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Justizbehörde menschlich: 250 Gratis-TV-Geräte für Knackis

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Von: Kevin Goonewardena

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Gefangene sind im hohen Maße von der Pandemie betroffen. Der verschärften Isolation begegnet die Hamburger Justizbehörde nun mit einer besonderen Maßnahme.

Hamburg – Die Coronapandemie, die seit nunmehr zwei Jahren die Welt in Atem hält, macht selbstverständlich auch vor Knastmauern nicht halt. Die Enge, die fehlenden Möglichkeiten sich aus dem Weg zu gehen und die durch die Pandemie verschärfte Isolierung machen den Gefangenen in Deutschland schwer zu schaffen. Aber auch das Virus selbst stellt für die Gefängnisse ein Problem dar, immer wieder kommt es zu Ausbrüchen – wie zuletzt im berüchtigten Gefängnis Santa Fu in Fuhlsbüttel.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Insassen in den Hamburger Gefängnissen1358 (Stand 2019)
Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozent:plus 18 Prozent

Justizbehörde: Gute Nachrichten für Gefangene in der Pandemie

Zum Glück gibt es für den ein oder anderen Verurteilten auch in der Pandemie gute Nachrichten: So wurde etwa in Hamburg der Haftantritt für all diejenigen Verurteilten aufgehoben, die wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe eine Ersatzhaftstrafe hätten antreten müssen. Nun zeigt sich die Justizbehörde auf eine andere Art von ihrer menschlichen Seite: Sie stellt an 250 Haftplätzen Fernsehgeräte kostenlos zur Verfügung. Damit soll die Isolation der Häftlinge abgefedert werden, wie die BILD Zeitung schreibt.

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Justizbehörde: 250 Gratis-Fernseher gegen den Corona-Blues

Denn: In Hamburg werden neue Gefangene in der Untersuchungshaftanstalt Holstenglacis zuerst 14 Tage lang von den anderen Insassen isoliert. Sollten sie dann positiv auf das Coronavirus getestet werden, geht’s geradewegs auf eine Isolierstation. Während dieser Zeit ist der Kontakt zu anderen Häftlingen und Bediensteten auf ein Minimum reduziert, so das Springer-Blatt. Freizeitangebote könnten gar nicht wahrgenommen werden. Normalerweise kosten die Leihgeräte die Gefangenen 10 Euro im Monat. Doch gerade zu Haftantritt haben die Verurteilten oft wenig Geld.

Ihnen stellen wir jetzt kostenfrei Fernsehgeräte zur Verfügung, um den Gefangenen etwas Ablenkung und Beschäftigung zu bieten.

Anna Gallina (Grüne), Justizsenatorin Hamburg

Da jetzt auch die Kontakte reduziert sind und die Teilnahme an Freizeitaktivitäten nicht möglich ist, kommt die Justizbehörde den Neuankömmlingen mit der Maßnahme nun entgegen. Um die Isolation erträglicher zu machen, entfallen bei 250 Haftplätzen im Untersuchungsgefängnis und dem entsprechenden Bereich der JVA Hahnöfersand die Leihgebühren für die TV-Geräte. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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