Hamburger Traditionsunternehmen

Kahlschlag bei Helm AG: Milliardärsfamilie setzt Mitarbeiter vor die Tür

  • Jens Kiffmeier
    VonJens Kiffmeier
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Die Inhaber gehören zu den reichsten Deutschen, doch die Helm AG steckt in der Krise. Jetzt stehen Massenentlassungen an. Hunderte Hamburger zittern um den Job.

Hamburg – Schlechte Nachrichten für tausende Mitarbeiter der Helm AG: Das Traditionsunternehmen in der Hansestadt Hamburg treibt laut einem Medienbericht einen massiven Personalabbau voran. Das berichtete der Business Insider am Mittwoch. Demnach startete der Chemie-Konzern wegen massiver Verluste in den vergangenen Jahren bereits ein Restrukturierungsprogramm, das auch den Abbau von Arbeitsplätzen beinhaltet. Die Kündigungen gingen durch alle Ebenen und Bereiche des weltweit agierenden Konzerns, bestätigte eine Sprecherin dem Nachrichtenportal.

Hamburger Familienunternehmen:Helm AG
Gegründet:1900
Vorstandsvorsitzender:Stephan Schnabel

Jobabbau bei Traditionsunternehmen: Helm AG plant in Hamburg massive Stellenstreichung

Die im Jahr 1900 in Hamburg gegründete Helm AG beschäftigt 1300 Mitarbeiter. Das Unternehmen, das sich auf den Handel mit Chemikalien, Pflanzenschutzmittel und Düngestoff spezialisiert hat, wird in dritter Generation von der Familie Schnabel geführt. Und das bislang mit Erfolg: Mit dem Geschäft hat es zumindest die Familie zu einem ansehnlichen Wohlstand gebracht. So schätzt Forbes erst im April dieses Jahres das Vermögen von Schnabel auf 2,3 Milliarden Euro. Die Firmeninhaber gehören damit zu den reichsten Familien in Deutschland*, auf der Forbes-Weltrangliste rangieren sie aktuell auf Platz 1517.

Bald beim Jobcenter? Die Helm AG in Hamburg plant einen massiven Stellenabbau.

Doch zuletzt liefen die Geschäfte offenbar schlecht. Zwar verzeichnete das Unternehmen im Pandemie-Jahr 2020 noch einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Doch das konnte nicht verhindern, dass der Konzern insgesamt seit Jahren Verluste schreibt.  „Helm als Konzern hat in den letzten Jahren immer wieder unzureichende operative Betriebsergebnisse erzielt, sodass der Konzern auch negative Jahresendergebnisse verzeichnet hat“, zitiert Business Insider eine Sprecherin. Gründe für diese Entwicklung nannte sie nicht. Aber man habe bereits ein Transformationsprogramm gestartet, um die Geschäfte wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen.

Helm AG: Chemie-Konzern schreibt Verluste und informiert Mitarbeiter über drohende Kündigung

Den Angaben zufolge soll nun der Organisationsprozess neu strukturiert werden und die einzelnen Geschäftsfelder so aufgestellt werden, dass sie eigenständiger am Markt bestehen können. Außerdem soll die Digitalisierung vorangetrieben werden. Dass dabei auch Arbeitsplätze wegfallen, daraus macht die Unternehmenssprecherin keinen Hehl. Die genaue Anzahl steht aber offenbar noch nicht fest.

Insofern müssen auch die Angestellten in der Hamburger Zentrale erst einmal abwarten und um ihre Jobs zittern. Den Angaben zufolge wurden sie aber schon von der Geschäftsführung informiert. Pikant: Die Mitarbeiter stehen erst einmal alleine gegen die Konzernleitung. Denn wie es in dem Medienbericht heißt, gibt es in der Helm AG trotz der hohen Mitarbeiteranzahl derzeit keinen Betriebsrat, der die Entlassungswelle stellvertretend verhandeln könnte. * 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa/picture alliance

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