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Immer im Juni: Mysteriöses Fischsterben auf St. Peter-Ording – das sagen Forscher

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Von: Bona Hyun

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Ein Fischsterben auf St. Peter-Ording beschäftigt Forscher seit 2020. Massen toter Jungheringe wurden auch 2022 wieder angespült. Die Gründe sind unklar.

St. Peter-Ording – Forscher untersuchen aktuell ein wiederkehrende Fischsterben in St. Peter-Ording. Bereits das dritte Jahr infolge wurden Massen von toten Heringen an die Strände gespült, an die auch Hamburger gerne immer mal wieder reisen, um Strände, Sonne und Meer zu genießen. Die ersten Untersuchungen der toten Fische ergaben keine Auffälligkeiten, denn die jungen Fische seien in guter Verfassung gewesen, heißt es seitens der Forscher.

Bislang sind Gründe und Ursachen für das Phänomen unklar. Kurios: Es ist nicht zum ersten Mal, dass das Fischsterben in St Peter Ording auftritt – und immer kommt‘s im Juni dazu.

Gemeinde in Schleswig-HolsteinSankt Peter-Ording
Höhe:3 Meter
Fläche:28,28 Quadratkilometer

Fischsterben in St. Peter Ording: Wiederkehrendes Phänomen im Juni beschäftigt Forscher

Tausende Kleinfische wurden zu Wochenbeginn am Montag, 13. Juni 2022, angespült. Die Schutzstation Wattenmeer meldete den Fund auf ihrer Internetpräsenz. Die Fische lagen dichtgedrängt in flachen Senken vor Westerhever – gegen Abend trieben viele Tiere leblos in den auslaufenden Wellen. In den Vorjahren ist die Gesamtzahl der angetriebenen Fische geringer ausgefallen, wie die Schutzstation beobachten konnte.

Ein Haufen Heringe liegen leblos am Strand
Auch dieses Jahr im Juni wurden Massen toter Jungheringe an den Strand von St. Peter-Ording angespült. Die Ursachen sind den Forschern seit Jahren unbekannt. © Rüdiger Ziegler

Zudem wurden sie in den vergangenen Jahren vor Eiderstedt um den 20. Juni herum gemeldet. Das bestätigte auch Rainer Schulz der Schutzstation Wattenmeer, der 24hamburg-Redaktion. Große Mengen an toten Fischen sind nicht die einzigen ungewöhnlichen Funde, denn Besucher staunten bereits über geheime Bewohner des Wattenmeeres, deren Funde Rätsel aufgeben. Empört waren viele Nordsee-Anwohner über einen Mann, der eine Robbe in einer Plastiktüte transportierte, um sie nach Friedrichskoog zu bringen.

Tote Heringe in St-Peter Ording an den Strand gespült: Ursache unbekannt – „nichts Auffälliges“

Allerdings gebe es bislang Unklarheiten, warum die kleinen Fische antreiben, sagt Rainer Schulz. Ihm zufolge würden die Forscher nach den Gründen suchen. Er selbst habe schon mal die toten Heringe eingesammelt, eingefroren und einer Forscherin nach Büsum geschickt. Die habe „nichts Auffälliges“ entdecken können. Auch dieses Mal habe er Fische eingesammelt und untersucht. „Augenscheinlich sehen die Fische ganz gut aus, es gab nichts Auffälliges“, so Schulz gegenüber der 24hamburg-Redaktion. Ebenso habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass die Fische dünn oder krank gewesen seien.

Heringe liegen leblos am Strand St Peter-Ording
Immer im Juni werden Massen an Jungheringe an den Strand von St. Peter-Ording gespült. Einige verenden bei den ungünstigen Bedingungen. © Rainer Schulz

Viele junge Fische in guter Verfassung ziehen vor der Küste entlang. Sie dienen der Seeschwalbe als Nahrungsquelle ihrer Jungen und auch Möwen ernähren sich von den Heringen. Doch so schnell wie die Heringe kamen, könnten sie auch wieder verschwinden. Beobachtungen angetriebener Fische oder lebender Schwärme im flachen Wasser können auf https://www.beachexplorer.org/ vermeldet werden.

Fischsterben in Schleswig-Holstein gibt seit 2020 Rätsel auf

Die Sueddeutsche Zeitung berichtete vor zwei Jahren über das Fischsterben in Nordfriesland. Damals seien am Strand von St. Peter-Ording hunderte Jungfische angespült worden – viele von ihnen bereits verendet. Pressesprecher Christof Goetze stellte damals die Vermutung auf, die Fische seien bei Ebbe zurückgeblieben und in flachen Prielen erstickt. Doch dies wurde bislang nicht nachgewiesen.

Ein Jahr später, 2021, wiederholte sich das Ereignis. Bei Hochwasser kamen in enormen Mengen an Jungheringen bis direkt an die Strände und in flache Buchten. Wie damals blieben einige bei Ebbe in flachen Senken zurück und verendeten dort. Wissenschaftler forschen weiterhin nach den Ursachen. Auch gibt es keine Erkenntnisse, warum die Fische bislang immer im Juni angespült werden.  

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