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Jugendliche sollen Lidl-Verbot kriegen: „Angst, wenn die kommen“

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Von: Kevin Goonewardena

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Auf Facebook beschwert sich eine Kundin über Jugendliche, die in einem Lidl in Hamburg einfallen. Es entbrennt eine Diskussion über die richtigen Gegen-Maßnahmen.

Hamburg – Terrorisieren Jugendliche im Süden von Hamburg Angestellte und Kunden von Discountern? Für Yvone P. ist die Sache nach dem, was sie beim vormittäglichen Einkauf erlebt hat, klar. Und so macht die Lidl-Kundin und Userin einer lokalen Facebook-Gruppe eben dort ihrem Ärger Luft und beschreibt, wie sie unfreiwillig Zeugin jugendlicher Eskapaden im Umfeld des Lidl im Hamburger Stadtteil Neugraben wurde. Doch nicht alle teilen ihre Erfahrungen – oder auch nur die Meinung, dass die Jugendlichen den Stadtteil terrorisieren würden.

Name:Neugraben-Fischbek
Bezirk:Hamburg-Harburg
Fläche:22,5 km²
Bevölkerung:32.054 (31. Dez. 2020)

P. berichtet von asozialem Verhalten, davon, dass sich die Gruppe von etwa 20 „Halbstarken“ auf dem Parkplatz gegenseitig „dumm angemacht“ habe, aber auch andere Besucher des Discounters und auf dem Parkplatz vor Autos gelaufen sei, sich an der Kasse vorgedrängelt habe. Die Schüler seien „am Schreien und Beleidigen“ gewesen. Die von P. beobachtete Eskalation sei dabei kein Einzelfall, wie die Kundin auf Nachfrage erfuhr. „Ich glaube, der Lidl in Fischbek muss ein Verbot für Schüler in der Mittagszeit aussprechen“, schreibt Yvone P. und fügt fragend hinzu: „Sorry, aber was haben Schüler in der Pause beim Lidl zu suchen?“

Die Kassiererin sagte: Es ist immer so und man bekommt hier schon Angst, wenn die kommen!

Yvone P. gibt auf Facebook wieder, was die Lidl-Kassiererin der Filiale in Hamburg-Neugraben zu ihr sagte.

Lidl Hamburg: Jugendliche eskalieren – Angst unter Kunden

P.s Eingangspost endet mit den Fragen nach Hausrecht, Sicherheitsdienst und Polizeipräsenz im Lidl Hamburg und öffnet einer regen Diskussion die Tür, wo das beschriebene Verhalten herrühre, was zu tun sei – und ob man überhaupt was tun müsse. Denn nicht alle Kommentatoren teilen die Meinung von der Dame. Henry G. etwa stellt fest, dass es „wirklich Schlimmeres in der heutigen Welt anzumerken [gibt], anstatt hier so eine Welle zu machen“ und kritisiert den Beitrag als „mir zu pauschal und emotional“. Ärger gibt es übrigens auch bei Rewe: Kürzlich beschwerte sich ein Kunde über eine irreführende Verpackung.

Rat gegen randalierende Jugendliche bei Lidl in Hamburg: Meldung an Schulleitung machen

Empfohlen wird P. und anderen in einem ähnlichen Fall von vielen Usern, sich direkt an die Schule zu wenden, denn bei den Jugendlichen handelt es sich laut der Postverfasserin um Schülerinnen und Schüler, die maximal in der 7. Klasse seien. Das scheint P. auch getan zu haben, wie sie im Verlaufe der Diskussion schreibt. Sie teilt nämlich mit: „XXX habe ich dem SL gemeldet“, wobei SL offenbar für Schulleiter steht.

Männliche Jugendliche und das Logo eines Lidl-Markts
Immer wieder soll es in einem Hamburger Lidl-Markt zu Problemen mit Jugendlichen kommen. (Symbolfoto, 24hamburg.de-Collage) © Michael Gstettenbauer / Arnulf Hettrich / Imago

Immerhin: Den Jugendlichen Schläge androhen oder ähnliche Mittel der Selbstjustiz anzuwenden, wird in mehr als 50 Kommentaren nur zwei Mal vorgeschlagen. Ein User ist aber offenbar der Meinung: „Die brauchen alle eine Erziehungsschelle.“ Mutmaßungen über die Nationalität der Jugendlichen sind gar nicht zu lesen – auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken heute eher eine Seltenheit.

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Jugendliche, die bei Lidl in Hamburg über die Stränge schlagen, kein neumodischer Trend

In dem konkreten Lidl in Hamburg hat zwar keiner der Kommentatoren ähnliche Erfahrungen gemacht, dafür aber in anderen Supermärkten. Doch nicht nur in der Region – und nicht nur in der Gegenwart. So weist Nutzer Dirk darauf hin, dass es Jugendliche, die im Supermarkt über die Stränge schlagen, schon früher gegeben hat – auch in besseren Stadtteilen.

User sicher: Grund für Eskalation in Hamburger Lidl ist mangelnde Erziehung

In einem sind sich die User in der Facebook-Gruppe allerdings einig: Der Grund für Eskalationen dieser Art von Jugendlichen liegt in der fehlenden Erziehung. Übrigens: Fälle von mangelnder Erziehung beschäftigen auch einen Pädagogen: Dieser zerreißt die heutige Kinder-Erziehung mit den Worten: „Aufgeweichte Jammergestalten“.

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