Ekel-Haus in Horn

„Kakerlaken krabbeln überall herum“: Hamburger Wohnhaus von Ungeziefern bedroht

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
    schließen

Unzählige Kakerlaken befallen ein ganzes Hamburger Wohnhaus. Ursache könnte die Wohnung eines verstorbenen Mannes sein, die die Ungeziefer anlockt.

Hamburg – Es ist etwa ein Monat her, dass in einem Wohnhaus in Hamburg-Horn ein Mann in seiner Wohnung verstarb. Ein Blick durch das Fenster offenbart bereits, wie es hinter der Eingangstür aussehen könnte. Der Müll stapelt sich, überall sind Flecken an den Wänden, die Küchengeräte sind vergilbt und verdreckt. Doch auch vier Wochen nach dem Tod des Bewohners wurde der Dreck noch immer nicht beseitigt. Die Konsequenz bekommen auch die anderen Mieter des Hauses zu spüren. Die Anwesenheit von Kakerlaken scheint fortan ein Dauerzustand zu sein. Doch ist die Messie-Wohnung des verstorbenen Mannes wirklich die Ursache des Problems?

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Wohnhaus von Kakerlaken heimgesucht: „Manchmal werde ich wach, weil sie in der Nacht an meinen Armen hochkrabbeln“

In einem Mehrfamilienhaus des Hamburger Wohnungsunternehmens Saga treiben seit geraumer Zeit Kakerlaken ihr Unwesen. Es handelt sich um ein Wohnhaus im Hamburger Stadtteil Horn, wo am Audorfring Menschen nachts nicht mehr ruhig schlafen können. „Manchmal werde ich wach, weil sie in der Nacht an meinen Armen hochkrabbeln“, schildert ein Bewohner das Geschehen gegenüber der „Mopo“. Erinnerung an die Kölner Ratten-Invasion, die eine ganze Hochhaussiedlung belagerte*, kommen wieder hoch. In Hamburg waren Kammerjäger bereits vor Ort. Doch auch die Spezialisten konnten den Ekel nicht in die Schranken weisen.

Seit ihrem Einsatz tummeln sich tatsächlich weniger Ungeziefer in dem Wohnhaus, ein Leben ohne die Kakerlaken ist für die Anwohner dennoch vorerst dennoch nicht in Sicht. Der Auslöser scheint schnell gefunden: Der Verwesungsgeruch deutet auf die Ursache hin. Vor rund einem Monat ist ein Mann in einer der Wohnungen verstorben. Er hinterließ nicht zuletzt eine vollgemüllte Wohnung. Bewohner geben an, dass er seit Jahren wie ein Messie gelebt haben soll.

Ein Wohnhaus in Hamburg-Horn wird seit mehreren Wochen von Kakerlaken heimgesucht. (Symbolbild)

Wohnungsunternehmen forscht weiter nach den Ursachen für das Kakerlaken-Problem

Die Konsequenz: „Die Kakerlaken krabbeln überall herum“ – und zwar nicht nur in der Wohnung des verstorbenen Mannes. „Wenn ich morgens das Licht einschalte, fängt das Gekrabbel an“, beklagte sich ein weiterer Anwohner. Es sei schlimmer geworden, sagte der 63-jährige Handwerker der „Mopo“, doch das Kakerlaken-Problem begleite die Bewohner in einem Wohnhaus in Hamburg-Horn, wo kürzlich eine Frau an der eigenen Haustür überfallen wurde, schon weit länger als vier Wochen.

Dass Hamburg eine teure Stadt ist, ist kein Geheimnis. Wer in der Hansestadt leben möchte, muss mitunter eine Menge Geld für die Wohnung in die Hand nehmen. Während die Immobilienpreise für Hamburgs Speckgürtel bald unbezahlbar sind, soll ein neues Gesetz zukünftig den steigenden Mietpreisen in Hamburg den Kampf ansagen. Wie Untersuchungen des NDR Anfang Juli bestätigten, liegt der Mietpreis für Saga-Wohnungen jedoch deutlich unter dem Hamburger Mietenspiegel. Genauso verhält es sich mit den Betriebskosten. Müssen darunter jetzt die Bewohner leiden?

Laut Saga-Pressesprechers Gunnar Gläser befinde sich das Unternehmen jedenfalls nach wie vor auf Ursachenforschung. Seit April 2020 hätte das zuständige Wohnungsunternehmen „kontinuierlich Schädlingsbekämpfungen mit mehreren Terminen durchführen lassen“, wird Gläser in Medienberichten zitiert. Wie die Bewohner des Hauses am eigenen Leib erfahren müssen, konnte die exakte Ursache immer noch nicht ausgemacht werden. Nun widmen sich weitere Spezialisten dem Ekel-Haus, um Nester finden und die Bewohner endlich von den Kakerlaken befreien zu können.*24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Oliver Willikonsky/IMAGO

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare