogar noch gekippt und kommt stattdessen eine ganz andere Lösung?

Verkehrs- und Tarifverbund:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründung:29. November 1965
Hauptsitz:Hamburg
CEO:Dietrich Hartmann (seit 2011)

„Brauchen kein 49-Euro-Ticket, das auch in München gilt“: Hamburgs CDU kritisiert Klimaticket für den HVV

Aktuell müssen sich die HVV-Fahrgäste in den Herbstferien wieder einmal mit Sperrungen rumschlagen. Aber zumindest die Frage, wann der 9-Euro-Ticket-Nachfolger beim HVV kommt und was er kostet, ist so halbwegs beantwortet. Doch wie schon erwähnt: nicht zur Zufriedenheit aller. Beim Hamburger Verkehrsverbund selbst begrüßt Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt, dass mit dem Klimaticket ein Nachfolger fürs Neun-Euro-Ticket gefunden wurde, außerordentlich. „Ein 49-Euro-Ticket wäre die Chance für einen einfachen, klaren Tarif ohne Verbundgrenzen und für eine Konsolidierung im Verbundbereich“, wird Korbutt vom Hamburger Abendblatt zitiert. Doch damit ist mit der Herrlichkeit rund um das 49-Euro-Ticket in der Hansestadt Hamburg auch schon wieder Schluss.

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„Wir brauchen in Hamburg kein 49-Euro-Monatsticket, das auch in München gilt, sondern das von der CDU-Hamburg seit längerem vorgeschlagene 365-Euro Jahresticket für den HVV“, sagte CDU-Verkehrspolitiker Richard Seelmaecker laut diverser Medienberichte. Seelmaecker kritisiert das Votum für das 49-Euro-Ticket scharf. Vor allem in einem Punkt. „Die ausschließliche digital zu erwerbende Version des Tickets schließt vor allem ältere potenzielle Nutzer von vornherein aus und erschwert ihnen den Kauf.“ Seelmaeckers Fazit: „Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Keine Ergebnisse nach monatelangen Ringen.“ Nach der Meinung des CDU-Politikers waren „Rot-Grün in Hamburg und die Ampel in Berlin waren nicht in der Lage, ein gemeinsames Ticket auf den Weg zu bringen.“

Eine Hand hält ein 49-Euro-Ticket und eine Hand hält ein 365-Euro-Jahresticket vor einer Hochbahn des hvv in Hamburg
HVV: 49-Euro-Ticket oder 365-Euro-Jahresicket? Die Diskussion in Hamburg reißt nicht ab. © Manfred Segerer/Wolfgang Maria Weber/imago/Montage

Klimaticket als 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV falsche Lösung? Neben CDU auch AfD und Linke dagegen

Das macht Seelmaecker unter anderem daran fest, dass nach dem Votum der Minister für das Klimaticket Deutschland „die Finanzierung zwischen Bund und Ländern“ für das 49 Euro teure Ticket „noch völlig offen ist.“ Apropos teuer: Geht es nach der Hamburger Linken-Politikerin Heike Sudmann, die in ihrer Partei die Verkehrsexpertin ist, dann ist das Klimaticket Deutschland zu teuer. „49 Euro im Monat ist für viele Menschen immer noch zu teuer“, so Sudmann, die sich an die Seite der CDU stellt, welches Ticket und welchen Preis es als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket im HVV geben soll. Die Linken würden dabei bleiben, dass „ein Euro pro Tag oder 365 Euro im Jahr jetzt der richtige Ticketpreis wäre“

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Das Abendblatt zitiert Sudmann in Bezug auf das 49-Euro-Ticket und die Debatte um den 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV zudem wie folgt: „Für Menschen mit wenig Einkommen, die bisher schon das Sozialticket bekommen konnten, muss das Monatsticket kostenfrei werden. Mittelfristig darf das Klimaticket maximal neun Euro kosten.“ Auch der Hamburger AfD-Politiker Dirk Nockemann kann sich mit dem Klimaticket nicht unbedingt anfreunden. „Das 49-Euro-Ticket ist keine wirkliche Entlastung für die finanziell gebeutelte Bevölkerung, die nicht weiß, wie sie die nächste Energierechnung bezahlen soll.“

HVV reagiert schon vor Einführung des Klimatickets: Diese günstigen Angebote gibt es statt des Neun-Euro-Tickets

Schon vor den richtungweisenden Beratungen der Verkehrsminister über einen 9-Euro-Ticket-Nachfolger, der nun mit dem Klimaticket für 49 Euro ausfindig gemacht wurde, hatten die Verantwortlichen des HVV bereits während des Bestehens des 9-Euro-Tickets über einen eigenen 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV nachgedacht. Den gibt es zwar bis dato noch immer nicht, weil auf den Startschuss für das 49-Euro-Ticket noch gewartet werden muss, dafür aber existieren bereits verschiedene neu eingeführte HVV-Angebote, die die Kunden mit günstigen Preisen locken. So wie zum Beispiel die 5er-Tageskarte für das HVV-Gebiet und weitere zahlreiche Möglichkeiten für HVV-Neu- und Bestandskunden, die im Anschluss an das 9-Euro-Ticket aufgesetzt wurden.

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