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Katastrophale Zustände am Hauptbahnhof: Diese Maßnahmen sollen helfen

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Von: Christian Einfeldt

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Die Kriminalitätsrate am Hamburger Hauptbahnhof ist weiter hoch. Zwischen dem Ausbau der Polizei-Präsenz und Sozialarbeit: Das fordern jetzt Hamburgs Parteien.

Hamburg – Zwischen Hektik des Bahnhofalltags und menschlicher Verelendung: Die Hamburger Politik weiß um die vielen Probleme des Hauptbahnhofs. Gegenüber dem Abendblatt spricht etwa Grünen-Politikerin Sina Imhof von einem „steigendem Unsicherheitsgefühl“, während es sich die Hamburger CDU zur Aufgabe machen möchte, das „katastrophale Aushängeschild“ der Stadt zu bekämpfen.

Polizei und Politik registrieren immer mehr Straftaten in unmittelbarer Bahnhofsnähe und nennen konkrete Maßnahmen, die es zukünftig zu ergreifen gilt – für mehr Sicherheit am Hamburger Hauptbahnhof.

Name:Hamburg Hauptbahnhof
Erbaut:1912
Gleise:16
Reisende:rund 550.000 Reisende täglich

Hohe Kriminalitätsrate am Hamburger Hauptbahnhof: Welche Maßnahmen ergreift die Politik?

„Jeder weiß, dass wir eigentlich am Hauptbahnhof in Hamburg schon seit drei Dekaden etwas hätten tun müssen“. Mit diesen Worten beschrieb Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grünen) dem NDR die Unzulänglichkeiten, den Herausforderungen des Bahnhofalltags nicht immer gewachsen zu sein. Hamburg besitzt einen der frequentiertesten Bahnhöfe in ganz Deutschland. Laut Tjarks sind es rund 550.000 Reisende am Tag, die mittels des Bahnhofs in Hamburg-St. Georg die Angebote der Deutschen Bahn nutzen.

In 20 Jahren werden es dann 750.000 tägliche Fahrgäste sein, so der Verkehrssenator. Wie will Hamburg den Anforderungen eines reibungslosen Ablaufs gerecht werden? Die Bahnsteige sind schon jetzt überfüllt. Dabei ist das, worauf sich Tjarks bezieht, jedoch nur die eine Seite der Medaille. Der Fragenkatalog, dem sich die Hansestadt Hamburg schon jetzt widmen muss, enthält weitere Fragen: Bekommt die Stadt langfristig die Kriminalitätsrate des Bahnhofs in den Griff?

Hamburg Hauptbahnhof und Polizei.
Kriminalität am Hamburger Hauptbahnhof: Welche Maßnahmen die Politik fordert. (Symbolbild) © Hanno Bode/Imago und Steven Hutchings/dpa/INN

Berichten Polizei und Politik auch in 20 Jahren vom Brennpunkt Hauptbahnhof? Hamburgs Politikerinnen und Politiker stellen nun notwendige Maßnahmen vor, die dabei vor allem Einfluss auf die Obdachlosen- und Drogenszene haben sollen.

Mehr Sicherheit am Hamburger Hauptbahnhof: Zwischen Repression und Sozialarbeit

Erste Maßnahmen für mehr Sicherheit wurden bereits getroffen. Der Hamburger Senat rief eine verstärkte Polizeipräsenz ins Leben und ist darüber hinaus um dessen Ausbau bemüht. Die zukünftige Tendenz spiegelt sich deutlich in den vorliegenden Zahlen wider. 2018 waren es zufolge von Senatsquellen noch 89.209 Stunden, in denen die Polizei Präsenz gezeigt hat – 2021 105.604 Stunden. Ob die Maßnahme jedoch auch langfristig der Ursache des eigentlichen Problems entgegenwirkt, ist fraglich.

Nach Informationen des Hamburger Abendblatts ist die Kriminalitätsrate im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 um fünf Prozent gestiegen. Auch in jüngster Vergangenheit musste Hamburg einen Anstieg hinnehmen. Es würde sich mehr und mehr abzeichnen, dass die verstärkte Polizeipräsenz zwar mehr Delikte aufdeckt, dabei jedoch auch Sorge trägt, Kriminaltaten lediglich auf das Umfeld des Bahnhofs zu verlagern.

Als wesentlichen Grund für die anhaltenden Probleme thematisieren Hamburgs Fraktionen die vielfältigen Folgen der Coronapandemie. Bereits benachteiligte Menschen wären dadurch nur weiter in prekäre Situationen geraten. Ein Auszug der geforderten Maßnahmen, um den Bahnhof sicherer zu machen: weitere Winternotprogramme (Grünen), Hamburger Bahnhof als absolute Waffenverbotszone (CDU), Ausbau von Sozialarbeit (Linken). Des Weiteren sind weitere Videoüberwachung, Aufenthaltsverbote oder die Anstellung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Gespräch.

Obdachlosenhilfe in Hamburg: „Erhebliche Verbesserungen für Betroffenen und Situation am Hauptbahnhof“

Mit Maßnahmen der Sozialarbeit sollen Taten am Hauptbahnhof eingedämmt werden, die laut SPD-Politiker Sören Schumacher vor allem „auf Betäubungsmittelkriminalität“ zurückzuführen seien. Gegenüber dem NDR stellte sein Parteikollege Ralf Neubauer (SPD), Bezirksamtsleiter Mitte, nun am vergangenen Freitag, dem 13. Januar 2023, ein konkretes Hilfsprojekt vor, in das die Beteiligten große Hoffnungen stecken.

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Neubauer spricht von „erheblichen Verbesserungen für die Betroffenen, aber auch für die Situation am Hauptbahnhof“: In unmittelbarer Bahnhofsnähe soll schon am 20. Januar eine neue Unterkunft für Obdachlose öffnen. Bis zu 100 Menschen sollen dann tagsüber betreut werden können. Dort haben sie Anspruch auf Essen, Kleidung und Hygiene.

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