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Jungfernstieg autoarm: Fahrbahn wird verengt – Mehrheit der Bauarbeiten 2023

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Von: Kevin Goonewardena

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Der Jungfernstieg verdient schon lang nicht mehr die Beschreibung Flaniermeile. Eine Umgestaltung soll den Boulevard autoarm machen. Großteil der Arbeiten 2023.

Hamburg – Der Hamburger Jungfernstieg an der Binnenalster soll wieder mehr zu dem werden, was die Straße einmal war: eine Flaniermeile in bester Innenstadtlage, auf der Fußgänger Vorrang vor dem Autoverkehr haben. Die Pläne sind nicht neu für Hamburg und bereit in den vergangenen Jahren schrittweise umgesetzt worden. So ist etwa 2020 der Jungfernstieg für den motorisierten Individualverkehr gesperrt worden. Lediglich die Durchfahrt der Busse des HVV, von Taxen und Lieferanten wurde im Zuge der Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt gestattet.

Um das Durchfahrtsverbot zu untermauern, hat die Polizei Hamburg bereits mehrfach Kontrollen durchgeführt und dabei alleine bei einer Großkontrolle im Oktober 2021 mehr als 20.000 Euro an Bußgeldern in wenigen Stunden kassiert. Doch die Mehrheit der Bauarbeiten finden erst noch statt.

Name:Jungfernstieg
Entstanden:als Reesendamm im Jahre 1235
Länge:rund 500 Meter
Stadtteil:Hamburg-Altstadt

Autoarmer Jungfernstieg: Gas-,Strom- und Sielnetz wird erneuert – Fahrbahn verliert ein Drittel Breite

Aktuell erneuert Hamburg Wasser die Siele am Jungfernstieg und den fußläufig erreichbaren Gänsemarkt. Mit dem Abschluss der Arbeiten am Jungfernstieg wird im Herbst 2022 gerechnet. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. 2023 werden nach Zeitungsinformationen dann sowohl Sanierungsarbeiten am Gas- und Stromnetz im Bereich Jungfernstieg durchgeführt als auch der Ausbau der Velorouten vorangetrieben. Die Arbeiten am Jungfernstieg umfassen in Teilen auch die angrenzenden Bereiche Neuer Wall und Große Bleichen und sind Teil des Projekts „autoarmer Jungfernstieg“.

Der Jungfernstieg in Hamburg im Mai 2022
Der Hamburger Jungfernstieg ist schon jetzt autoarm; nur Linienverkehr, Taxen, Lieferanten und Einsatzfahrzeige dürfen die Flaniermeile befahren. Auch auf dem Bild zu sehen: Begrünte und temporäre Verkehrsinseln in der Mitte der Straße. © Jürgen Ritter/Imago

Laut NDR-Informationen vom 18. Mai 2022 soll die Fahrbahn des Jungfernstiegs künftig um fünf Meter verengt werden und damit ein Drittel der jetzigen Breite verlieren. Die Verengung am Jungfernstieg in der Hamburger Innenstadt soll mehr Platz für Fußgänger und Fußgängerinnen schaffen und es ihnen ermöglichen, am Jungfernstieg die Geschäfte am Boulevard besser zu erreichen.

Jungfernstieg Hamburg: „Grüne[n] Kissen an der Alster“ geplant – einst erste asphaltierte Straße Deutschlands

Noch bis ins Jahr 2005 war der Jungfernstieg in Hamburg mit beiderseitigen Baumreihen als Alleestraße gestaltet. Im Zuge der damaligen flächendeckenden Neugestaltung des Jungfernstiegs wurden nicht nur die Bäume gefällt, sondern auch nahezu die komplette alsterseitige Uferbebauung abgerissen. Lediglich das Café Alsterpavillion am Jungfernstieg blieb erhalten. Durch eine weitere, vierte Baumreihe an den Stufen des Alsteranlegers soll der Jungfernstieg ein Stück Begrünung zurück erhalten.

Der NDR zitiert einen Behördenmitarbeiter, der in dem Zusammenhang von „grünen Kissen an der Alster“ spricht.

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Der Hamburger Jungfernstieg erhielt seinen Namen einst davon, dass Familien ihre unverheirateten Töchter (Jungfern) dort sonntäglich spazieren führten. 1838 wurde die Promenade an der Alster zur ersten asphaltierten Straße Deutschlands. 1843 eröffnete mit Sillem’s Bazar die erste Einkaufspassage Deutschlands. Knapp vierzig Jahre später öffnete an gleicher Stelle der Hamburger Hof. Die Einkaufspassage an der Ecke Jungfernstieg/Große Bleichen existiert heute noch.

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