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Inklusion-Kita droht das Aus: Kirche setzt 50 Kinder auf die Straße

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Von: Sebastian Peters

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Die Kita „Kindervilla Fruchtallee“ steht für Inklusion. Für ein Miteinander. Ausgerechnet diese Kita setzt die Kirche nun auf die Straße. Wegen Eigenbedarf!

Hamburg – Im Herzen des Hamburger Stadtteils Eimsbüttel liegt die Inklusion Kita Kindervilla Fruchtallee (kurz: KiVi). Eine Institution, die bereits seit über 30 Jahren zum Stadtteilbild von Eimsbüttel gehört. Doch nun droht der beliebten Kita, immerhin sind hier 50 Kinder zu Hause, das aus! Grund – Eigenbedarf!

KiVi: Kirche setzt Kindervilla Fruchtallee auf die Straße – Kündigung wegen Eigenbedarf

Der Vermieter, die evangelische Kirche, möchte die Kita auf die Straße setzen. Was mit dem Gebäude passieren soll, unklar. Ebenso die Zukunft der beliebten Kita. Unter dem Motto „INKLUSION STATT VERDRÄNGUNG!“ haben sich am Samstag, 18. Juni 2022, diverse Familien mit Kindern zu einer Demonstration versammelt.

Sie wollen nicht kampflos auf die Straße gesetzt werden. In einer Petition schreiben die Veranstalter: „Wir fordern die aktive Unterstützung der Politik und der Sozialbehörde bei der Forderung, solange in der „KiVi“ bleiben zu dürfen, bis wir eine nachhaltige Alternative gefunden haben!“ Auch die Kirche (der Vermieter) wird in die Verantwortung gezogen. „Die Petition richtet sich nicht nur an die Politik, sondern soll vor allem die evangelische Gemeinde in Hamburg mit in die Verantwortung nehmen“, so die Verfasser der Petition.

KiVi: Kindervilla Fruchtallee – Zukunft ist ungewiss, Kirche bislang knallhart

Kurzzeitig gab es zwar Hoffnung für die Kindervilla Fruchtallee. Es sah so aus, als kämen die 50 Kita-Kids in dem umgebauten Bunker am Weidenstieg unter. Allerdings platzte der Plan recht schnell.

„Zunächst setzten sie große Hoffnung in das Bauprojekt am Bunker Weidenstieg. Bei dem Neubauvorhaben hätte die Kita die Erdgeschossflächen nutzen und in unmittelbarer Nachbarschaft umziehen können. Leider platzte das Bauvorhaben. Ein neues Anhandgabeverfahren wurde bisher nicht eröffnet. Die bürokratischen Hürden seien zu hoch“, schreibt die Kindervilla in ihrer Petition.

die Inklusion Kita Kindervilla Fruchtallee soll geschlossen werden
Mit mehreren Teilnehmern zog eine Demonstration durch einen kleinen Teil von Hamburg. © Sebastian Peters

Wie es nun weitergeht – ungewiss. Fakt ist, dass die Kirche die Kinder auf die Straße setzten möchte. Ohne Rücksicht. Unterstützung aus der Politik ist bislang auch nicht bei der Kindervilla spürbar angekommen. Die Kirche war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar.

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